Leeds
Studie

Neue Kleidung: So hält Ihre Wäsche länger

Drei Mal gewaschen, schon ein Fall für den Müll: Viel zu schnell verlieren neue Kleidungsstücke in der Waschmaschine Farbe und Form. Englische Forscher haben herausgefunden, was man tun kann, damit die Wäsche nicht so schnell kaputt geht.
 
Kurz und kalt: Das sind die Zauberwörter für langlebige Wäsche. Symbolfoto: Steve Buissine/Pixabay.com
Kurz und kalt: Das sind die Zauberwörter für langlebige Wäsche. Symbolfoto: Steve Buissine/Pixabay.com

Blass, löchrig und verzogen: Neu gekaufte Kleidung ist oft schon nach wenigen Waschgängen in Mitleidenschaft gezogen. Mit der Wahl des richtigen Maschinenprogramms lässt sich dem Verwaschen von Klamotten ein bisschen entgegensteuern - das geht aus einer britischen Studie zum umwelt- und farbschonenden Waschen hervor.

Kurz und kalt waschen

Bei kürzeren Waschprogrammen und niedrigeren Temperaturen entstehen weniger Mikrofasern, die mit dem Abwasser in die Umwelt gelangen. Das haben Forscher bei Versuchen mit Kleidungsstücken aus dem Einzelhandel gezeigt. Auch der Träger profitiert demnach bei kürzeren und kühleren Waschgängen: Die Kleidung verblasst weniger schnell. Zudem gebe es einen Energiespareffekt.

Umweltverschmutzung durch gelöste Mikrofasern

"Synthetische Mikrofasern werden bei jedem Waschen von Textilien freigesetzt und machen mehr als ein Drittel aller Kunststoffe aus, die das Meer erreichen", erklärte Studienleiter Richard Blackburn von der Universität Leeds. Mikrofasern von Baumwolle und anderen Naturstoffen seien sogar in noch größerer Zahl im Meer zu finden. Die Bedrohung der Umwelt durch Wegwerfmode nehme zu, sagte Mitautorin Lucy Cotton von der Universität Leeds. Kleidung, die nach weniger als fünf Wäschen ihre Passform, Weichheit und Farbe verliere, lande schneller auf dem Müll.

Auf die richtige Temperatur kommt es an

Bezüglich der Entfärbung der Textilien stellten die Forscher deutliche Unterschiede zwischen Waschtemperaturen von 20 bis 40 Grad beziehungsweise 40 bis 60 Grad fest. Bei einigen der untersuchten T-Shirts war nach 16 Waschgängen mit 85 Minuten bei 40 Grad mehr als doppelt so viel Farbe verloren gegangen wie bei 16 Kurzwaschgängen (30 Minuten) bei 25 Grad, wie die Forscher in der Fachzeitschrift "Dyes and Pigments" berichten. Der Farbverlust ist demnach bei Baumwolle größer als bei Polyester.

Beim ersten Waschen eines dunklen Kleidungsstücks bei 40 Grad im 85-Minuten-Programm fanden Blackburn und Kollegen fast 140 Milligramm Mikrofasern pro Kilogramm trockener Wäsche. Beim kalten Kurzprogramm (25 Grad, 30 Minuten) waren es 104 Milligramm. Bei heller gefärbten Stoffen lagen die Werte jeweils etwas darunter.

Nicht nur die erste Wäsche ist kritisch

Die Forscher wiesen auch nach, dass sich nicht nur von neuen Kleidungsstücken Mikrofasern lösen: "Beim 8. und 16. Waschen wird immer noch eine signifikante Anzahl von Mikrofasern aus den Stoffen freigesetzt, was darauf hindeutet, dass es einen konsistenten Mechanismus für die Erzeugung und Freisetzung von Mikrofasern während der gesamten Lebensdauer der Stoffe gibt."

Achtung schon beim Waschmaschinen-Kauf

Das deutsche Umweltbundesamt (UBA) hat weitere Tipps zum umweltschonenderen Waschen: So sollten Kunden schon beim Kauf einer Waschmaschine darauf achten, dass das Gerät eine möglichst hohe Energieeffizienzklasse besitzt. Auch sollte das Fassungsvermögen der Trommel nicht zu groß gewählt werden, um Waschgänge mit halbleerer Trommel zu vermeiden. Waschmittel gelte es sparsam zu verwenden - heutige superkompakte Waschmittel seien etwa doppelt so ergiebig wie die von vor 20 Jahren.

"Fortschritte in der Waschmitteltechnologie, insbesondere bei nachhaltigen Inhaltsstoffen wie Enzymen, ermöglichen es den Verbrauchern, in kälteren und schnelleren Wäschen hervorragende Reinigungsergebnisse zu erzielen", erklärte Neil Lant vom Waschmittelhersteller Procter & Gamble, ein Mitautor der Studie in "Dyes and Pigments".