In Zeiten des Klimawandels, den mittlerweile besonders im Sommer fast jeder spürt, ist Umweltschutz und Nachhaltigkeit wichtiger als je zuvor. Viele Menschen versuchen bereits in ihrem Alltag ökologischer und umweltbewusster zu handeln. Dazu gehört beispielsweise die Vermeidung von (Plastik-) Müll oder dem Mitbringen des eigenen Coffee-To-Go-Bechers zum Bäcker. 

Doch es gibt viele weitere Möglichkeiten Nachhaltigkeit in den Alltag einzubauen. Und damit können Sie direkt am Morgen, beim Start in den Tag im Badezimmer beginnen. inFranken.de stellt Ihnen hier die neun einfachsten Tricks für mehr Umweltbewusstsein im Bad vor.

1. Rasierhobel statt herkömmlichem Rasierer

Viele Menschen benutzen sogenannte Systemrasierer, um sich von lästiger Körperbehaarung zu befreien. Diese haben zwar einen wiederverwendbaren Griff, allerdings müssen meist alle paar Wochen die teuren Klingen ausgetauscht werden, da sie stumpf geworden sind. Abgesehen davon, dass Wegwerfprodukte immer eine Umweltbelastung darstellen, ist es bei Rasierklingen sogar noch etwas schlimmer: Meist sind sie doppelt und dreifach in Plastik eingepackt und die Klingen selbst sind in einem Rahmen aus Plastik eingefasst. 

Eine nachhaltige Alternative sind hier sogenannte Rasierhobel. Sie sind häufig aus Edelstahl und können (bei sorgfältigem Umgang) sogar ein ganzes Leben lang halten. Hierfür ist es beispielsweise sinnvoll, den Rasierhobel nach jeder Benutzung abzutrocknen. Auf diese Weise können Sie Rost verhindern. Im Vergleich zu herkömmlichen Rasierer sind sie bei der Anschaffung etwas teurer, denn im Durchschnitt kosten sie zwischen 30 und 40 Euro. Allerdings dürfen Sie hierbei nicht die Langlebigkeit des Produkts vergessen. Nicht nur diese, sondern auch die günstigen Ersatzklingen machen den gehobenen Preis wieder wett, denn laut Utopia kosten 25 Klingen im Schnitt nur etwa 6,50 Euro

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2. Silikonfreie Haarshampoos

In vielen Shampoos, besonders in Repair-Produkten ist Silikon enthalten. Der Stoff fungiert als eine Art Schutzmantel und soll die Haare vor (weiteren) Schäden schützen. Doch leider ist Silikon nicht das Wundermittel, das es auf den ersten Blick zu sein scheint. Laut dem Ökotest fettet das Haar bei häufiger Benutzung von Shampoos, die diesen Stoff enthalten, schneller und "auch das Färben und Tönen kann schwieriger werden, weil die Haare die Farbe nicht mehr so gut aufnehmen" können. 

Weitere Nachteile dieser Haarseifen sind, dass sie einerseits zu einer stärkeren Schuppenbildung und andererseits zu einer schlechteren Aufnahmefähigkeit von natürlichen Pflegestoffen führen.  Ökotest rät aufgrund dieser kosmetischen Gründe von der Nutzung von Shampoos, die Silikon enthalten, dringend ab. Zu dieser Empfehlung kommt er aber nicht nur aufgrund der bereits aufgezählten Nachteile, sondern auch aufgrund der möglichen Umweltbelastung durch die Shampoos: Die Silikone gelangen beim Duschen über das Abwasser in den Wasserkreislauf und von da aus in den Boden. "Schließlich sind die Kunststoffe in Pflanzen und Fischen, in Futtermitteln und über die Nahrungskette auch im Menschen nachweisbar." Beim Kauf können Sie mit einem schnellen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe entdecken, ob Silikon enthalten ist: Hinter Stoffen mit den Endungen "-con(e)" und "-xan(e)" verbirgt sich Silikon. Haarseife oder Flüssig-Shampoo - was ist besser? Hier geht es zum Test.

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3. Vermeidung von Weichspüler

In der Werbung werden Weichspüler gerne damit angepriesen, dass sie die Wäsche weich machen und ihr einen wohltuenden Duft verleihen. Das stimmt soweit auch. Doch was viele Verbraucher nicht wissen ist, dass in Weichspülern häufig tierische Fette und Schlachtabfälle enthalten sind. Hinter dem Begriff Dihydrogenated Tallowoylethyl Hydroxyethylmonium Methosulfate verbirgt sich zum Beispiel Rinderfett. Das ist sicherlich nicht nur für Vegetarier und Veganer, sondern auch für viele andere Menschen ein absolutes No-Go. 

