Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind Themenbereiche, die in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen haben. Dies ist nicht zuletzt auf den Dieselskandal in der Automobilbranche oder auch auf soziale Bewegungen wie Fridays for Future zurückzuführen. Viele Menschen versuchen mittlerweile ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, sei es, indem sie den öffentlichen Nahverkehr anstatt des Autos nutzen oder auch indem sie ihren Stoffbeutel mit zum Einkaufen nehmen, anstatt jedes Mal eine neue Plastiktüte zu kaufen.

Es gibt aber noch viele weitere Tipps und Tricks, die Sie leicht in ihren Alltag einbauen können, um nachhaltiger zu leben.  Besonders im Haushalt kann man mit kleinen Handgriffen und Veränderungen großes bewirken. Wir stellen Ihnen unsere acht Tipps für Nachhaltigkeit in der Küche vor, bei denen garantiert für jeden Geldbeutel etwas dabei ist, denn: Nachhaltigkeit muss nicht teuer sein. 

1. Bienenwachstücher statt Frischhaltefolie

Wer eine nachhaltige Lebensweise anstrebt, der sollte unbedingt seinen Plastikverbrauch reduzieren. Hiermit kann man beispielsweise mit dem Verzicht auf Frischhaltefolie beginnen. Eine gute Alternative, um Lebensmittel dennoch frisch zu halten oder um Schüsseln abzudecken, sind Bienenwachstücher. Diese bilden eine schützende, antibakterielle Versiegelung für alle Lebensmittel, egal ob Obst, Gemüse oder auch Brot.

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Neben diesen Vorteilen haben die Wachstücher noch weitere Stärken, denn sie sind wiederverwendbar und kompostierbar.

Auch die Reinigung dieses Naturprodukts ist sehr leicht, denn man braucht keine speziellen Mittel, sondern kann sie einfach mit kaltem Wasser und einer milden Seife abwaschen. 

2.  Mikroplastikfreie Reinigungsmittel 

Mikroplastik sind Plastikpartikel, die bis zu fünf Millimeter groß sind. Diese lösen sich von ihrem Ursprungsgegenstand wie beispielsweise einer Plastiktüte oder -flasche durch Abnutzung oder den natürlichen Zerfall des Produkts. Anschließend gelangt es über das Wasser in die Meere, den Boden oder auch das Grundwasser. Dort angekommen wird es häufig von Tieren über die Nahrung aufgenommen. Im Auftrag des WWF fanden Forscher der Universität Newcastle in Australien heraus, dass ein durchschnittlicher Mensch bis zu fünf Gramm Mikroplastik pro Woche über die Nahrung oder auch das Trinkwasser zu sich nimmt - das entspricht etwa der Menge an Plastik, die in einer Kreditkarte verarbeitet ist. 

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Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, sollte man versuchen, Mikroplastik so weit es geht zu vermeiden. Besonders im Reinigungsmittelsektor gibt es einige Firmen, die Produkte anbieten, die vollkommen frei von diesen Partikeln sind.

Dazu zählen beispielsweise die Marken Frosch und Ecover. Sie verwenden ausschließlich recycelte und recycelbare Materialien für ihre Verpackungen. Des Weiteren sind sie vegan: Bei Putzmitteln bedeutet dies, dass sie keine tierischen Produkte, wie beispielsweise Schlachtabfälle (häufig in Weichspülern), enthalten und dass sie nicht an Tieren getestet wurden. Reinigungsmittel dieser beiden Unternehmen finden Sie in der Drogerie oder auch bei Amazon*

3.  Plastikfreie Spülbürsten 

Häufig sind handelsübliche Spülbürsten aus Plastik. Doch auch hier ist es wie bei allen Plastikprodukten: Man benutzt sie ein paar Wochen und wirft sie dann weg. Nur leider sind sie damit nicht verschwunden. Natürlich können einige Produkte recycelt werden, aber viele enden leider in den Weltmeeren, was das bereits zuvor angesprochene Problem mit dem Mikroplastik verschlimmert. 

