• So erkennst du ein Wespennest
  • Wissenswertes rund um die Entfernung
  • Fachgerechte Nestentfernung
  • Fazit

Das Summen der Insekten stört meist schon dann, wenn man draußen etwas isst und sie ständig um einen herum schwirren. Noch lästiger wird es dann, wenn sie ein Nest auf deinem Grundstück bauen. Vor der Entfernung des Nests gilt es jedoch, wichtige Dinge zu beachten.

Wespennest auf dem Grundstück: Wann ist die Feuerwehr der richtige Ansprechpartner?

Ein Wespennest muss in jedem Fall von einem*r Expert*in entfernt werden. Das kann ein*e Imker*in oder ein*e Kammerjäger*in sein. Laut dem Amt für Zivil- und Brandschutz/ Berufsfeuerwehr der Stadt Würzburg, ist in einigen Fällen die Feuerwehr der richtige Ansprechpartner.

Das ist der Fall, wenn "ein überwiegend öffentliches Interesse“ besteht. Darunter fallen beispielsweise Wespennester, die in der Nähe von Kindern gefunden wurden und oder deshalb Gefahr im Verzug ist. "Bitte beachten Sie, dass, wenn die Feuerwehr tätig wird, Kosten anfallen können", schreibt die Stadt Würzburg am Dienstag (2. August) in einer Pressemitteilung.

Zunächst einmal ist es nicht so einfach, das Wespennest einfach so zu entfernen, wie du es vielleicht vermuten würdest. Es sprechen einige Gründe dagegen. Einerseits können die Tiere stark aggressiv werden, wenn sie sich von dir bedroht fühlen, andererseits stehen sie unter Naturschutz, sodass es dir zusätzlich aus gesetzlicher Sicht gar nicht erlaubt wäre, sie einfach zu stören.

So sieht das Nest aus

Grundsätzlich handelt es sich bei einem Wespennest um einen von Wespen erbauten Unterschlupf, in welchem die gesamte Kolonie lebt. Du erkennst das Nest an der grauen bis hellbeigen Farbe sowie dem Außenmaterial, welches etwas an Altpapier erinnern kann. In der Regel ist die Wespenbehausung rund und erreicht eine Größe von circa 50 cm Durchmesser. Häufig bauen die Insekten in Erd- oder Holzlöchern, dunklen Dachböden und Geräteschuppen. Je nach Art der Wespen leben mehrere Tausende Insekten in dem Nest.

Wespen stehen unter Naturschutz. Festgehalten ist dies in Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes. Dies bedeutet für dich, dass du sie als wilde Tiere in der natürlichen Existenz nicht stören darfst. Entfernst du ein Nest unsachgemäß, drohen dir hohe Strafen. Die erste Frage, die du dir also stellen solltest, ist, ob es wirklich notwendig ist, das Nest zu entfernen.

Eine schnelle Entfernung ist sinnvoll, wenn es sich in der Nähe von besonders gefährdeten Menschen wie Senior*innen, Allergiker*innen oder Kindern befindet. Ist dies nicht der Fall, könntest du es entfernen, wenn die Wespen nach der Sommersaison ihr Nest verlassen haben. Dies ist in der Regel gegen November der Fall.

Die richtige Entfernung des Wespennestes

Wespen können zu einer Gefahrenquelle für besonders gefährdete Menschen werden. Infolgedessen sollte der Ort des Nestes bis zur Entfernung gemieden und/oder abgegrenzt werden. Eine Entfernung muss durch eine Fachperson erfolgen. Solche sind beispielsweise Imker*innen, Kammerjäger*innen oder die lokale Feuerwehr. Um eine Fachperson zu finden, kannst du bei den Naturschutzbehörden der Stadt- und Landkreisverwaltung oder bei einem Naturschutzverbund wie dem NABU nachfragen. Die Kosten betragen rund 80 bis 150 Euro und müssen von Besitzer*innen des Grundstücks, auf dem sich das Nest befindet, getragen werden. Bei einer Entfernung werden die Wespen entsprechend dem Naturschutz nicht getötet, sondern lediglich umgesiedelt. Die Behausung der Insekten wird abgekratzt und an einen Ort gebracht, an dem sie niemanden stören, sodass sie dort in Ruhe weiter leben können.

Von einer selbstständigen Entfernung wird dringlichst abgeraten. Spezialist*innen haben nicht nur besondere Sicherheitsvorkehrungen, die sie vor Wespenangriffen schützen, sondern außerdem einiges an Erfahrung. Eine eigenständige Entfernung mit Rauch oder Insektengift birgt Gesundheitsrisiken für dich und du läufst Gefahr, gegen die Naturschutzvorschriften zu verstoßen.

Die meisten der rund 600 Wespenarten, die in Deutschland und den Nachbarländern heimisch sind, gelten als harmlos. Die zwei Wespenarten, die uns lästig werden können, sind die Gemeine und die Deutsche Wespe. In vielen Fällen ist die schnelle Entfernung des Nestes gar nicht nötig und du könntest dich entscheiden, bis zum Winter zu warten. Mit Einbruch der kalten Jahreszeit sterben die Wespen ohnehin, sodass du das verlassene Nest gegen November abkratzen kannst.

Fazit

Grundsätzlich solltest du immer im Hinterkopf behalten, dass Wespen keine aggressiven Insekten sind, sofern sie sich nicht bedroht fühlen. Um die Tiere nicht zu reizen, sollte man heftige Bewegungen vermeiden und sie nicht wegpusten. Ein Stich kann schmerzhaft werden oder allergische Reaktionen hervorrufen.

Ob ein Nest entfernt werden muss, sollte im individuellen Fall entschieden werden. Befindet es sich in der Nähe einer besonders gefährdeten Person, sollte schnellstmöglich eine Fachperson zur Entfernung zurate gezogen werden. Andernfalls bietet es sich an, bis zum Winter zu warten und das verlassene Nest abzukratzen. Wichtig ist, dass du die Tiere nicht tötest oder versuchst, ihr bewohntes Nest selbstständig zu entfernen.

Lesetipp: Erste Hilfe bei einem Wespenstich