In ein paar Tagen ist es wieder so weit: Die Umstellung auf Sommerzeit steht an. Viele werden sich ärgern, andere werden sich freuen. Die Meinungen gegen die Umstellung auf Sommerzeit gehen sehr weit auseinander. Die einen sind empört, weil ihnen eine Stunde schlaf "geklaut" wird und die anderen nehmen das gerne in Kauf, weil es jetzt wieder "länger" hell bleibt. Doch sollte die Umstellung der Zeit nicht eigentlich längst abgeschafft werden? Diese Frage und wie die Zeitumstellung mit Corona gekoppelt ist, erfahren Sie im Folgenden. 

Zeitumstellung auf Sommerzeit: Wann werden die Uhren umgestellt?

  • Am Sonntag (28. März 2021) ist es so weit - die Uhren werden in Deutschland umgestellt.
  • In der Nacht von Samstag auf Sonntag, um 02.00 Uhr nachts, wird die Uhr auf 03.00 Uhr vorgestellt - das bedeutet eine Stunde weniger Schlaf.
  • Die EU-Kommission hatte 2018 geplant, die Zeitumstellung abzuschaffen.
  • Derzeitiger Stand ist jedoch, dass die Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit erst nach 2021 abgeschafft wird.
  • Über die fest geltende Zeit müssen sich die EU-Mitgliedsstaaten aber noch beraten - bisher ist dazu nicht viel passiert

Im Gegensatz zur Umstellung auf die Winterzeit wird bei der Umstellung auf die Sommerzeit die Uhr eine Stunde nach vorne gestellt. Das bedeutet: In dieser Nacht bekommen wir eine Stunde weniger Schlaf ab. Deshalb ist es ratsam, an diesem Tag etwas früher schlafen zu gehen als üblich. Die Zeitumstellung am 28. März 2021 hat zur Folge, dass es früh zwar länger dunkel bleibt, aber es dafür am Abend länger hell ist. Um sich merken zu können, wie die Uhren umgestellt werden, gibt es eine Eselsbrücke: "Im Frühling stellt man die Gartenmöbel vor die Türe, im Herbst räumt man sie wieder zurück in den Schuppen." Oder noch einfacher: "Sommer vor, Winter hinter".

Die Sommerzeit gilt einheitlich in allen EU-Mitgliedsstaaten, aber auch in den Landesteilen, die in der Nähe der EU liegen. Somit gilt diese Regelung ebenfalls für die Schweiz: Obwohl die Alpenrepublik kein EU-Land ist, wird dort zeitgleich wie in Deutschland, Italien oder Österreich die Uhr auf Sommerzeit umgestellt. Die Uhren werden jeweils am letzten Sonntag im März vorgestellt und am letzten Sonntag im Oktober wieder zurück. 

Zeitumstellung in Deutschland: Stellt sich meine Uhr von alleine auf Sommerzeit um?

  • Funkuhren auf dem Nachttisch stellen sich von selbst um. Bei Fernsehern gilt das ebenfalls. Die Umstellung auf Sommer- beziehungsweise Winterzeit erfolgt durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) im niedersächsischen Braunschweig. Durch die Wissenschaftler des Instituts wird das entscheidende Signal übermittelt.
  • Bei Armbanduhren sowie Wanduhren gilt dies nicht: Die Umstellung auf die Winterzeit muss also von Hand gemacht werden.

Zeitumstellung auf Handys und Smartphones: Was muss ich beachten?

  • Egal ob iPhone oder Android-Handy - die Umstellung der Zeit erfolgt automatisch. Dabei ist jedoch wichtig, dass die entsprechende Funktion aktiviert ist.
  • Um die Funktion bei iPhones zu aktivieren, klickt man auf "Einstellungen". In diesem Ordner findet man unter "Allgemein" die Option "Datum & Uhrzeit". Darin muss der Punkt "Automatisch einstellen" aktiviert werden.
  • Bei Android-Smartphones muss man ebenfalls unter "Einstellungen" auf "Datum & Uhrzeit" klicken und dort "Autom. Datum/Uhrzeit" aktivieren.

Abschaffung der Zeitumstellung: Das sind die Pläne der EU

Die Europäer sind sich weitestgehend einig: Die Zeitumstellung soll abgeschafft werden. Dies ergab eine Umfrage im Herbst 2018. Demnach sprechen sich 84 Prozent für die Abschaffung der Zeitumstellung aus. Unter den 4,6 Millionen Teilnehmern der Studie waren rund drei Millionen Deutsche. Dies berichtet die Deutsche-Presse-Agentur (dpa).

Die eigentlich für 2019 geplante Abschaffung der Zeitumstellung musste die EU-Kommission jedoch verschieben. Die Pläne der Kommission hätten vorgesehen, dass die Umstellung auf Sommerzeit im März 2019 das letzte Mal vorgenommen worden wäre. In Staaten mit Winterzeit wäre die letzte Umstellung im Herbst erfolgt. Mitgliedsstaaten der EU forderten jedoch mehr Vorlaufzeit, um eine Entscheidung zu treffen. Als Kompromiss schlug Österreich deshalb vor, 2021 die Zeitumstellung abzuschaffen. Laut der dpa liegt für diesen Vorschlag eine breite Zustimmung vor.

Unabhängig von den Plänen der EU, liegt die Festlegung, welche Zeit ganzjährig gelten soll, im Ermessen des jeweiligen EU-Staates. Legen also alle Staaten ihre eigene Zeit fest, könnte es zu einem europäischen Flickenteppich aus Zeitzonen kommen.

"Frühestens 2021 ist es so weit, dass die Zeitumstellung beendet wird, sagte Norbert Hofer, Verkehrsminister Österreichs und Vorsitzender der EU-Länder, laut dpa. Peter Altmeier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, positionierte sich hingegen klar: Die Mehrheit der Deutschen habe eine eindeutige Präferenz. Deshalb plädiere er für eine Abschaffung der Zeitumstellung und eine dauerhafte Sommerzeit, so Altmaier im Interview mit der Funke Mediengruppe.

Derzeit existieren drei Zeitzonen in der EU:

  • In Deutschland sowie 16 weiteren Staaten herrscht die gleiche Uhrzeit - die "MEZ", die sogenannte "Mitteleuropäische Zeit". Zur "MEZ"-Zone zählen Spanien, Polen, Kroatien, Italien, Dänemark, Frankreich, Belgien, Österreich und die Niederlande.
  • Auf Zypern, in Finnland, Rumänien, Litauen, Estland, Lettland, Griechenland und Bulgarien gilt die sogenannte "OEZ" - die "Osteuropäische Zeit". Diese Länder sind eine der "MEZ" eine Stunde voraus.
  • Zudem gibt es eine dritte Zeitzone - die "WEZ", das ist die "Westeuropäische Zeit". Irland, Portugal und Großbritannien sind darin enthalten.

Peter Liese (CDU), Abgeordneter im EU-Parlament sieht kein Problem darin, dass EU-Staaten unterschiedliche Sommer- beziehungsweise Winterzeit-Modelle anwenden: "Portugal hat eine andere Zeit als Spanien, und Finnland hat eine andere Zeit als Schweden. Daher wäre es kein Problem, wenn sie einige Mitgliedsstaaten für die ständige Winterzeit und andere für die ständige Sommerzeit aussprechen". Der CDU-Politiker betonte jedoch, dass es eine einheitliche Entscheidung bezüglich der Abschaffung der Zeitumstellung geben müsse, insbesondere vor dem Hintergrund eine EU-weiten Binnenmarktes.

Winterzeit: Die Zeitumstellung senkt nicht den deutschen Stromverbrauch

Das Umweltbundesamt gab bekannt, das senkt die Zeitumstellung den Stromverbrauch in Deutschland tatsächlich nicht wie erhofft senkt. Im Sommer schaltet man am Abend zwar weniger das Licht an, dafür werde aber im Frühjahr und Herbst deutlich mehr geheizt. "Durch das Vor- und Zurückstellen der Uhren sparen wir keine Energie", heißt es in der Stellungnahme. Auch aus der Wirtschaft hagelte es Kritik an der Zeitumstellung. Der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kritisierte die Zeitumstellung in der Pressemitteilung: "Die deutsche Energiewirtschaft kann seit Jahren keine Sparwirkung durch den Dreh am Zeiger erkennen." Der Verband forderte stattdessen den Hebel bei der Energieeffizienz anzusetzen. Wer etwas für die Umwelt tun möchte, könne bei Geräten wie Heizungen ansetzen. Oftmals seien Heizungen älter als 20 Jahre. Diese Geräte entsprächen nicht dem Stand der Technik und produzieren hohe CO2-Emissionen, so der BDEW.