Husten, Sprechen, Niesen oder einfach nur Ausatmen - das Coronavirus SARS-CoV-2 wird vor allem über Tröpfchen und feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel, sogenannte Aerosole, übertragen. In geschlossenen Räumen sinken Tröpfchen aufgrund ihrer Größe schnell zu Boden, doch Aerosole können sich in der Luft ansammeln und im ganzen Zimmer verteilen.

In schlecht oder nicht belüfteten Räumen steigt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion, selbst wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Ob in Schulen, Büros oder den eigenen vier Wänden - Regelmäßiger Luftaustausch hilft, die Viruslast zu senken.

Coronavirus: So lüften Sie richtig zuhause

In einer Wohnung mit üblicher Größe und Personenbelegung sowie normaler Wohnnutzung ohne Besucher, schlägt das Umweltbundesamt vor, mehrmals täglich mindestens 5-10 Minuten bei weit geöffneten Fenstern zu lüften. Als noch effektiver erweist sich das Querstromlüften mittels Öffnen gegenüberliegender Fenster. "Bei kalter Außenluft kann im Innenraum - selbst bei Regenwetter - durch Lüftung eine Austrocknung erzielt werden. Das Dauerlüften über gekippte Fenster ist insbesondere während der Heizperiode zu vermeiden. Es ist energetisch unsinnig und führt zu einem unvollständigen Luftaustausch und lokalen Abkühlungen der Innenwände. Stattdessen soll zur Verringerung der Feuchte im Raum vorzugsweise mehrmals täglich eine kurze Stoßlüftung (Durchzug 5-10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster) durchgeführt werden."

Halten sich mehrere Personen in den Wohnräumen auf, beispielsweise wegen eines Familienbesuchs, empfiehlt es sich während der Besuchsdauer zu lüften. Grundsätzlich gilt: Je mehr gelüftet wird, desto geringer das Infektionsrisiko.

Kommt es bei geschlossenen Fenstern bei einzelnen Personen zu Krankheitssymptomen, wie mehrmaligem Niesen oder Husten, sollte unmittelbar gelüftet werden. Das gilt natürlich auch in Büroräumen.

So lüften Sie richtig im Büro

Vor allem in Büroräumen in denen mehrere Personen aus verschiedenen Haushalten zusammenkommen, ist es wichtig, eine ausreichende Frischluftzufuhr sicherzustellen. Im Winter sollte daher mindestens einmal pro Stunde für etwa drei Minuten gelüftet werden.

In Besprechungs- und Seminarräumen sollten nach Möglichkeit alle 20 Minuten die Fenster geöffnet werden.

Richtiges Lüften in Schulen

Zum Lüften in Schulen, insbesondere den Klassenräumen, wo viele Schüler beieinander sitzen, rät Dirk Messner, Präsident des Bundesumweltamtes: „Wo viele Menschen auf engem Raum zusammen sind, kann sich das Virus in der Luft anreichern. Lüften ist die einfachste und wirksamste Maßnahme, um Viren aus der Luft in Klassenzimmern zu entfernen (...). Einen hundertprozentigen Schutz bietet Lüften natürlich nicht. Auch die weiteren Hygienemaßnahmen gemäß den Vorgaben der Länder sind und bleiben wichtig und sollten im Schulalltag beachtet werden.“

Wie Sie im Winter richtig Heizen, lesen Sie hier: Heizung an im Herbst und Winter: Welche Stufe sind wie viel Grad? So heizen Sie richtig