• Amtliche Unwetterwarnungen: Das bedeuten die Warnstufen und ihre Farbskala
  • Von Dauerregen bis Tauwetter: Wetterereignisse und ihre Auswirkungen im Überblick
  • Wie sollte man sich jeweils verhalten? 

Die schweren Niederschläge in diesem Sommer haben gezeigt, wie wichtig Unwetterwarnungen sind - und dass jeder wissen sollte, was sie zu bedeuten haben. Hier stellen wir die verschiedenen Warnstufen, Warnkriterien, Wetterereignisse und richtige Verhaltensweisen vor. 

Wetter: Diese Amtlichen Warnstufen des DWD gibt es

Der deutsche Wetterdienst (DWD) unterscheidet insgesamt vier Warnstufen.

Diese werden anhand einer Farbskala gekennzeichnet und durch einige weitere Kategorien ergänzt: 

  • Stufe 1: Amtliche Warnungen (Gelb). Hier können wetterbedingte Gefährdungen auftreten, die in einem gewöhnlichen Rahmen ablaufen. Wenn diese Warnstufe vorliegt und du dich im Freien aufhalten möchtest, solltest du die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen. 
  • Stufe 2: Amtliche Warnung vor markantem Wetter (Orange/Ocker). Auch in dieser Stufe ist das jeweilige Wetterereignis nicht ungewöhnlich. Es besteht jedoch mancherorts erhöhte Gefahr, weshalb Vorsicht geboten ist. 
  • Stufe 3: Amtliche Unwetterwarnung (Rot). Ist diese Stufe erreicht, sind die zugrundeliegenden Unwetter sehr gefährlich und meist weit verbreitet. Nun sind Aufenthalte im Freien zu vermeiden und regelmäßiges Informieren über die Wetterentwicklung unverzichtbar. 
  • Stufe 4: Amtliche Warnung vor extremen Unwetter (Dunkelrot). Bei der Höchststufe besteht Lebensgefahr. Große Flächen drohen zerstört zu werden. Hier sollte man unbedingt die Wettersituation verfolgen, auf ungewöhnliche Maßnahmen gefasst sein und sich an die Anweisungen der örtlichen Behörden halten. 
  • Neben den vier Warnstufen gibt es eine Vorwarnstufe. Diese wird schraffiert gekennzeichnet und dann eingesetzt, wenn ein Unwetter vorhersehbar ist, jedoch noch nicht feststeht, wo, wann und wie stark es sich ausbreiten wird.
  • Lila bzw. Violett signalisiert erhöhte Hitze- oder UV-Warnung. Zu erwarten sind eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit, annähernde Windstille und intensive Sonneneinstrahlung. 
  • Grün bedeutet: Alles ist in Ordnung, es geht keine Gefahr vom Wetter aus. 

Jedes Wetterereignis kann in diese Abstufung eingeordnet werden. 

Stark- und Dauerregen

Sowohl Stark- als auch Dauerregen lassen sich in die Warnstufen 2 bis 4 einordnen. Grundlage für die Messungen ist die Menge des Niederschlages, welche in verschiedenen Zeitintervallen überprüft wird. 

  • Stufe 2 (Starkregen): 15 bis 25 l/m² in 1 Stunde, 20 bis 35 l/m² in 6 Stunden
  • Stufe 2 (Dauerregen): 25 bis 40 l/m² in 12 Stunden, 30 bis 50 l/m² in 24 Stunden, 40 bis 60 l/m² in 48 Stunden, 60 bis 90 l/m² in 72 Stunden. 
  • Stufe 3 (Heftiger Starkregen): Starkregen: 25-40 l/m² in 1 Stunde, 35-60 l/m² in 6 Stunden
  • Stufe 3 (Ergiebiger Dauerregen): 40-70 l/m² in 12 Stunden, 50-80 l/m² in 24 Stunden, 60-90 l/m² in 48 Stunden, 90-120 l/m² in 72 Stunden
  • Stufe 4 (Extrem heftiger Starkregen): Starkregen: > 40 l/m² in 1 Stunde,> 60 l/m² in 6 Stunden
  • Stufe 4 (Extrem ergiebiger Dauerregen): > 70 l/m² in 12 Stunden, > 80 l/m² in 24 Stunden, > 90 l/m² in 48 Stunden, > 120 l/m² in 72 Stunden

