• Juckreiz nach einem Mückenstich: Spitzwegerich und Zwiebel helfen
  • Insektenstiche mit Wärme und Kälte mildern
  • Wann muss man mit einem Insektenstich zum Arzt?
  • So kannst du Mücken, Wespen und Co. fernhalten

In den warmen Sommermonaten haben Insekten Hochkonjunktur. Was einerseits super für die Umwelt ist, kann andererseits für uns Menschen auch ziemlich unangenehm werden. Neben Zecken, die im hohen Gras lauern, und lästigen Fruchtfliegen gehören auch einige stechende Zeitgenossen zu den nicht so gern gesehenen Gästen. Und das mit gutem Grund: Ein Stich von einer Mücke, Wespe oder Bremse kann nicht nur jucken oder schmerzen, sondern sich auch entzünden. Deshalb ist es wichtig, schnell zu reagieren, um die schlimmsten Symptome infolge des Stiches zu verhindern. Was gegen Mückenstiche hilft und wie du die surrenden kleinen Biester wie auch andere Insekten von dir fernhältst, erfährst du hier.

Welche Hausmittel helfen zur Behandlung von Stichen?

Neben den Produkten aus der Apotheke gibt es verschiedene Hausmittel, mit denen du Mückensticke behandeln kannst. Eines findest du an fast jedem Wegesrand: Spitzwegerich. Die Heilpflanze ist dafür bekannt, dass sie gegen den Juckreiz nach einem Mückenstich hilft. Die etwa 60 Zentimeter hohe Pflanze ist besonders gut an den spitz zulaufenden, mit Längsrillen gezeichneten Blättern zu erkennen.

Spitzwegerich - auch Spießkraut oder Lungenblattl genannt - wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Es enthält außerdem Gerbstoffe, die die Wundheilung unterstützen. Deshalb ist die Pflanze perfekt zur Behandlung von Mückenstichen geeignet. Außer gegen die juckenden Quaddeln hilft Spitzwegerich auch bei Hautreizungen und kleinen Schrammen.

Um das Hausmittel anzuwenden, sammelst du zunächst eine Handvoll frische Spitzwegerichblätter. Diese werden dann zerrieben und auf den Stich gedrückt. Alternativ kannst du auch eine Salbe herstellen, die auch über den Sommer hinaus noch anwendbar ist. 

So hilft Spitzwegerich-Salbe gegen den Juckreiz bei Mückenstichen 

Um eine Spitzwegerich-Salbe selber zu machen, musst du wie oben beschrieben zunächst frische Blätter der Pflanze sammeln. Diese legst du in ein desinfiziertes Schraubenglas und füllst es anschließend mit Oliven- oder einem anderen Pflanzenöl auf, bis die Blätter bedeckt sind.

Das Ganze lässt du dann am besten zwei Wochen lang verschlossen ziehen - einmal am Tag solltest du das Glas jedoch schütteln. Anschließend lässt du das Gemisch durch ein feines Sieb mit Baumwolltuch darin. Nun kommt der Schritt, der aus der Flüssigkeit wirklich eine Salbe macht: Erhitze das Spitzwegerich-Öl zusammen mit etwa 12 Gramm Bienenwachs. Danach kannst du die fertige Salbe in weitere Schraubgläser umfüllen. Sie hält sich nun mehrere Monate.

Ein weiteres äußerst beliebtes Hausmittel gegen einen juckenden Mückenstich ist eine halbe Zwiebel. Dafür schneidet man eine Zwiebel auf und drückt diese auf den Stich. Der Schwefel im Saft der Zwiebel wirkt antibakteriell, lindert den Juckreiz und die Schwellung. Um die geschwollene Einstichstelle zu kühlen, eignen sich Quarkumschläge. Zur Anwendung trägst du den Quark fingerdick auf die entsprechende Stelle auf und wickelst ihn mit einem Tuch ein. Wenn er getrocknet ist, kann der Umschlag entfernt werden. 
Durch das Auftupfen von Franzbranntwein können die Stoffe des Insektenspeichels schneller abgebaut werden. Außerdem wirkt der hochprozentige Alkohol durchblutungsfördernd. 

Insektenstiche behandeln: Das hilft

Leichter gesagt als getan, aber: Versuche nicht zu kratzen! Der Körper schüttet sonst nämlich noch mehr "Juckstoffe" aus, erklärt Christine Eichler, Chefärztin des evangelischen Zentrums für Altmedizin in Potsdam. Zudem entzünden sich aufgekratzte Stiche schneller. Bei Bienenstichen solltest du unbedingt darauf achten, den Stachel sofort zu entfernen. 
Der wichtigste Tipp bei einem Mückenstich ist: Die betroffene Stelle schnellstmöglich zu kühlen. Da die meisten Mückenstiche jedoch draußen passieren, wo man beispielsweise kein Eis oder Coolpacks zur Hand hat, bietet es sich an, kaltes Wasser oder den eigenen Speichel auf den Stich zu geben.
Vor allem Speichel gilt als antibakteriell und kann daher dabei helfen, dass der Mückenstich schnell wieder abschwillt. Zudem ist er meist kühl und lindert gleichzeitig jegliches Brennen und Jucken der Wunde.

