• Wie unterscheidet sich Margarine von Butter?
  • Margarine im Test: Nachhaltigkeit, Schadstoffe und Mineralöl
  • Was kannst du beim Kauf von Margarine beachten?

Margarine steht inzwischen in vielen Haushalten auf dem Frühstückstisch. Als Butterersatz oder als beliebte Backzutat erfreut sich die cremigere Schwester der Butter großer Beliebtheit. Doch was genau sind die Unterschiede zwischen Butter und Margarine?

Margarine: Was steckt drin?

Während Butter aus entrahmter Milch und damit aus tierischem Fett besteht, wird Margarine aus einer Emulsion aus Wasser und Fett hergestellt. Damit eine Butter sich auch als solche bezeichnen darf, muss sie einen Anteil von mindestens 80 % Milchfett nachweisen und darf maximal 16 % Wasser enthalten.

Margarine wiederum wird aus Pflanzenfett gewonnen. Dafür verwendet man Rapsöl, Sonnenblumenkernöl, Sojaöl, aber auch Olivenöl oder Leinöl. Allerdings muss das Öl natürlich noch in eine streichfähige Form gebracht werden. Das geschieht oft durch die Zugabe von festen Fetten wie Kokos- oder Palmkernfett. Durch eine Zugabe von Wasserstoff, der sich anlagert, kann aus den pflanzlichen Ölen ebenfalls Streichfett gewonnen werden.

Und der Fettanteil? Auch Margarine hat einen Fettanteil von 80 bis 90 %. Die Annahme, dass Margarine fettärmer sei als Butter, ist also nicht richtig. Stattdessen ist es das Fett selbst, dass den Unterschied macht. Pflanzliche Fette haben beispielsweise nicht so starke Auswirkungen auf den Cholesterinwert wie das tierische Fett der Butter. Oft werden allerdings auch pflanzliche Streichfette kritisiert.

Margarine im Test: fehlende Nachhaltigkeit, Schadstoffe und Mineralöl

Ein Kritikpunkt setzt an den Inhaltsstoffen der Margarine an. Laut Stiftung Öko-Test achten viele Hersteller nicht auf die Herkunft der Öle oder verwenden Palmöl. Gerade Palmöl macht die Margarine aus ökologischer Sicht oft zu keinem guten Produkt. Palmöl ist beim Thema Nachhaltigkeit häufig sehr bedenklich. Denn für die Gewinnung werden Ölpalmen in tropischen Wäldern abgeholzt und ganze Grünflächen durch Brandrodung zerstört. Nur wenn das tropische Fett aus nachhaltigem Anbau stammt, kann die Margarine diesbezüglich ohne Bedenken konsumiert werden

Doch auch was den gesundheitlichen Aspekt angeht, schneiden die Margarinen nicht gut ab. Keine der getesteten Margarinen erhielt die Bestnote. In zwei der Produkte fanden die Tester sogar krebserregende Fettschadstoffe: Glycidol und 3-MCPD (3-Monochlorpropandiol). Diese beiden Stoffe haben ein hohes gesundheitsschädigendes Potenzial und kommen oft in Fertigprodukten vor, da sie ein Nebenprodukt bei der Raffination von Ölen und Fetten sind.

Laut Stiftung Öko-Test sind zudem nahezu alle Margarinen mit Mineralöl verunreinigt. Genauer gesagt: mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH). Diese lagern sich in unserem Fettgewebe und der Leber an. Die genauen gesundheitlichen Folgen werden noch untersucht. Oft handelt es sich um Schmieröle, die in der Produktion eingesetzt werden, aber auch Palmöl kann je nach Herkunft und Transport einen hohen Gehalt an MOSH aufweisen.

Was kannst du beim Kauf von Margarine beachten?

Stiftung Öko-Test empfiehlt sich an die Zertifizierung des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zu halten. Diese Zertifizierung steht für:

  • Das Verbot, gesunde Wälder und geschütze Gebiete zu Roden
  • Unterstützung der Kleinbauern bei ihrer Arbeit 
  • Eine faire Bezahlung als Ziel
  • Schutz grundlegender Menschenrechte

Doch nur die Hersteller, die auf ihren Produktverpackungen den Zusatz IP oder SG haben, verwenden ausschließlich zertifiziertes Palmöl in ihrer Margarine, da es auch bei RSPO-Zertifizierung unterschiedliche Level gibt. Es lohnt also sehr genau zu lesen.

Besonders Veganer sollten beim Kauf von Margarine genau hinsehen. Nicht alle Produkte sind rein pflanzlich. Oft enthält Margarine Zusätze wie Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl oder Vitamin D, das aus dem Wollfett von Schafen stammt. Außerdem ist Molke oft als Säuerungsmittel in der Margarine enthalten.

Unser Fazit: Ob Margarine oder Butter konsumiert wird, ist oft Geschmackssache. Doch wie nachhaltig und gesund die Butteralternative ist, hängt vom Hersteller und der Qualität der enthaltenen Inhaltsstoffe ab.