Auswirkungen: Was dieses Wetterphänomen so gefährlich macht, sind nicht die Niederschläge, sondern die Folgen davon. Stark- und Dauerregen bringen enorme Wassermengen mit sich, die für Überschwemmungen, Überflutungen oder Erdrutsche sorgen können. Sind Stark- oder Dauerregen vorhergesagt, sollte man unbedingt alle Fenster, Türen und Dachluken schließen. 

Schneefall, Schneeverwehungen

Schneefall und Schneeverwehungen lassen sich den Warnstufen 1 bis 4 zuteilen. Entscheidend dafür ist nicht nur die Größe der Schneedecke, sondern auch die Höhenlage des jeweiligen Gebiets: 

  • Stufe 1 (Leichter Schneefall): bis 5 cm in 6 Stunden, bis 10 cm in 12 Stunden, bis 15 cm in 24 Stunden, bis 20 cm in 48/72 Stunden
  • Stufe 2 (Schneefall): In Lagen bis 800 Meter (Flachland): 5 bis 10 cm in 6 Stunden, 10 bis 15 cm in 12 Stunden, 15 bis 30 cm in 24 Stunden,20 bis 40 cm in 48/72 Stunden. In Lagen über 800 Meter (Bergland): 5 bis 20 cm in 6 Stunden, 10 bis 30 cm in 12 Stunden, 15 bis 40 cm in 24 Stunden, 20 bis 50 cm in 48/72 Stunden
  • Stufe 2 (Schneeverwehungen): Neuschnee oder lockere Schneedecke 5-10 cm und wiederholt Böen 6 oder 7 Bft
  • Stufe 3 (Starker Schneefall): In Lagen bis 800 Meter (Flachland): 10 bis 20 cm in 6 Stunden, 15 bis 25 cm in 12 Stunden, 30 bis 40 cm in 24 Stunden, 40 bis 50 cm in 48/72 Stunden. In Lagen über 800 Meter (Bergland): 20 bis 30 cm in 6 Stunden, 30 bis 50 cm in 12 Stunden, 40 bis 60 cm in 24 Stunden, 50 bis 70 cm in 48/72 Stunden
  • Stufe 3 (Starke Schneeverwehungen): Neuschnee oder lockere Schneedecke > 10 cm und wiederholt Böen ab 8 Bft
  • Stufe 4 (Extrem starker Schneefall): In Lagen bis 800 Meter (Flachland): verbreitet > 20 cm in 6 Stunden, > 25 cm in 12 Stunden, > 40 cm in 24 Stunden, > 50 cm in 48/72 Stunden. In Lagen über 800 Meter (Bergland): verbreitet > 30 cm in 6 Stunden, > 50 cm in 12 Stunden, > 60 cm in 24 Stunden, > 70 cm in 48/72 Stunden
  • Stufe 4 (Extrem starke Schneeverwehungen): Neuschnee oder lockere Schneedecke > 25 cm und wiederholt Böen ab 8 Bft
  • In Lagen über 800 Höhenmeter: Einzelfallentscheidung 

Auswirkungen: Schneefall und Schneeverwehungen beeinträchtigen besonders den Verkehr, da es häufig zu Sichteinschränkungen oder Lawinen kommen kann. Der DWD rät daher, unbedingt Winterreifen aufzuziehen, besonders vorsichtig und mit eingeschaltetem Licht zu fahren sowie warme Decken, Getränke, Lebensmittel und einen vollen Tank im Auto zu haben. 

Sturm und Orkan

Sturm und Orkan sind in Warnstufe 1 bis 4 aufzufinden. Eine alternative Kategorisierung ist die Beaufortskala, welche die Geschwindigkeit von Windböen in 12 Stufen einteilt. Stufe 0 bezeichnet dabei Windstille; ein Sturm liegt bei Stufe 9 vor; die Höchststufe Orkan bei 12 Beaufort signalisiert extreme Verwüstungen. Die Warnstufen des DWD orientieren sich an der Beaufortskala, zum Teil ergeben sich jedoch geringe Messunterschiede. 

