Während sich viele Menschen bereits wieder am Luxus des Essengehens erfreuen, haben Forschende nun untersucht, wie die Pandemie sich generell auf die Ernährung der Deutschen ausgewirkt hat. Denn obwohl manch einer sich über die "Corona-Pfunde" ärgert und eventuell der Meinung sein könnte, dass die zusätzlich Zeit zu Hause Hand in Hand mit einer schlechten Ernährung einhergeht, könnte nun staunen - das ist nämlich nicht der Fall. 

Wie br24 mitteilt, wurden im Rahmen einer Studie rund 8000 Menschen zu ihrer Ernährung befragt. Ein Großteil bemerkte selbst bereits eine Veränderung in den eigenen Essgewohnheiten. Klar und deutlich ist aber, dass die Bayern von klassischen Mahlzeiten wie Frühstück, Mittag- oder Abendessen nicht abkommen. Dabei entpuppt sich die Forschung gerade für Ernährungsberater als besonders wichtig, um einen generellen Überblick über die Essgewohnheiten der Deutschen zu bekommen. Ebenso profitieren Landwirte und Lebensmittelhersteller von den Ergebnissen. Über die Forschungskosten von rund 130.000 Euro sieht das Bayerische Landschaftsministerium hinweg und ist sich sicher, das Geld gut investiert zu haben. 

Das Essen die Deutschen 

Bei etwa 60 Prozent der Befragten beginnt der Tag mit der klassischen Semmel. Gut 21 Prozent greifen zum Müsli, 12 Prozent zum Obst und neun Prozent der Deutschen machen sich ein Frühstücksei. Mittags variiert die Mahlzeit bei rund 30 Prozent zwischen Fleisch-, Nudel-, Kartoffel- oder Gemüsegerichten. Salat essen nur 21 Prozent der Befragten zu Mittag. 19 Prozent greifen gerne auch zur Wurstsemmel. Unangefochten ist abends das (Wurst-) Brot der Sieger. Ebenso ist bei der Frage von Fisch oder Fleisch eine ganz klare Tendenz zu erkennen: Am Freitag essen die Deutschen meist Fisch, wohingegen die Mehrheit am Wochenende dann aber zum Fleisch greift. 

Bei den Getränken gibt ebenfalls klare Gewinner. Das Lieblingsgetränk der Deutschen, der Kaffee, wird mit satten 0,5 Litern (pro Kopf) gerechnet. Etwa dreimal so viel (1,5 Liter) Wasser konsumiert jeder Einzelne im Schnitt. Danach erst folgen Tee, Säfte, Erfrischungsgetränke und Bier. Was das Bier angeht, ist die Pro-Kopf-Rechnung sogar besonders ernüchternd: Hier werden nur 0,175 Liter pro Person konsumiert. 

Laut der Studie ernähren sich Frauen deutlich gesünder als Männer. Das zeigt sich auch bei der Beschaffenheit der Körper wieder: 27 Prozent der Frauen waren übergewichtig. Davon 17 Prozent fettleibig. Bei den Männern sind es dagegen stattliche 42 Prozent, die an Übergewicht leiden und beachtliche 20 Prozent, die sogar von Adipositas betroffen sind. Außerdem gaben Frauen an, während der Coronazeit öfters frische Lebensmittel einzukaufen, wie Gemüse oder Obst, während Männer häufig zugaben, eher zu Fertiggerichten zu greifen. Somit sorgte der Lockdown bei Frauen für eine deutliche Tendenz zum Konsumieren und Kochen von gesunden Gerichten, während viele Männer ihre Essgewohnheiten verschlechterten.