Laut der Verbraucherzentrale Hamburg stehen sogar viele Stoffe, die in Weichspülern enthalten sind, unter Verdacht krebserregend zu sein. Das Umweltbundesamt rät daher zu einer Vermeidung beziehungsweise zumindest zu einer Reduzierung des Verbrauchs, da auf diese Weise die Einspeisung von vielen Chemikalien in den Wasserkreislauf vermieden werden kann. Falls Sie aber dennoch nicht auf den angenehmen Geruch bei frisch gewaschener Wäsche verzichten wollen, dann können Sie ätherische Öle, beispielsweise aus Lavendel*, der Wäsche vor dem Waschen hinzufügen. Verblasst bei Ihnen auch die schwarze Kleidung in der Waschmaschine? Dieses Hausmittel schafft Abhilfe.

4. Recyceltes Klopapier

Gemäß des Focus verbraucht eine einzelne Person pro Jahr etwa 134 Rollen Toilettenpapier. Dabei ist nur jede fünfte verkaufte Klopapierrolle aus recyceltem Material. Doch eigentlich gibt es viele gute Gründe, um auch mal die ökologischere Variante auszuprobieren.

Recyceltes Toilettenpapier wird meist aus Altpapier hergestellt und trägt daher aktiv zur Müllvermeidung bei. Gleichzeitig werden Lebensräume von bedrohten Arten geschützt, da für die Herstellung nicht noch weitere große Waldflächen abgeholzt werden müssen. Abgesehen davon ist die gesamte Produktion der recycelten Rollen sehr viel umweltfreundlicher als die der "neuen", da sehr viel weniger Wasser, Energie und CO2  benötigt wird. Ökotest hat 20 verschiedene Sorten  getestet: Zu den Testsiegern gehörten unter anderem die Eigenmarken von Aldi Nord und Süd, sowie von dm und Rossmann. 

5. Zahnbürsten aus Bambus

Herkömmliche Zahnbürsten bestehen meist aus Kunststoff. Leider ist aber sowohl dessen Produktion als auch dessen Entsorgung nicht umweltfreundlich. Eine einfache Möglichkeit, um schon direkt beim Start in den Tag etwas Gutes für die Umwelt zu tun ist daher auf Plastikzahnbürsten zu verzichten und stattdessen auf Zahnbürsten aus Bambus umzusteigen

Laut einem Sprecher von Planet Bamboo braucht ein Bambusbaum nur etwa vier bis fünf Jahre, um seine volle Größe von 20 Metern zu erreichen. Anschließend kann er bereits geschlagen und weiterverarbeitet werden. Bei einigen Baumarten kann man sogar buchstäblich beim Wachsen zusehen, da sie bis zu einen Meter innerhalb von 24 Stunden wachsen. Ein derart schnelles Wachstum wäre bei vielen anderen Baumarten ohne den Einsatz von Düngern und Pestiziden nicht möglich - hierauf wird  bei dem Anbau von Bambus meist gänzlich verzichtet. Die schnell wachsende Ressource bietet aber noch einen weiteren Vorteil: Im Gegensatz zu Plastikprodukten sind Produkte aus Bambus biologisch abbaubar. Sie sind somit eine umweltfreundliche Alternative für jedes Badezimmer. 

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6. Wiederverwendbare Abschminktücher aus Stoff

Viele Menschen schminken sich sehr gerne. Ein bisschen Concealer, Rouge und Mascara und schon sieht man morgens viel frischer und erholter aus. Doch abends vor dem Schlafengehen muss die ganze Farbe wieder aus dem Gesicht. Viele greifen hier zu Einwegprodukten, beispielsweise von Bebe oder Balea. Allerdings können Sie sich mit diesen  Reinigungstüchern nur ein- oder zweimal abschminken. Nach der Anwendung landen die chemisch stark behandelten Tücher dann aber leider direkt im Müll.

Eine nachhaltige Alternative sind wiederverwendbare Abschminktücher aus Stoff. Laut chip.de sind diese "Abschminkpads oder -tücher (...) langlebig, wiederverwendbar, waschbar und frei von chemischen Mitteln." Bei vielen Produkten benötigen Sie sogar nicht einmal eine Reinigungslotion oder ähnliches, um das Make-Up oder auch abgestorbene Hautzellen zu entfernen, denn ein bisschen warmes Wasser reicht völlig. Sie sind gut für empfindliche Haut geeignet und können meist über 60 Grad gewaschen werden, sodass sie bei der nächsten Anwendung wieder sauber sind.

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7. Mikroplastikfreie Peelings

Gerade während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr diesen Jahres wurde das Thema Self-Care immer beliebter. Ein heißes Schaumbad nach einem anstrengenden Tag mit Home-Office und Kinderbetreuung oder auch ein schöne Haarkur, um den Abend entspannt ausklingen zu lassen. Da darf natürlich ein hautreinigendes Peeling nicht fehlen. 

Doch was viele Verbraucher nicht wissen ist, dass die Schleifpartikel in den Peelings häufig aus Mikroplastik sind. Das sind Plastikstückchen, die kleiner als 5 Millimeter sind. Leider können diese in den Kläranalagen aufgrund ihrer Größe nicht aus dem Wasser gefiltet werden. Daher gelangen sie ungebremst in die Weltmeere und in andere Gewässer, wo Fische sie dann fressen. Letztendlich nimmt der Mensch dieses Mikroplastik dann über die Nahrung auf.

