• Im Dezember können sich viele auf Weihnachtsgeld freuen
  • Aber Achtung: Wer hat überhaupt Anspruch auf Weihnachtsgeld?
  • Weihnachtsgeld 2021: Wie hoch ist die Sonderzahlung?
  • Steuerliche Abzüge: Worauf du beim Weihnachtsgeld achten solltest

Beim Weihnachtsgeld handelt es sich um eine Sonderzahlung der Unternehmen an die Mitarbeitenden. Ausgezahlt wird es oftmals mit dem Lohn im November. Viele Beschäftigte können auch im Jahr 2021 fest mit dem Weihnachtsgeld rechnen. Doch eine Untersuchung des gewerkschaftlichen WSI-Tarifarchivs zeigt, im vergangenen Jahr erhielten nur 53 Prozent der Arbeitnehmenden in Deutschland die Sonderzahlung. 

Weihnachtsgeld 2021: Wer Anspruch hat - und wer leer ausgeht

Ganz grundsätzlich haben Arbeitnehmende keinen Anspruch auf die Auszahlung von Weihnachtsgeld. Der Arbeitgeber*innen darf nach eigenem Ermessen entscheiden, solche Sonderzahlungen zu leisten oder eben nicht. Ein Anspruch auf Weihnachtsgeld kann sich aber in folgenden Fällen ergeben:

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  • Wenn im Einzelarbeitsvertrag ein Weihnachtsgeld zugesichert wurde.
  • Wenn solche Sondervergütungen im Tarifvertrag festgehalten wurden und dieser für das Unternehmen gilt.
  • Wenn der Arbeitgeber mindestens 3 Jahre vorbehaltlos Weihnachtsgeld bezahlt hat. Dies bezeichnet man als "betriebliche Übung".
  • Wenn in einer Betriebsvereinigung Weihnachtsgeld zugesichert wurde.
  • Wenn alle Mitarbeiter Weihnachtsgeld bekommen, dürfen einzelne Mitarbeiter davon nicht ausgeschlossen werden. Dies richtet sich nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz.

Die höchsten Chancen auf den Erhalt von Weihnachtsgeld, haben Mitarbeitende bei Unternehmen, die an einen Tarifvertrag gebunden sind. Laut des Statistischen Bundesamt erhalten 87,2 Prozent der Tarifbeschäftigten in Deutschland 2021 Weihnachtsgeld.

Höhe des Weihnachtsgeldes 2021: In diesen Jobs gibt es das meiste Geld

Die Höhe des Weihnachtsgeldes und anderen Sondervergütungen hängt davon ab, was in der rechtlichen Grundlage, zum Beispiel im Tarifvertrag, festgelegt wurde. Auch hier gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz. Mitarbeitende dürfen nicht ohne sachlichen Grund unterschiedlich behandelt werden. 

Laut den Informationen des Statistischen Bundesamtes liegt die Höhe des Weihnachtsgeldes aller Tarifbeschäftigten im Jahr 2021 in Deutschland durchschnittlich bei 2.677 Euro brutto. Dies stellt eine Steigerung des Weihnachtsgeldes um 1,9 Prozent zum Vorjahr dar. Außerdem ist das durchschnittliche Weihnachtsgeld mit 2.695 Euro im Westen um 5,5 Prozent höher als im Osten. Dort erhalten Tarifbeschäftigte durchschnittlich 2.554 Euro. Dafür haben im Osten anteilig etwas mehr Beschäftigte einen Anspruch auf Weihnachtsgeld. In diesem Jahr erhalten 88 Prozent im Osten und 87 Prozent im Westen die Sondervergütung.

Trotzdem bleibt die Höhe des Weihnachtsgeldes stark branchenabhängig. Ein überdurchschnittliches Weihnachtsgeld fällt 2021 beispielsweise im Bereich "Kokerei und Mineralölverarbeitung" aus. Dort wird den Tarifbeschäftigten durchschnittlich Weihnachtsgeld in Höhe von 5.651 Euro gezahlt. Auch im Bereich "Herstellung von chemischen Erzeugnissen" mit 5.369 Euro und im Bereich "Energieversorgung" mit 5.369 Euro fällt das Weihnachtsgeld überdurchschnittlich aus. Das niedrigste Weihnachtsgeld erhalten laut Mitteilung Tarifbeschäftigte im Bereich "Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften". Hier wird durchschnittlich 301 Euro gezahlt. Zudem erhalten Beschäftigte im Bereich "Gastgewerbe" unterdurchschnittliches Weihnachtsgeld. Sie erhalten 861 Euro.

Weihnachtsgeld 2021: Das musst du bei der Steuer beachten

Das Weihnachtsgeld ist steuerlich gesehen kein Arbeitslohn, sondern zählt wie Abfindungen und Urlaubsgeld zu den sogenannten "sonstigen Bezügen". Trotzdem muss die einmalige Sonderzahlung voll versteuert werden. Dabei bleibt oft weniger vom Weihnachtsgeld übrig, als zuvor erwartet.

Vom Arbeitgeber wird zunächst der voraussichtliche Jahresarbeitslohn ohne Weihnachtsgeld ermittelt und daraus wird die fällige Lohnsteuer abgeleitet. Im nächsten Schritt ermittelt der Arbeitgeber dann den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn unter Einbeziehung des Weihnachtsgeldes. Die Lohnsteuer wird auch wieder davon abgeleitet. Die Differenz, die sich zwischen den beiden Steuerbeträgen ergibt, ist dann die Lohnsteuer, die vom Weihnachtsgeld einbehalten wird.

Da es sich um eine Einmalzahlung handelt, steigt der Steuersatz. Daher zahlt man in der Regel mehr Lohnsteuer für die Sonderzahlung als für den regelmäßigen Lohn. Mehr zum Thema Steuern findest du in diesem Artikel.

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