• Laufende Verträge genau unter die Lupe nehmen
  • Versicherungen sind eine Ausgabenfalle
  • Telefon-, Smartphone- und Internet-Verträge prüfen
  • Abos und Mitgliedschaften sind nicht immer notwendig
  • Bei Geldinstituten Gebühren und Konditionen prüfen

Wer laufende Verträge regelmäßig prüft, aktuelle Versicherungen checkt und geltende Tarife für Internet und Telefon abgleicht, kann Geld sparen. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie du laufende Kosten wirksam senken kannst.

Laufende Verträge und Versicherungen genau unter die Lupe nehmen

Im ersten Schritt solltest du bestehende Verträge unter die Lupe nehmen, rät die Verbraucherzentrale NRW. Oft ist ein Wechsel in günstigere Tarife zum Beispiel für Versicherungen oder Handyverträge möglich. Viele Verträge sind sogar überflüssig und unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Frist kündbar. Das entlastet bei den Ausgaben.

Eine weitere Ausgabenfalle sind Versicherungen. Hier gilt: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich“, rät die Verbraucherzentrale. Policen, die nur kleinere Schäden absichern, sind oftmals überflüssig. Für einen Standardurlaub ist die Gepäckversicherung beispielsweise oft nicht nötig, da sich der Verlust eines Koffers meistens leicht ersetzen lässt. Handyversicherungen haben in der Regel viele Lücken und Tücken. Diesen löchrigen Schutz kann man sich im wahrsten Sinne des Wortes meist sparen. Häufig sind auch Glas- und Sterbegeldversicherungen entbehrlich. Extra-Geräteversicherungen für Fahrräder, Laptops oder Brillen lohnen sich nur bei sehr teuren Anschaffungen. Bei wichtigen Versicherungen wie der Privathaftpflicht- oder Hausratversicherung gibt es erhebliche Preisunterschiede, sodass sich ein Preisvergleich lohnt. Oft bieten moderne Policen zudem besseren Schutz. Auch die Umstellung auf jährliche Zahlweise kann bares Geld sparen.

Zudem solltest du deine laufenden Verträge für Telefon, Smartphone und Internet genau prüfen. Diese sind unverzichtbar, aber auch hier lässt sich Geld sparen. Du solltest zunächst einmal deinen tatsächlichen Bedarf ermitteln. Wie viele Minuten telefonierst du? Wie viel Datenvolumen verbrauchst du pro Monat? Wer seinen Bedarf kennt, kann auch die Preise unterschiedlicher Anbieter besser vergleichen. Dabei helfen Produktinformationsblätter, die Händler*innen auf Anfrage aushändigen müssen. Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit ist jeder Telekommunikationsvertrag, der nicht aktiv zum Beispiel durch einen Tarifwechsel oder ein neues Smartphone verlängert wird, mit einer Frist von einem Monat kündbar. Der Wechsel ist also schneller möglich als du denkst. Die Mitnahme der Rufnummer ist unabhängig vom Anbieter kostenlos.

Auf die Gebühren bei Mitgliedschaften und Geldinstituten achten und die Rechtslage prüfen

Hast du Abonnements oder Mitgliedschaften abgeschlossen, etwa für Zeitschriften, Streamingdienste oder ein Fitnessstudio, dann solltest du die auch auf den Prüfstand stellen. Oft sind diese in den ersten Monaten besonders günstig oder sogar kostenlos, doch im Laufe der Zeit können hohe Kosten entstehen. Besonders eine lange Mindestvertragslaufzeit von bis zu zwei Jahren sind in finanziell schwierigen Zeiten oftmals eine Kostenfalle. Manche Verträge verlängern sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn du nicht fristgerecht kündigst. Der Rat der Verbraucherzentrale: bestehende Verträge prüfen, priorisieren und die Kündigungsfristen vermerken, um rechtzeitig unnötige Mitgliedschaften und Abos zu beenden.

Geldinstitute haben ganz unterschiedliche Preismodelle und Gebühren für ein Girokonto oder die Nutzung einer Kreditkarte. Einige Banken berechnen Pauschalpreise für die Kontoführung, andere einen Grundpreis plus Kosten für einzelne Buchungsvorgänge. Auch die kostenlose Kontoführung wird immer noch angeboten. Einige Banken bieten zudem spezielle Konditionen für Studierende, Auszubildende, Rentner*innen oder Gewerkschaftsmitglieder an. Ein Vergleich verschiedener Banken kann also sinnvoll sein, um laufende Kosten zu senken. Girokonten kannst du in der Regel jederzeit und ohne Einhaltung einer Frist kündigen. Für die Auflösung des Kontos sind keine Gebühren fällig. Besondere Vorsicht ist bei Krediten notwendig: Die Raten und Zusatzkosten belasten das Budget. Auch den Dispokredit sollte man nicht ausreizen, weil hier zweistellige Zinsbeträge fällig sind. Bei akuten und großen finanziellen Problemen sollte rechtzeitig eine Schuldnerberatung aufgesucht werden.

Steigende Kosten bei Anbietern lassen die Preise in laufenden Verträgen steigen. Dies ist jedoch nicht ohne weiteres möglich. Denn ein einmal geschlossener Vertrag über einen bestimmten regelmäßig zu zahlenden Preis kann der Vertragspartner grundsätzlich nicht einseitig verändern. Anders ist es, wenn im Vertrag eine Preisanpassungsklausel vereinbart ist, auf die der Anbieter seine Preiserhöhung stützt. Derartige Klauseln finden sich meistens im Kleingedruckten, unterliegen aber strengen Anforderungen. Vielfach sind sie unwirksam, sodass die Anbieter sich nicht darauf berufen können. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen.