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Sabbatical: Worauf Sie achten müssen, wenn Sie eine berufliche Auszeit planen

Das sogenannte Sabbatical liegt voll im Trend. Immer mehr Menschen nehmen sich eine Auszeit von ihrem beruflichen Alltag und verbringen mehrer Monate im Ausland oder auf Reisen. Was man überhaupt unter einem Sabbatical versteht und worauf Sie achten müssen, erfahren Sie hier!
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Unter dem "Sabbatical" versteht man eine (in der Regel) mehrmonatige berufliche Auszeit. Symbolbild: pixabay.com/pexels
Unter dem "Sabbatical" versteht man eine (in der Regel) mehrmonatige berufliche Auszeit. Symbolbild: pixabay.com/pexels

Für viele Menschen klingt es wie ein Traum: Sich einfach mal eine Auszeit gönnen, Abstand von der Arbeit bekommen und sich mal nur auf sich selbst konzentrieren. Was früher unvorstellbar war, ist heute immer häufiger möglich! Der Trend des sogenannten Sabbaticals ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen und wird von immer mehr Arbeitnehmern genutzt.

Hier bekommen Sie einen kurzen Überblick, was ein Sabbatical überhaupt ist und was Sie bei der Planung beachten sollten:

Was ist ein Sabbatical?

Der Begriff Sabbatical kommt aus dem Englischen und leitet sich vom hebräischen Wort "šabat" ab. Dieses bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie "innehalten" oder "ruhen". In der Bibel beschreibt das Wort "Sabbat" ein Ruhejahr in dem kein Sklave mehr auf den Feldern arbeiten soll und das Ackerland brach liegt.

Heute versteht man unter dem Begriff Sabbatical beziehungsweise Sabbatjahr eine berufliche Auszeit. Diese ist in der Regel drei bis zwölf Monate lang und dient dem Arbeitnehmer zur Erholung und persönlichen Weiterentwicklung. Die mehrmonatige Pause soll außerdem zu einer Verbesserung der "Worklife-Balance" beitragen und den Arbeitern einen Motivationsschub für den Wiedereinstieg in das Berufsleben geben.

Seinen Ursprung hat das Sabbatical in den Vereinigten Staaten: Die amerikanischen Professoren nahmen sich eine Auszeit, um sich noch intensiver ihren Forschungen zu widmen. In Deutschland kennt man dieses Prinzip heute unter dem Namen "Forschungssemster".

Ist ein Sabbatical wirklich nötig?

Auf den ersten Blick hört sich ein Sabbatical natürlich verlockend an: Abstand von der Arbeit, die Zeit genießen, sich erholen und persönliche Ziele verfolgen. Jedoch sollte sich jeder bewusst sein, woher der Wunsch einer Job-Auszeit kommt. Wer grundsätzlich mit seiner aktuellen Berufssituation unzufrieden ist, der muss sich im Klaren sein, dass ein Sabbatical kein wirklicher Ausweg aus dem Frust, sondern eher eine zeitweilige Verdrängung ist. Außerdem sollten sich Arbeitnehmer bewusst sein, dass eine mehrmonatige Pause meist nicht gut beim Arbeitgeber ankommt und somit auch eine Karrierebremse darstellen kann.

Was tun während eines Sabbaticals?

Was Sie während ihres Sabbaticals tun, ist ganz Ihnen überlassen. Sie sollten sich jedoch Gedanken machen und sich konkrete Ziele setzten, was Sie während Ihrer Auszeit erreichen wollen, um sinnloses Herumhängen zu vermeiden. Hier finden Sie eine Liste mit Anregungen für ihr Sabbatical:

  • Persönliche Projekte
  • Soziales Engagement (bspw. ehrenamtliches Arbeiten)
  • Berufliche Weiterbildung
  • Auszeit als Elternzeit nutzen
  • Verreisen

Wie wird ein Sabbatical finanziert?

Ein Sabbatjahr ist grundsätzlich für jeden Arbeitnehmer möglich. Allerdings gibt es bestimmte Rahmenbedingungen, die erfüllt werden müssen. Da es in Deutschland keine staatliche Förderung gibt, ist es vom Arbeitgeber abhängig, ob Sie ein Sabbatical machen können und wie es finanziert wird. Ein Einverständnis des Vorgesetzten ist also immer nötig.

Die einfachste und gleichzeitig schwierigste Variante ist der unbezahlte Urlaub: Der Vorteil ist, dass sich ein Sabbatical so auch spontan und relativ schnell organisieren lässt. Der erhebliche Nachteil besteht allerdings darin, dass der Arbeitnehmer selbst voll und ganz für die Finanzierung seiner Auszeit zuständig ist. Außerdem muss sich der Betroffene auch selbst um seine Pflege- und Krankenversicherung kümmern. Ein negativer Einfluss auf die Rente kommt auch noch hinzu. Außerdem: Wer sich für den unbezahlten Urlaub entscheidet, der sollte sich absolut sicher sein, dass er seine Auszeit auch finanziell stemmen kann.

Die gängigere und auch beliebtere Alternative ist das Vor- beziehungsweise Nacharbeiten: Als Arbeitnehmer können Sie weiterhin normal Vollzeit arbeiten, aber weniger Gehalt beziehen. Der dadurch "angesparte" Betrag wird dann während des Sabbaticals ausgeschüttet. Wenn Sie also ein dreimonatiges Sabbatical machen wollen, könnten Sie beispielsweise neun Monate Vollzeit arbeiten, aber nur 75 Prozent ihres Gehalts beziehen, um sich anschließend ihre Auszeit komplett zu finanzieren.

Doch bevor Sie ein Sabbatjahr bei Ihrem Vorgesetzten beantragen, raten wir Ihnen, alle laufenden undpotenziell anfallenden Kosten bereits im Vorfeld durchzurechnen und einen detaillierten Gesamtkostenplanaufzustellen. Hier haben Sie eine kleine Checkliste der typischen Kosten, während eines Sabbaticals:

Tipp:Planen Sie etwas mehr Geld ein, als Sie kalkuliert haben. Lieber bleibt am Ende etwas übrig, als dass Ihnen Ihr Erspartes während der Auszeit einfach ausgeht.

Regelung der Versicherungen während eines Sabbaticals

Nachdem Sie sich intensiv mit den Möglichkeiten der Finanzierung ihres Sabbaticals auseinandergesetzt haben, kommen wir nun zur Regelung der Sozialversicherungen. Besonders hervorzuheben sind hier bei die Krankenversicherung und die Rentenversicherung.

Arbeitnehmer, die sich für die Finanzierungsvariante des Vor- bzw. Nacharbeitens entschieden haben, brauchen sich nicht weiter um ihre Sozialversicherungen kümmern. Im Regelfall kümmert sich weiterhin der Arbeitgeber um die Beiträge der Sozialversicherung.

Wer sich hingegen für den unbezahlten Urlaub entscheidet und länger als einen Monat Auszeit macht, der muss sich um seinen Sozialversicherungen selbst kümmern. Sollten Sie sich jedoch nur für einen Monat freistellen lassen, profitieren Sie weiterhin von ihrem Sozialversicherungsschutz.

Tipp:Wir raten Ihnen bei unbezahltem Urlaub weiterhin in ihre Rentenversicherung einzuzahlen, um eine Beitragslücke zu vermeiden.

Tipp: Lassen Sie sich während ihrer Planungen umfassend beraten und besuchen Sie ihre Krankenversicherung. Die wichtigsten und häufigsten Fragen lassen sich meistens schnell beantworten.

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