• Massive Umweltverschmutzung durch weggeworfene Zigarettenstummel
  • Folgen für die Natur
  • Wie lange brauchen Zigarettenstummel, um zu verrotten?
  • Waldbrände durch achtlos weggeworfene Zigaretten
  • Zigarettenstummel richtig entsorgen

Im Jahr 2020 stellte statista.com fest, dass pro Tag bei uns in Deutschland rund 202 Millionen Zigaretten geraucht wurden. Etwa zwei Drittel davon wurden demnach einfach am Ort des Geschehens weggeworfen. Mit jeder weggeworfenen Zigarette dringen allerdings zig verschiedene Giftstoffe, wie etwa das Nervengift Nikotin, Arsen, Blei, Kupfer, Chrom, Kadmium, Formaldehyd, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und viele weitere schädliche Substanzen in unseren Boden ein und verseuchen diesen. Pro weggeschnipptem Zigarettenstummel werden zwischen 40 und 60 Liter Grundwasser vergiftet. Wie sich das auf die Natur und unsere Umwelt auswirkt und welche Folgen das hat, haben wir hier für dich zusammengefasst.

Sondermüll Zigarettenstummel

Aufgrund der 7000 verschiedenen, nachgewiesenen Giftstoffe, die sich in Zigarettenstummeln befinden, sollten sie keinesfalls leichtfertig und achtlos dort weggeworfen werden, wo man gerade geht und steht. Genaugenommen gelten Zigarettenstummel eindeutig als Sondermüll, der entsprechend entsorgt werden sollte. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO landet jedoch jährlich eine unglaubliche Menge an Zigarettenstummeln in unserer Umwelt. Geschätzt werden zwischen 340 und 680.000 Tonnen weltweit. Bis ein Zigarettenstummel in der Natur verrottet, kann es zwischen 10 und 15 Jahre dauern. Nun kann sich, wer möchte, gerne ausrechnen, was das für eine enorme Belastung für unseren Planeten bedeutet.

Forschende der Universität San Diego konnten bereits feststellen, wie toxisch und tödlich sich das in den Zigaretten enthaltene Gift auf Meeresbewohner und Süßwasserlebewesen auswirkt, nachdem es in den natürlichen Wasserkreislauf eingespült wurde. Neben einem qualvollen Tod für Fische, Säuger und niedere Tiere bedeutet es langfristig, dass die Tiere Verhaltensstörungen entwickeln und Genveränderungen stattfinden können. Eingelagertes Gift in Fischen hat auch für uns Menschen eine negative Auswirkung, sobald sie gefischt und zum Verzehr angeboten werden. Fische, Vögel, Meeressäuger und Wasserschildkröten können an achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel verenden, wenn sie diese mit Nahrung verwechseln und fressen.

Auch Pflanzen, die die Giftstoffe der Zigaretten über ihre Wurzeln aufnehmen, können massive Folgeschäden, bis hin zum Absterben, entwickeln. Verunreinigtes Grundwasser durch weggeworfene Kippen kann ganze Ökosysteme schädigen. Des Weiteren lagern sich Giftstoffe genauso in den Pflanzen ein, die wir möglicherweise verzehren. Auch wenn ein Zigarettenfilter zunächst wie Watte aussieht, ist es ein nur schwer abbaubarer Sondermüll, der Jahrzehnte lang im Meer treiben kann. Aber nicht nur für den ein oder anderen Raucher weit entfernte Meerestiere leiden an den Folgen von weggeworfenen Zigarettenstummeln. Auch für die Kinder vor der eigenen Haustüre sind die weggeschnippten Kippen ein großes Gesundheitsrisiko. Die meisten Nikotinvergiftungen entstehen durch verschluckte Zigarettenstummel.

Brandgefährliche Zigarettenstummel

Zigaretten bergen, neben den gesundheitlichen Risiken und den Risiken für die Umwelt, noch mehr Gefahren. Zum Beispiel können Wald- oder Flächenbrände wegen einer unachtsam weggeworfener Zigarettenkippe entstehen. Was viele Raucher nicht bedenken, ist, dass Zigaretten spezielle Brandbeschleuniger enthalten, die die Glut so gut und so lange es geht am Leben erhalten. Zigarettenglut wird bis 1000 °C heiß und glimmt unterschätzt lange vor sich hin.

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Laut der R+V Versicherung zahlt den Schaden der Raucher, wenn ihm die Brandursache durch eine weggeworfene Zigarette nachgewiesen werden kann. In unseren deutschen Wäldern brennt es rund tausendmal im Jahr. Viele dieser Brände entstehen durch achtlos weggeworfene Zigarettenstummel, obwohl in den meisten Bundesländern von März bis Oktober Rauchverbot im Wald gilt. In Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern herrscht sogar ein ganzjähriges Rauchverbot in den Wäldern. Wird man rauchend im Wald erwischt, kann das hohe Bußgeldstrafen und eine Anzeige nach sich ziehen.

Eine große Entlastung für die Mitmenschen und die Umwelt ist es, wenn die Zigarettenüberreste fachgerecht vom Raucher entsorgt werden, anstatt auf dem Boden zu landen. Die fachgerechte Entsorgung erfolgt über die Restmülltonne. Es gibt mittlerweile auch praktische Handaschenbecher* für unterwegs. Diese sind verschließbar und gut zum Mitnehmen geeignet. Des Weiteren gibt es Sammelstationen für Zigarettenstummel, die die Reste der Zigarette recyceln. Keinesfalls sollten die gerauchten Zigaretten jedoch neben dem Boden, auf dem Kompost oder in der Toilette landen. Auch von dort aus gelangen die gefährlichen Giftstoffe in das Wassersystem und können fatalen Schaden anrichten.

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