Bamberg
Alkohol am Lenker

Betrunken Fahrradfahren: Das droht den Verkehrssündern

Alkohol im Blut und mit dem Fahrrad unterwegs? Kann entweder gefährlich oder teuer werden. inFranken.de hat das Wichtigste zur nächtlichen Fahrt.
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Betrunken Fahrrad fahren kann sehr teuer werden. Foto: pexels.com
Betrunken Fahrrad fahren kann sehr teuer werden. Foto: pexels.com
Betrunken auf dem Fahrrad unterwegs: Dieses Phänomen ereilt nicht wenige Menschen.
Man kommt von einer Feier, es war dann doch mehr als nur ein Bier und da steht er nun: Der Drahtesel.
In welchem Zustand ist Fahrradfahren eigentlich strafbar? Aus welchen Gründen darf mich die Polizei anhalten? inFranken.de hat Antworten auf diese Fragen:


Rechtliche Grundlage

Gemäß § 316 des Strafgesetzbuches (StGB) wird bestraft, wer infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, ein Fahrzeug sicher im Verkehr zu führen.

Eines vorneweg: Ja, das Fahrrad ist ein Fahrzeug, nach dieser Definition. Worin sich der angetrunkene Fahrrad- zum angetrunkenen Autofahrer unterscheidet, ist der Promillewert der zu Fahruntüchtigkeit führt: Autofahrer gelten ab einer "Blutalkoholkonzentration" (BAK) von 1,1 Promille als "absolut" fahruntauglich. 1986 legte der Bundesgerichtshof fest, dass die Promillegrenze für Fahrradfahrer bei 1,7 Promille liegt (Grundwert von 1,5 + Sicherheitszuschlag von 0,2).

Aufgrund verfeinerter Messmethoden wurde der Sicherheitszuschlag mittlerweile auf 0,1 gesenkt und man geht von einer Promille-Obergrenze von 1,6 aus. Bei 1,6 Promille befinden sich Radfahrer bereits im sogenannten Rauschzustand. Das bedeutet es treten Orientierungsstörungen, Verwirrtheit, eingeschränkte Bewegungskoordination sowie ein gesteigertes Selbstbewusstsein auf. Im Volksmund wird dieser Zustand auch als "betrunken", "dicht" oder in Franken auch: "bsuffm" bezeichnet.

Ab 1,6 Promille am Lenker droht der Verlust des Führerscheins: Tatsächlich tritt dieser Verlust erst ein, wenn man eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) verweigert oder durch den Test fliegt. Des weiteren können saftige Geldstrafen folgen: Zwischen 1600 und 5900 Euro können an Zahlungen anfallen. Darüber hinaus können bis zu sieben Punkte in Flensburg eingetragen werden.

Wichtig:
Fahrradfahrer, die unter 1,6 Promille im Blut haben und unauffällig fahren, darf die Polizei die Weiterfahrt nicht untersagen.


Bei Rot über die Ampel?

Betrunken auf dem Fahrrad kann es durchaus passieren, dass eine rote Ampel übersehen wird. Die Konsequenz lautet 60 Euro. Gefährdet man Andere oder die Ampel hatte bereits länger als eine Sekunde auf Rot geschalten, können es sogar 100 Euro Strafe sein.
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