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Corona per Post: Wie ansteckend ist der Kontakt mit dem Paketboten?

Beim Paketzusteller "DPD" wurden mehrere Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. In den vergangenen Wochen wurde viel bestellt und viele Pakete ausgeliefert. Wie hoch ist die Gefahr einer Corona-Infektion bei der Paketannahme?
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Der Paketbote entschuldigte sich auf der Benachrichtigung. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa
In den vergangenen Wochen wurde viel bestellt und ausgeliefert. Die Gefahr einer Infektion ist dabei unklar. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

Versandhändler und die Post hatten in den letzten Wochen viel zu tun: Eine ungewohnt hohe Vielzahl an Paketen wurde bestellt, hinzu kamen erschwerte Arbeitsbedingungen aufgrund verschiedener Sicherheitsmaßnahmen. So  kam es immer wieder zu Verzögerungen bei der Lieferung

Nun kam es bei der DPD zu einem großen Corona-Ausbruch. Im Kreis Heinsberg mit 400 Mitarbeitern wurden 80 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet (Update vom 18.05.2020, 11.21 Uhr: DPD schließt Standort in NRW). Da viele Geschäfte geschlossen waren, griffen Kunden verstärkt auf Bestellungen zurück. Die Paketannahme verläuft größtenteils ohne direkten Kontakt mit dem Postboten. Allerdings wird das Paket bereits vorher öfter von Postmitarbeitern angefasst. Wie hoch ist das Infektionsrisiko wirklich?

Schmierinfektion möglich - allerdings unwahrscheinlich

Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt, dass noch "keine Berichte über Infektionen durch [...] den Kontakt mit trockenen Oberflächen" bekannt seien. 

Coronaviren können durch Tröpfchen auf verschiedenen Oberflächen gelangen. Da sie dort für eine gewisse Zeit überleben, erscheint eine Schmierinfektion möglich. Gelangt das Virus an die Hände kann es von dort bei Berührung "auf die Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen übertragen" werden. 

Wie lange das Virus auf Paketen überlebt, ist noch nicht eindeutig erforscht und ist von einigen Faktoren ab: Dazu zählen neben dem "speziellen Virusstamm und der Virusmenge" auch äußere Faktoren wie "Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beschaffenheit der Oberfläche."  

Coronaviren überleben etwa einen Tag auf Karton

Tatsächlich zeigen sich Unterschiede bei der Überlebensdauer der Coronaviren auf verschiedenen Oberflächen. Während das Virus auf Edelstahl und Plastik bis zu drei Tagen "infektiös bleiben kann", sind es auf Karton bis zu 24 Stunden, wie das Bundesinstitut für Risikoforschung schreibt.

Diese Erkenntnisse gehen auf Laboruntersuchungen einer amerikanischen Arbeitsgruppe zurück. Dabei muss beachtet werden, dass sich das Virus in einem Labor unter optimalen Bedingungen anders verhält, als in der Praxis. So sei aufgrund zusätzlicher Faktoren zu erwarten, dass die Stabilität "geringer ist als in der Laborstudie ermittelt". Daher ist davon auszugehen, dass Coronaviren auf Karton bereits früher nicht mehr infektiös sind.

Fazit: Insgesamt ist das Infektionsrisiko über Pakete eher gering. Dennoch sollten die Hände beim Auspacken des Pakets nicht an das Gesicht geführt und hinterher gewaschen werden. So kann das Risiko einer Schmierinfektion weiter reduziert werden. 

 

 

 

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