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Coronavirus

Covid-19, Erkältung oder Grippe? Das sind die Unterschiede der Krankheiten

Das Coronavirus und die dadurch ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 sorgt für drastische Maßnahmen, die bei einer Grippewelle selten ergriffen werden. Worin unterscheiden sich die Viren? Was sind die Symptome bei Covid-19, einer Erkältung und einer Grippe?
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Ein typisches Bild einer Grippeerkrankung - doch auch beim Coronavirus tritt Schnupfen als Symptom auf. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa
Ein typisches Bild einer Grippeerkrankung - doch auch beim Coronavirus tritt Schnupfen als Symptom auf. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Bei der Diskussion um Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie wird oft die Grippe zum Vergleich herangezogen, an der allein in Deutschland in dieser Saison nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bereits mehr als 200 Menschen gestorben sind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt nun wichtige Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Erkrankungen: Ähnlich ist demnach die Ausprägung der Infektionskrankheiten: Beide sind von einem Virus verursachte Atemwegserkrankungen, deren Verlauf sehr unterschiedlich sein kann - von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter gar tödlich. Beide Erreger werden vorwiegend über Tröpfchen etwa beim Sprechen oder Husten oder auch direkten Kontakt übertragen. Darum greifen bei beiden auch die gleichen Vorsichtsmaßnahmen: gute Handhygiene, in die Ellenbeuge oder ein Taschentuch husten, Kontakt zu Infizierten vermeiden.

Covid-19 (Coronavirus) Symptome

  • Häufig Fieber und Husten
  • Selten Schnupfen
  • Kein Niesen
  • Manchmal Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, manchmal Halsweh und Kurzatmigkeit

Erkältung Symptome

  • Häufig Niesen, Schnupfen, Kopfschmerzen und Halsschmerzen
  • Manchmal Müdigkeit
  • Wenig Husten
  • Selten Fieber und Kopfschmerzen

Grippe Symptome

  • Häufig Fieber, Müdigkeit, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen
  • Kein Niesen, keine Kurzatmigkeit
  • Manchmal Schnupfen und Halsschmerzen

Influenza breitet sich schneller aus

Unterschiede gibt es laut WHO bei der Ausbreitungsgeschwindigkeit: Influenza habe eine kürzere Inkubationszeit zwischen Ansteckung und der Ausbildung erster Symptome, zudem erfolgten die Ansteckungen in den Infektionsketten rascher aufeinander. Bei Covid-19 liege dieses Intervall bei etwa 5 bis 6 Tagen, bei Influenza bei 3 Tagen. Das bedeute, dass sich Influenza rascher verbreiten kann als Covid-19. Das bedeutet aber auch, dass sich Covid-19 aufgrund der längeren Inkubationszeit längere Zeit unbemerkt ausbreiten kann.

Hinzu komme, dass bei Influenza oft schon vor der Ausprägung von Symptomen weitere Menschen angesteckt würden. Bei Covid-19 seien zwar Übertragungen von 24 bis 48 Stunden vor dem Auftreten von Symptomen bekannt, sie seien aber nach derzeitigem Kenntnisstand anders als bei der Grippe selten und spielten für die Weiterverbreitung kaum eine Rolle.

Ein weiteres wichtiges Kennzeichen ist die Ansteckungsrate. Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben - und damit an mehr als bei Influenza.

Kinder sind anfälliger für Influenza

Wegen der unsicheren Datenlage und verschiedenen den Wert beeinflussenden Effekten sei ein Vergleich bei diesem Aspekt aber nur eingeschränkt möglich, heißt es von der WHO. Erhebliche Unterschiede gibt es im Bezug auf Kinder: "Kinder sind bedeutsame Treiber für die Übertragung von Influenzaviren in der Gemeinschaft", so die WHO. Für den Covid-19-Erreger zeigten erste Auswertungen, dass Kinder weniger betroffen sind als Erwachsene und nur selten deutliche Symptome entwickeln. Vorläufige Daten lassen demnach zudem annehmen, dass Kinder sich vor allem bei Erwachsenen anstecken - Erwachsene aber umgekehrt kaum bei Kindern.

 

Schwere bis lebensbedrohliche Verläufe gibt es nach bisherigen Auswertungen bei Covid-19 häufiger als bei der Grippe. Der WHO zufolge ist der Verlauf bei 15 Prozent der Infizierten so schwer, dass eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff nötig wird. Bei 5 Prozent der Infizierten ist demnach künstliche Beatmung nötig. Auch die Todesrate liegt wohl höher als bei der normalen saisonalen Grippewelle - exakte Angaben lassen sich dazu aber derzeit kaum machen.

Als besonders von schweren Verläufen betroffene Risikogruppen gelten bei Influenza Kinder, Schwangere, Ältere sowie Menschen mit chronischen Krankheiten oder geschwächtem Immunsystem. Bei Covid-19 gehören Kinder und Schwangere nach derzeitigem Wissensstand nicht zu den Risikogruppen.

Impfstoffe gegen Covid-19 noch nicht zugelassen

Zu beachten ist auch der Unterschied bei den Möglichkeiten für Behandlung und Vorsorge. "Zwar gibt es bereits eine Reihe klinischer Tests von Medikamenten in China, und es sind mehr als 20 Impfstoffe gegen Covid-19 in der Entwicklung, bisher aber gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapien für Covid-19", so die WHO. Bei Influenza hingegen gebe es sowohl schützende Impfungen als auch zugelassene antivirale Medikamente.

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