• Nervige: Spam-Anrufe: Was sind Spam-Anrufe eigentlich?
  • Woran lassen sie sich erkennen
  • Wie sollte man sich bei solchen Anrufen verhalten
  • Das kannst du dagegen tun

Sie kosten nicht nur eine Menge Geduld, sondern in manchen Fällen auch viel Geld: Bei Spam-Anrufen handelt es sich häufig um eine - für den Betroffenen - kostspielige Werbestrategie oder um eine Methode, um an persönliche Daten zu kommen. Und sie sind kein Einzelfall - jede*r kann davon betroffen sein. In diesem Artikel erfährst du, wie du dich vor Spam am Telefon schützen kannst.

Was sind Spam-Anrufe überhaupt?

Im Grunde sind Spam-Anrufe fast wie Spam-Mails. Es handelt sich um unerwünschte, wiederholte Kontaktaufnahmen eines unbekannten Anrufers, die sehr unterschiedlich ausfallen können. Die Bundesnetzagentur stellt verschiedene Muster von Spam-Anrufen vor: 

  • Belästigende Anrufversuche: Darunter fallen (Werbe-)Anrufe, die mehr als dreimal täglich, werktags vor 8 Uhr bzw. nach 20 Uhr sowie an Sonn- oder bundesweiten Feiertagen getätigt werden. 
  • Unerlaubte Telefonwerbung: Unternehmen dürfen das Telefon zwar zu Werbezwecken nutzen, brauchen dafür jedoch eine Einwilligungserklärung. Häufige angesprochene Themen sind beispielsweise Strom- oder Gaslieferverträge, Versicherungen, Zeitschriftabonnements oder Gewinnspiele.
  • Fax- oder E-Mail-Spam: Hierbei handelt es sich um Faxe oder Mails, die Produkte, Dienstleistungen sowie eine kostspielige Rufnummer bewerben.  
  • Bandansage: Eine automatische Ansage bittet etwa um eine Spende oder kündigt ein Gewinnspiel an. 
  • Ping-Anrufe: Es klingelt ein oder zweimal, sodass kaum eine Möglichkeit besteht, den Anruf anzunehmen. Dahinter steckt meistens eine teure Hotline, die zurückgerufen werden soll. 
  • Nicht verlangte SMS oder sonstige Nachrichten: Ähnlich wie bei Fax- oder E-Mail-Spam enthalten diese Nachrichten meist eine kostenpflichtige Rufnummer, die kontaktiert oder eine Website, die aufgerufen werden soll. Häufig werden damit Produkte und Dienstleistungen beworben, Angebote gemacht oder nach persönlichen Daten gefragt. 
  • Drittanbieter oder "Abo-Fallen": Auf der Mobilfunkrechnung steht ein rätselhafter Kauf, der nicht von dir getätigt wurde. 
  • Pop-Ups mit Fehlermeldung: Solche plötzlich auftauchenden Fenster erscheinen meistens dann, während man im Internet surft. Sie signalisieren eine Fehlermeldung und bieten kostenlose technische Hilfe an. In der Regel liegt jedoch kein Problem vor - der Vorwand wird lediglich genutzt, um die Hotline zu bewerben. 
  • Fehlende Preistransparenz: Manche Rufwahlnummern - beispielsweise solche, die mit (0)900 beginnen - sind dazu verpflichtet, den Preis der Verbindung transparent anzukündigen. Sollte dies nicht der Fall sein, kann Beschwerde eingereicht werden. 
  • Teure Kundenhotline und Warteschleifen: Kundenhotlines dürfen die Kosten eines gewöhnlichen Telefonats über Festnetz oder Mobilfunk nicht übersteigen. Auch kostenpflichtige Warteschleifen sind in der Regel unzulässig. Sonderfälle sind Anrufe zu entgeltfreien und ortsgebundenen Rufnummern sowie zu herkömmlichen Mobilfunknummern. 
  • Router-Hacking: Ein solcher Hackerangriff lässt sich daran erkennen, dass teure Anrufe abgerechnet werden, die jedoch nie stattgefunden haben. 
  • Manipulation von Rufnummern: In diesem Fall werden Rufnummern verändert, um die Identität des bzw. der Anrufer:in zu verschleiern. Es kann einerseits vorkommen, dass du von einer solchen Nummer kontaktiert wirst - aber auch, dass deine private Verbindung als manipulierte Nummer auftritt. 
  • Vorgetäuschte Ortsnähe: Manche unseriösen Unternehmen vermitteln den falschen Eindruck, in einem Ort ansässig zu sein, indem sie inkorrekte Vorwahlnummern angeben. 
  • Handy-/Internet-Dialer: Hierbei handelt es sich um unerwünschte Programme auf Mobilgeräten, die automatische Verbindungen zu hochpreisigen Rufnummern herstellen. 