Eine gute nachhaltige Alternative sind Spülbürsten aus Holz, wie man sie noch aus Großmutters Küche kennt.

Die biologisch abbaubaren Bürsten sind häufig mit Naturborsten versehen, die nicht nur besonders umweltverträglich, sondern auch hartnäckig im Kampf gegen Verschmutzungen sind. Diese Holzbürsten finden Sie in der Drogerie und bei Amazon*. 

4. Kochbesteck aus langlebigem Material wie Holz 

Kochbesteck aus Holz sieht nicht nur schön aus, es ist auch sehr praktisch, denn im Gegensatz zu Plastik ist es besonders hitzebeständig. Und auch gegenüber Geschirr aus Edelstahl hat es einen entscheidenden Vorteil: Man muss keine Angst haben, dass es die Beschichtung von Pfannen oder Töpfen beschädigt.

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Laut dem Chefkoch Magazin haben spezielle Holzarten wie Kiefer, Fichte, Ahorn und Buche sogar noch einen weiteren Vorteil: Sie haben eine antibakterielle Wirkung. Aber nicht nur diese heimischen Arten sind eine wahre Wunderwaffe in Sachen Nachhaltigkeit, auch Produkte aus Bambus sind besonders umweltfreundlich. Der Grund hierfür ist, dass diese Holzsorte sehr schnell nachwächst.

Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass es sich um ein unbehandeltes Holzprodukt handelt. Dies ist meistens auf dem Etikett vermerkt. Um die Lebenszeit der Kochutensilien zu verlängern braucht es nicht viel: Ab und an sollte das Holz mit Oliven- oder Sonnenblumenöl eingerieben werden. Mit diesem Trick haben sie besonders lange was von Ihrem Küchenhelfer. 

5.  Second Hand statt Neukauf 

Es müssen nicht immer neue Produkte sein: Auf einen Neukauf zu verzichten ist wohl das nachhaltigste, das man machen kann. Dank Social Media ist es heutzutage besonders einfach, gebrauchte Gegenstände, häufig sogar kostenlos, zu finden. 

Sie wollen eine Kürbissuppe machen, benötigen dafür aber einen Stabmixer? Kein Problem! In fast jeder größeren Stadt gibt es mittlerweile sogenannte Share and Care Gruppen bei Facebook. Hier können Sie sich bestimmte Produkte von Leuten aus ihrer Umgebung kostenlos ausleihen oder sogar geschenkt bekommen. In diesen Gruppen finden Sie alles, was das Herz begehrt: von Küchenkleingeräten über Geschirr bis hin zu ganzen Kühlschränken oder auch Spülmaschinen. Hier freut sich nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Umwelt, denn anstatt das die Person den für sie unnützen Gegenstand in den Müll wirft, kann sie mit Hilfe solcher Gruppen anderen eine Freude machen. 

Hier finden Sie einige Links zu Share and Care Facebookgruppen in Franken. Falls Ihre Stadt nicht dabei ist, keine Sorge: Sie können solche Gruppen in Ihrer Nähe bei Facebook über die Suchfunktion finden. 

6. Konsum von tierischen Produkten reduzieren 

Bei Käse, Wurst und Milchprodukten geht es heute nicht mehr nur um den Geschmack. Ob und in welcher Menge man diese Lebensmittel verzehrt, ist eine ethische Frage geworden. Kein Wunder, denn gerade in jüngster Zeit hat erneut eine Diskussion über artgerechte Tierhaltung die Schlagzeilen beherrscht. Die Debatte über die Abschaffung von Kastenständen in der Schweinehaltung hat dabei für viel Aufregung gesorgt.