  • Stufe 1 (Windböen): > 50 km/h, 14 m/s, 28 kn, 7 Bft
  • Stufe 2 (Sturmböen): 65 bis 89 km/h, 18 bis 24 m/s, 34 bis 47 kn, 8 Bft bis 9 Bft
  • Stufe 2 (Schwere Sturmböen): 90 bis 104 km/h, 25 bis 28 m/s, 48 bis 55 kn, 10 Bft
  • Stufe 3 (Orkanartige Böen): 105 bis 119 km/h, 29 bis 32 m/s, 56 bis 63 kn, 11 Bft
  • Stufe 3 (Orkanböen): ab 120 km/h, ab 33 m/s, ab 64 kn, 12 Bft
  • Stufe 4: (Extreme Orkanböen): überörtlich mehr als 140 km/h
  • auf Berggipfeln ist die Zuordnung zu den jeweiligen Warnstufen eine Einzelfallentscheidung

Auswirkungen: Problematisch sind bei diesem Wetterereignis die starken Windböen, welche Bäume, Dächer, Gegenstände und noch vieles mehr durch die Luft wirbeln können. Die meisten Todesfälle entstehen, wenn Menschen von solchen Trümmern getroffen werden. Aus diesem Grund sollte man regelmäßig kontrollieren, dass alle losen Gegenstände rund um das Haus fest verankert sind. In einer akuten Gefahrensituation ist es unverzichtbar, in den schützenden vier Wänden zu bleiben. Ist das nicht möglich, sollte man sich von Strommasten, Häusern, Bäumen oder anderen Erhöhungen fernhalten. Erst, wenn der Sturm abgeklungen ist, kann mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. 

Gewitter, Blitzschlag

Gewitter werden in die Warnstufen 1 bis 4 eingeteilt: 

  • Stufe 1 (Gewitter): elektrische Entladung, auch in Verbindung mit Windböen
  • Stufe 2 (Starkes Gewitter): in Verbindung mit Sturmböen, schweren Sturmböen, Starkregen oder Hagel
  • Stufe 3 (Schwere Gewitter): mit Hagelschlag, heftigem Starkregen oder Orkan(artigen)Böen, ggf. Tornadogefahr
  • Stufe 4 (Extreme Gewitter): mit Hagelschlag, extrem heftigem Starkregen oder extremen Orkan(artigen)Böen, ggf. Tornadogefahr

Auswirkungen: Was ein Gewitter so gefährlich machen kann, sind dessen Begleiterscheinungen wie Stark- oder Dauerregen, Sturm- oder Orkanböen sowie Blitzschläge. Letztere können Brände entfachen und technische Geräte zerstören. Die eiserne Regel bei Gewittern lautet daher: Rückzug - wenn möglich, in Häuser oder Autos. Im Freien sollte man sich von Strommasten, Hügeln, Häusern oder Bäumen fernhalten. Auch Kontakt mit Wasser, das als Stromleiter fungiert, gilt es zu vermeiden. Technische Geräte sollten ausgesteckt, Telefongespräche nur im äußersten Notfall geführt werden

Glatteis, Glätte

Glatteis und Glätte lassen sich in die Warnstufen 1 bis 3 einordnen: 

  • Stufe 1 (Glätte): verbreitet überfrierende Nässe im Warngebiet und/oder verbreitet sehr starke Reifablagerungen
  • Stufe 2 (Örtlich Glatteis): kurzzeitig oder kleinräumig durch gefrierenden Regen oder Sprühregen, auch bei Auftreten von überfrierender Nässe mit erheblichen Verkehrsbehinderungen
  • Stufe 3 (Glatteis): verbreitet Glatteisbildung am Boden oder an Gegenständen, in Einzelfallentscheidung auch bei verbreitetem Auftreten von überfrierender Nässe mit erheblichen Verkehrsbehinderungen

Auswirkungen: Ähnlich wie beim Schneefall entstehen auch hier massive Auswirkungen auf den Straßenverkehr. Autofahren kann bei Glätte sehr gefährlich werden, weshalb man Fahrten nach Möglichkeit vermeiden sollte. 