Zu wissen, woran man die verschiedenen Versionen von Spam-Anrufen erkennt, ist bereits der erste Schritt, um effektiv dagegen vorzugehen. Für jeden Einzelfall bietet die Bundesnetzagentur Hilfe und weitere Aufklärung an. 

Wie sollte man sich bei einem unerwünschten Spam-Anruf verhalten?

Spam-Anrufe lassen sich zwar nicht grundsätzlich verhindern - allerdings gibt es einige Tipps, die dir dabei helfen, mit solchen Kontaktversuchen umgehen zu können:

  • Rufe unbekannte Nummern nicht sofort zurück - das gilt besonders bei (0)900-Rufnummern oder Anrufen aus dem Ausland.  
  • Achte auf versteckte Hinweise, etwa zu Preisen, Verträgen oder Abonnements. 
  • Melde dich nicht bei beworbenen Rufnummern. 
  • Behalte wichtige Daten (Adresse, Telefonnummer, Geburtstag, Kontonummer etc.) auf jeden Fall für dich. 

Prinzipiell gilt: Je vorsichtiger du bist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass du bei einem Spam-Anruf versehentlich in die Falle tappst. 

Spam-Anrufe: Das kannst du dagegen tun

Niemand muss sich Spam-Anrufe gefallen lassen. Von präventivem Schutz bis hin zu rechtlichem Vorgehen gibt es eine ganze Reihe an Maßnahmen, mit denen du dich gegen unerwünschte Anrufe wehren kannst: 

  • Gehe vorsichtig mit persönlichen Daten und Telefonnummern um. So verringerst du die Wahrscheinlichkeit, Spam-Anrufe zu erhalten. 
  • Sperre unerwünschte Rufnummern oder Nummernblöcke. Das geht entweder direkt über den Router* oder in den Smartphone-Einstellungen. Für Festnetztelefone gibt es sogenannte Call Blocker*, die beispielsweise bis zu 1500 Nummern sperren können. 
  • Überprüfe deine Telefonrechnung. Um nachzuverfolgen, wer dich wann angerufen hat, kannst du bei deinem Telefonanbieter einen Einzelverbindungsnachweis anfragen. 
  • Sichere Beweise. In extremen Fällen von Spam-Anrufen, die möglicherweise gerichtliches Vorgehen erfordern, brauchst du einen konkreten Nachweis der Belästigung - beispielsweise einen Screenshot, einen Einzelverbindungsnachweis oder eine Fangschaltung, die unterdrückte Rufnummern sichtbar macht. Aufzeichnungen von Werbegesprächen sind rechtlich nur unter Zustimmung erlaubt. 
  • Erkundige dich bei deinem Netzbetreiber nach zusätzlichen Sicherheitspaketen
  • Reiche eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur ein. Dafür kannst du bereits vorgefertigte Formulare ausfüllen. Gefragt wird beispielsweise, wann und in welcher Häufigkeit die Anrufe bei dir eingehen. 

Je nach Schweregrad des Spams hast du also verschiedene Möglichkeiten, dich aktiv gegen die unerwünschte Kontaktaufnahme zur Wehr zu setzen. Dein Telefonanbieter sowie das Bundesnetzministerium können dich dabei unterstützen. 

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