Doch nicht nur die Umstände der Tierhaltung sind in Bezug auf Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit fragwürdig, auch der Wasserverbrauch zur Produktion gewisser Lebensmittel ist alles andere als umweltschonend. Laut des Water Footprint Networks werden für die Produktion von einem 200-Milliliter-Glas Milch etwa 200 Liter Wasser benötigt; für ein Kilo Fleisch sind es im Durchschnitt sogar etwa 16.000 Liter Wasser

Der Grund für diesen extrem hohen Verbrauch ist, dass das Tier nicht nur täglich trinken muss, sondern dass auch die Pflanzen, die es frisst, zuvor bewässert werden müssen. Auch bei der Weiterverarbeitung des jeweiligen Produkts, wie zum Beispiel Milch, die zu Käse verarbeitet wird, wird zusätzlich Wasser benötigt.  Im Gegensatz dazu bedarf es bei der Erzeugung von einem Kilo Kartoffeln laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland nur rund 120  Liter Wasser. Eine weitgehende Einschränkung des Verzehrs von tierischen Lebensmitteln hat daher große Vorteile in Bezug auf eine nachhaltige Lebensweise.

7. Plastikverpackungen vermeiden

In Bezug auf schädliche Umweltbelastungen ist Plastik eines der größten Probleme des 21. Jahrhunderts. Laut Angaben des Umweltbundesamts wurden allein in Deutschland im Jahr 2017  knapp 19 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle produziert. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer im Alltag auf Plastik zu verzichten bzw. es zu reduzieren. Es gibt mittlerweile zum Beispiel in vielen Supermärkten die Möglichkeit, Obst und Gemüse  ohne Verpackung zu kaufen. 

Einen Schritt weiter gehen in diesem Fall sogenannte Unverpacktläden. Hier können Sie sämtliche Lebensmittel, wie zum Beispiel  Nudeln, Nüsse oder auch Süßigkeiten, ganz ohne Plastikverpackung  und in Fairtrade- und Bio-Qualität kaufen. Solche Geschäfte gibt es mittlerweile in einigen fränkischen Städten wie Nürnberg, Bamberg oder auch Würzburg.

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten seinen Verpackungskonsum zu reduzieren. Sie können beispielsweise zum Bäcker einen wiederverwendbaren Stoffbeutel mitnehmen, in den Sie ihre Backwaren einpacken lassen können. Auf diese Weise sind Sie vor Ort nicht darauf angewiesen, eine Tüte mitzunehmen, die nach kurzer Zeit vermutlich bald im Müll landen würde. Solche Beutel finden Sie beispielweise in den Filialen von Aldi Süd und bei Amazon*. Auch beim Metzger oder bei der Käsetheke gibt es einen einfachen Weg, Plastik einzusparen: Sie können sich vielerorts Ihre frischen Lebensmittel in Ihre eigene mitgebrachte Frischhaltedose einpacken lassen. Diese gibt es mittlerweile nicht mehr nur aus Plastik, sondern auch aus umweltfreundlichem Glas*.

8. Regional und saisonal einkaufen 

Der Tipp, regional und vor allem saisonal zu kaufen, ist vielen bereits bekannt. Doch was einigen dabei nicht bewusst ist ist, dass ersteres kein gesetzlich geschützter Begriff ist. Das heißt, jeder darf sein Produkt mit dem Wort regional bewerben. Dies gilt auch, wenn das Produkt, wie beispielsweise Fleisch, erst aus Frankreich importiert werden muss. Für Tiere, wie zum Beispiels Schweine, heißt das konkret, dass sie über hunderte Kilometer auf engstem Raum mit ihren Artgenossen während des Transports eingepfercht sind. 

Die Verbraucherzentrale rät daher: "Beim Einkauf regionaler Lebensmittel ist es ratsam, immer genau zu fragen, wofür die Angabe regional steht." Auf diese Weise kann man sichergehen, das genau das drin ist, was auch drauf steht: regionale Lebensmittel. Durch den Kauf werden dann Bauern in der Umgebung unterstützt, Tiere werden geschützt und CO2 und andere Abgase werden durch die kurzen Transportwege eingespart. 

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