Einzelne Menschen stehen mit großem Abstand zueinander auf dem Friedhof und vor ihnen liegt ein geschlossener Sarg. Die Menschen nehmen Abschied, bekunden ihr Beileid und müssen nach der Trauerrede sofort wieder gehen. Erst als alle den Friedhof verlassen haben, wird der Sarg desinfiziert und beerdigt. Es gibt kein Kondolenzbuch und Händeschütteln als Beileidsbekundung gibt es ebenfalls nicht: So oder so ähnlich sehen in Zeiten der Corona-Pandemie Beerdigungen aus. 

Neue Trauerkultur: So sehen digitale Friedhöfe aus

Beileidsbekundungen sind leblos geworden und das in ganz Deutschland - bestätigt auch Robert Kraus. Er ist seit 25 Jahren Bestatter und laut eigenen Aussagen gebe es "fast nichts", was er nicht schon erlebt hätte. Zurzeit, so sagt der 49-Jährige, sei "es ein seltsames Gefühl". Besonders schlimm sei für ihn, dass "keine normale Trauerkultur mehr möglich" sei. Wobei diese ohnehin auch vor Corona nicht immer die schönste Art des gemeinsamen Trauerns war. Es gäbe mittlerweile deutlich umfassendere Möglichkeiten.

Neues Trauern und Gedenken während und nach Corona

Er berichtet: "Trauergespräche finden nur noch hinter Plexiglasscheiben statt. Es gibt keine Begrüßung und Beileidsbekundung per Handschlag. Außerdem gibt es auch keine langen Gespräche zur Trauerbewältigung und Aufarbeitung. Selbst die Pfarrer arbeiten im verkürzten Verfahren, denn diese Sicherheitsmaßnahmen müssen aufgrund der riskanten Lage bei der Planung, sowie der Bestattung selbst immer gegeben sein.

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Dass die derzeitige Situation schwierig ist, erkennt auch die Trauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper. "Corona wird sicherlich die Trauer grundsätzlich verstärken, weil alles so unberechenbar und verrückt ist", erklärt sie gegenüber der katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Doch Trauer sei auch ohne die Pandemie schon schwer zu verarbeiten. Die aktuell herrschende Krise verstärke diese allerdings noch, so Schroeter-Rupieper. Vielerorts kann nur der engste Familienkreis zusammenkommen: Das sind Ehepartner, Eltern und Kinder. Ausgeschlossen sind bei dieser Maßgabe jedoch Geschwister, Freunde, Bekannte oder Enkel. Die Expertin rät Betroffenen, sich über alternative Formen des Abschiednehmens zu informieren. Zwar seien beispielsweise ein Brief oder Blumen im bereits ausgehobenen Grab etwas Tröstliches, doch digitale Möglichkeiten reichen heute viel weiter. 

Alternative Formen des Abschiednehmens

"Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dass wir uns neue Worte einfallen lassen, die sinnvoll sind und zu uns passen", so Schroeter-Rupieper. Bislang habe man dem Betroffenen immer die Hand entgegengestreckt oder ihn in den Arm genommen. Was mittlerweile möglich ist, geht jedoch weit über bloße Worte hinaus.

Beileidsbekundungen via Internet: Hilft das wirklich?

Auch Alexander Helbach, Pressereferent der Verbraucherinitiative für Bestattungen "Aeternitas", sieht in digitalen Alternativen zur Beileidsbekundung großes Potenzial. Plattformen im Internet wie etwa trauer.inFranken.de könnten nicht nur in Zeiten der Coronavirus-Pandemie eine Alternative für Trauernde sein. Hier erhält man die Möglichkeit, online Gedenkstätten zu errichten und mit anderen Trauernden in Kontakt zu treten. Eine solche virtuelle Grabstätte kann dann auch mit Bildern und Videos sowie Nachrufen ergänzt werden. Eine von vielen Formen, in Zeiten von "Social Distancing", seine Beileidsbekundungen auszusprechen. Der Vorteil: Alle Menschen, egal wo auf der Welt, können diesen virtuellen Gedenkort jederzeit besuchen. Und wer meint, diese technische Lösung sei emotional nicht passend, der erinnere sich nur daran, wie bei Filmen oder erhebenden Liedern Stimmung aufkommt. 

Virtuell trauern: Tipps und Gedenkseiten auf trauer.inFranken.de

Nach dem Ableben des geliebten Menschen, können sich im Netz Gemeinschaften bilden. Virtuelle Gedenkkerzen oder Gedenkseiten sind hierfür eine hervorragende Chance. Wer sich einen Eindruck von den heutigen Möglichkeiten machen möchte, findet auf trauer.inFranken.de ausführliche Beschreibungen, Beispiele und Anleitungen.

Verstorbene auf ewig in Erinnerung behalten

Besonders schön kann beim Gedenken jedoch auch die Aufgabe sein, ein Erinnerungsalbum anzulegen, das extra für die Hinterbliebenen bestimmt ist. Genauso, wie Menschen sich über ihre eigene Trauerfeier und Beisetzung Gedanken machen, empfiehlt es sich heutzutage, sich auch mit seinem digitalen Erbe auseinanderzusetzen. Für stetig mehr Hinterbliebene ist es tröstlich, ihre Verstorbenen auf einem virtuellen Friedhof zu wissen. Dort, etwa auf trauer.inFranken.de, können sie jederzeit besucht werden und bleiben lebendiger in Erinnerung. Längst werden Gottesdienste im Netz übertragen und Traueranzeigen stehen auch online. Für immer mehr Menschen wird in diesem Zuge auch das virtuelle Andenken zu einer tröstlichen Gelegenheit, möglichst viele Menschen um den Verstorbenen versammelt zu wissen. So bekommt jeder Betroffene die Gelegenheit, dem Verstorbenen trotz Einschränkungen die letzte Ehre zu erweisen.

Auf dem virtuellen Friedhof trauer.inFranken.de finden Sie nicht nur Gedenkseiten, sondern auch Bestatter der Region im Branchenbuch sowie Infos und Unterstützung für den Trauerfall.

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