Hagel

Hagel tritt oft gemeinsam mit Gewittern auf. 

Für ihn gibt es keine eigenen Abstufungen, jedoch gilt: je größer die Hagelkörner, desto größer der Schaden bei Pflanzen, Gegenständen und Lebewesen.

Schützen kann man sich davor, indem man Fenster und Türen schließt und das Auto (oder andere Habseligkeiten) unter einem Dach in Sicherheit bringt. Geht das nicht, hilft auch eine Plane. Auch im Sommer sollte man sich bei Hagel auf winterliche Bedingungen im Straßenverkehr gefasst machen. 

Tauwetter

Gemessen an der Menge an Abflusswasser kann Tauwetter in die Warnstufen 2 bis 3 eingeordnet werden. 

  • Stufe 2 (Tauwetter): bei steigenden Temperaturen Abflussmenge durch flüssigen Niederschlag und Wasserabgabe aus der Schneedecke (Niederschlagsdargebot): 25 bis 40 l/m² in 12 Stunden, 30 bis 50 l/m² in 24 Stunden, 40 bis 60 l/m² in 48 Stunden, 60 bis 90 l/m² in 72 Stunden
  • Stufe 3 (Starkes Tauwetter): bei steigenden Temperaturen Abflussmenge durch flüssigen Niederschlag und Wasserabgabe aus der Schneedecke (Niederschlagsdargebot): > 40 l/m² in 12 Stunden, > 50 l/m² in 24 Stunden, > 60 l/m² in 48 Stunden, > 90 l/m² in 72 Stunden

Auswirkungen: Taut das Eis extrem schnell, kommt es häufig zu Hochwasser und Überschwemmungen. Dann gelten ähnliche Verhaltensempfehlungen wie bei Stark- oder Dauerregen. 

Nebel

Hier greift nur Warnstufe 1

  • Stufe 1 (Nebel): überörtlich Sichtweite unter 150 m

Auswirkungen: Nebel entsteht meistens dann, wenn bei niedrigen Temperaturen Wasser kondensiert. Er tritt dementsprechend überwiegend im Herbst und Winter auf sowie in der Nähe von Gewässern. Vorsicht walten lassen müssen besonders Autofahrer, da Nebelschwaden die Sicht erheblich beeinträchtigen können. Was bei Fahrten im Nebel zu beachten ist - zum Beispiel, wann Nebelscheinwerfer und Nebelleuchte eingeschaltet werden sollen -, erfährst du hier

Hitze, UV-Strahlung

Hitze und übermäßige UV-Strahlenbelastung lassen sich in die amtlichen Warnstufen 1 und 2 einteilen. 

  • Stufe 1 (Starke Wärmebelastung): gefühlte Temperatur an zwei Tagen in Folge über etwa 32 Grad C, zusätzlich nur geringe nächtliche Abkühlung
  • Stufe 1 (Erhöhte UV-Intensität): gering bewölkt und Gesamtozon geringer als Dekadenmittel minus 20 % und UV-Index größer 5.00 Frühling bis Frühsommer
  • Stufe 2 (Extreme Wärmebelastung): Gefühlte Temperatur über 38 Grad C
  • Stufe 2 (Erhöhte UV-Intentsität): Ungewohnte UV Belastung mit regional unterschiedlichen Schwellenwerten im Bereich sehr hoher UV-Indizes. Langjährige Häufigkeit des Auftretens kleiner gleich 1 Prozent der Tage.

Auswirkungen: Die Gefahren, die von hoher Temperatur ausgehen, sind nicht zu unterschätzen. Wir geben Tipps, wie du im Auto gut mit sommerlichen Hitze- und Unwetterzuständen umgehen kannst, womit du Haustieren an heißen Sommertagen eine Freude bereitest und wie du bei Hitze richtig lüftest.

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