Ökotest hat zwar dieses Jahr herausgefunden, dass bereits einige Hersteller auf den Einsatz von Mikroplastik verzichten und stattdessen andere Produkte wie Mandelkerne, Kaffee oder auch Salz als Schleifpartikel verwenden, doch es gibt immernoch viele Firmen, die auf vermeidbare Stoffe wie Polyethylen, Polyprophylen und Nylon setzen. Zusätzlich sind in den Peelings häufig Silikone enthalten. Die Testsieger beim Ökotest waren unter anderem Produkte von Kneipp wie das Verwöhnende Creme-Öl-Peeling* oder auch das Duschkaffee Mousse Peeling Espresso Schoko* von Waltz 7.

Falls Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie auch ganz einfach zuhause selbst ein Peeling für Körper und Gesicht anrühren. Der Bund für Umwelt und Naturschutz empfiehlt beispielsweise das folgende Zucker-Peeling:

Zutaten für ein Gesichts- und Körperpeeling:

  • 1/2 Becher Bio Quark
  • 2-3 EL Bio-Honig
  • 3 EL brauner Zucker

Mischen Sie alle Zutaten zusammen. Tragen Sie das Peeling in kreisenden Bewegungen auf die zu behandelnde Körperstelle auf und massieren Sie es leicht ein. Anschließend können Sie es mit Wasser abspülen und sich mit einer Feuchtslotion eincremen.

8. Biologisch abbaubare Wattestäbchen aus Papier

Anfang November 2020 hat der Bundesrat nun endgültig ein Gesetz zur Vermeidung von Einwegplastik und Styropor verabschiedet. Es sieht vor, dass ab Juli 2021 Kunststoffartikel wie Besteck, Teller, Trinkhalme und Wattestäbchen verboten werden.

Das Ziel des Beschlusses ist, dass weniger Kunststoff in den Umweltkreislauf, also in die Böden oder auch in die Gewässer, eingespeist wird und dass die Verschwendung von natürlichen Ressourcen wie Erdöl eingeschränkt wird. Für Besteck, Teller und Trinkhalme gibt es schon viele, sehr bekannte Alternativen, wie beispielsweise Teller aus Papier oder auch Trinkhalme aus Metall. Doch auch für Wattestäbchen gibt es bereits umweltfreundliche Ersatzprodukte. Es gibt es mittlerweile viele Anbieter, die das Plastikstäbchen mit einem Stäbchen aus Papier oder Bambus ersetzt haben. Solche Produkte finden Sie beispielsweise bei dm oder auch bei Amazon*.

9. Menstruationstasse statt Tampons oder Binden 

Gemäß Berechnungen des Spiegels benutzt eine durchschnittliche Frau in ihrem Leben etwa 9000 Tampons und gibt dafür knapp 700 Euro aus. Insgesamt zahlen Frauen sogar über 2000 Euro für ihre Periode. Das ist eine ziemlich große Menge dafür, dass ein Tampon nach etwa sechs Stunden in den Müll geschmissen wird. Doch eigentlich gibt es auch einen anderen Hygieneartikel, bei dem Sie nicht nur sehr viel Geld sparen können, sondern auch weitaus weniger Müll produzieren: die Menstruationstasse.

Eigentlich gibt es Menstruationstassen schon genauso lange wie herkömmliche Tampons, denn beides wurde in den 1930er-Jahren erfunden. Doch leider ist Erstere weit weniger populär - zumindest in den vergangenen Jahrzehnten. Durch die Zero-Waste-Bewegung der letzten fünf bis zehn Jahre konnte die Menstruationstasse aber bereits an Bekanntheit dazugewinnen. Kein Wunder, denn sie bietet viele Vorteile! Die Tassen sind wiederverwendbar und können bis zu zehn Jahre lang halten. Abgesehen davon sind sie im Gegensatz zu Tampons oder Binden meist schadstofffrei und enthalten anders als ihre bekannten Konkurrenten keine Pestizide. Auch die Reinigung ist sehr einfach: Je nach Stärke der Blutung muss die Tasse, die meist aus Silikon oder Naturkautschuk besteht, alle paar Stunden entleert werden. Danach muss sie lediglich mit Wasser ausgespült werden und kann direkt wieder eingesetzt werden. Gelegentliches Abkochen in heißem Wasser entfernt zusätzlich noch die letzten Bakterien. Menstruationstassen gibt es mittlerweile in vielen Drogeriemärkten und online. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, ob Sie eine Tasse für eine leichte Blutung* oder für eine mittlere bis starke Regelblutung* benötigen. 

Falls sie noch mehr über das Thema Nachhaltigkeit erfahren möchten, dann finden Sie hier weitere Informationen darüber, wie Sie in der Küche mit kleinen Tipps und Tricks mehr auf Nachhaltigkeit achten können. 

 

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