• Wie hoch ist die Brandgefahr durch Elektrizität?
  • Warum haben Wohnungen oft zu wenige Steckdosen?
  • Wie viele Geräte darf man an einer Mehrfachsteckdose anstecken?
  • Worauf sollte man beim Kauf einer Mehrfachsteckdose achten?
  • Wo sollte man Mehrfachsteckdosen auf keinen Fall positionieren?
  • Welche Alternativen gibt es zu Mehrfachsteckdosen?

Vergangenes Frühjahr kommt es in einem Mehrfamilienhaus im Münchener Stadtteil Giesing zu einem Brand. Zwei in der Wohnung vermutete Kinder sind zum Glück bereits außer Haus. Ein Mann wird durch die Rauchentwicklung verletzt, als er nach den Kindern schauen will. Der Schaden ist laut Polizei im fünfstelligen Bereich angesiedelt. Die Brandexperten der Kriminalpolizei stellen schnell die Brandursache fest: eine defekte Mehrfachsteckdose. Immer wieder kommt es zu Bränden aufgrund falsch verwendeter oder defekter Steckdosenleisten. Laut Brandursachenstatistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) ist seit Jahren Elektrizität die Brandursache Nummer Eins. Mit dem richtigen Umgang mit Mehrfachsteckdosen kann man das Gefahrenpotential minimieren.

Mehrfachsteckdose: Wie viele Geräte darf man anstecken?

Informationstechnologie, Smart Home, moderne Küchen: Die Anzahl der Elektrogeräte in den Haushalten ist gestiegen. Die Anzahl der Personalcomputer ist laut Umweltbundesamt (UBA) zwischen 2009 und 2019 um fast 21 Prozent gestiegen, die Anzahl an Geschirrspülmaschinen um 15 Prozent, die an Fernsehgeräten zum Beispiel um gut vier Prozent. Gerade in älteren Bestandswohnungen reichen die vorhandenen Steckdosen oft nicht aus. Die Lösung: Mehrfachsteckdosen. Torge Brüning, Brandschutzexperte bei der R+V Versicherung, warnt: "Überlastete, alte oder schadhafte Steckerleisten führen immer wieder zu Schwelbränden. Im schlimmsten Fall kann so das gesamte Gebäude abbrennen."

Die Frage ist unbedingt nicht, wie viele Geräte man einstecken darf. Vielmehr muss man darauf achten, wie viel Watt die einzelnen Geräte verbrauchen. Bewegliche Steckdosenleisten sind laut R+V in der Regel für eine maximale Leistung von 3.500 Watt ausgelegt. Viele Großgeräte wie Waschmaschine oder Trockner verbrauchen jedoch schon mehr als 2.000 Watt, bei Kaffeemaschinen oder Toastern sind es rund 1.500 Watt.

"Normalerweise müsste die Sicherung herausspringen, wenn zu viel Leistung an einer Mehrfachsteckdose hängt. Doch veraltete Strominstallationen oder ein Defekt in einem angeschlossenen Gerät können dies verhindern", weiß Brüning. Dann kann der Mehrfach­stecker überhitzen und einen Kabelbrand auslösen.

Mehrfachsteckdose: Worauf sollte ich achten?

Das R+V Infocenter empfiehlt:

TÜV-zertifizierte Mehrfachsteckdose ansehen
  • Beim Kauf solltest du auf Prüfsiegel wie GS-, CE-, VDE- oder TÜV-Zeichen achten. Von Mehrfachsteckern, bei denen weder Hersteller noch Importeur eindeutig zu identifizieren sind, solltest du Abstand nehmen. Gerade bei minderwertigen Produkten können die Anschlussleistungen deutlich geringer ausfallen als 3.500 Watt.
  • Die Belastungsgrenze sollte beachtet und mit der Leistungsangabe der Geräte abgeglichen werden.
  • Des Weiteren solltest du abgeknickte Kabel und "Kabelsalat" vermeiden sowie defekte Stecker sofort austauschen. Dasselbe gilt, wenn die Stecker extrem heiß werden oder sich verfärben.
  • Steckdosenleisten darfst du nicht abdecken. Denn dann besteht Brandgefahr. Das gilt beispielsweise auch, wenn die Leiste hinter dem Sofa oder hinter Vorhängen "versteckt" ist. Die entstehende Wärme kann nicht entweichen.
  • In feuchten Räumen oder im Freien solltest du Mehrfachsteckdosen nicht verwenden, außer sie sind ausdrücklich dafür zugelassen.

Die sichere und wohl auch schönere Alternative zu zahlreich in den eigenen vier Wänden verteilten Steckdosenleisten ist, die Wohnung von einem Elektro-Fachbetrieb mit Wandsteckdosen nachrüsten zu lassen - genau an den Stellen, an denen du sie brauchst.

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