  • Kälte: Beim Kühlen der Einstichstelle ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Blutzirkulation wird verringert, wodurch Schwellungen zurückgehen. Kälte wird bei vielerlei Verletzungen als angenehm empfunden und kann sogar den Juckreiz etwas lindern. 
  • Wärme wirkt wahre Wunder gegen Stiche und hat zudem die Fähigkeit Proteine zu zerstören. So werden auch die Eiweiße ausgeschaltet, die mit dem Insektenstich in die Haut gelangen und für den Juckreiz verantwortlich sind. Ein erwärmter Löffel auf der Einstichstelle kann Linderung verschaffen. Gegen starken Juckreiz kann eine lange, heiße Dusche sehr gut helfen, weil die Hitze die Moleküle des Sekrets zerstört. Aber auch mithilfe von elektronischen Stichheilern kann man sich diese Wirkung zu Nutze machen und lästige Stiche schnell loswerden. Bite away Stichheiler bei Amazon ansehen

Tipp: Wir haben Bite Away getestet - der elektronischer Stichheiler hilft mit Hitze gegen Insektenstiche. Alle Infos findest du in unserem Erfahrungsbericht.

  • Cremes und Salben: Der Inhaltsstoff Antihistaminika lindert den Juckreiz. Bei besonders starker Schwellung kann Kortison helfen. Auch Sprays und Salben mit desinfizierender oder kühlender Wirkung werden als angenehm empfunden.
  • After-Stich-Gel: Äußerst beliebt und wahrscheinlich in jeder Haus- und Reiseapotheke vertreten ist das "After-Stich Gel". Dieses wird punktuell auf den Stich aufgetragen und hilft schnell gegen das Jucken und die Entzündung des Stiches auf der Haut.
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  • Mückenpflaster: Kannst du das Kratzen der Stiche einfach nicht lassen? Dann können Mückenpflaster helfen. Sie werden auf die entsprechende Stelle geklebt und verhindern weiteres Kratzen. Vor allem kleinen Kinder fällt es oftmals schwer, die Hände von den juckenden Stichen zu lassen, aber genau dadurch wird der Speichel der Insekten noch mehr verteilt und der Juckreiz verstärkt. Dadurch, dass die Pflaster frei von Medikamenten und sonstigen Wirkstoffen sind, sind sie vollkommen unbedenklich in ihrer Anwendung
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Informiere dich vor der Anwendung bei einem Arzt oder Apotheker und lese die Angaben in der Packungsbeilage. Vor allem bei Kindern besteht nämlich die Gefahr einer zu starken Wirkung von Sprays, was sich beispielsweise in Form von Hautreizungen oder allergischen Ausschlägen bemerkbar machen kann.

"Süßes Blut" lockt Stechmücken an 

Dieser Mythos ist allseits bekannt: Menschen mit "süßem Blut" werden von Mücken eher gestochen als andere. Doch was ist dran? Laut dem Regensburger Biologen Martin Geier, der sich seit Jahren mit dem Verhalten von Stechmücken beschäftigt, gibt es tatsächlich Menschen, die Mücken lieber stechen als andere. Ob man gestochen wird oder nicht, hängt von der Mischung von Stoffen auf seiner Haut ab. Substanzen wie etwa Ammoniak, Fettsäuren und Milchsäure erzeugen einen Geruch, den Mücken entweder anziehend finden - oder eben nicht.

Bremse, Biene oder Stechmücke? Was hat mich gestochen?

Ein unaufmerksamer Moment, ein stechender Schmerz – du wurdest gestochen. Doch wie lässt sich erkennen, welches Insekt gestochen hat? Wie du die Plagegeister optisch voneinander unterscheiden kannst, erfährst du in diesem Artikel.

  • Stechmücken bohren sich mithilfe ihres Stechrüssels in die Haut und saugen Blut. Ihre Stiche können uns mit ihrem Juckreiz fast um den Verstand bringen! Der Schmerzfaktor, genauso wie die Schwellung fallen hingegen eher gering aus.
  • Bremsenstiche sind im Vergleich schon deutlich unangenehmer! Sie jucken nicht nur, sondern schmerzen auch recht stark. Zudem kann der Stich anschwellen und sogar bluten

Bremsen und Stechmücken geben während des Blutsaugens betäubende Stoffe ab, weshalb wir den Stich nicht sofort bemerken. Nach kurzer Zeit löst der Insektenspeichel aber eine allergische Reaktion aus und es fängt an zu jucken.

  • Bienen- und Wespenstiche sind im Vergleich zu anderen Insektenstichen besonders schmerzhaft. Du erkennst sie durch die starke, gerötete Schwellung und dem intensiven Schmerz. Erkennst du einen Stachel, war der Übeltäter eine Biene, die kurz nach Verlust ihres Körperteils sterben wird. Wespen hingegen ziehen den Stachel wieder heraus.

Starke Symptome – Wann zum Arzt?

Für die meisten Menschen sind Stiche von Bienen oder Wespen zwar sehr unangenehm, aber nicht gefährlich. Bei Allergikern kann es darüber hinaus zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen. Neben den lokalen Reaktionen ruft der Stich bei Betroffenen dann Symptome wie Übelkeit, plötzlichen Blutdruckabfall und/oder Atemnot hervor. Für diesen Fall sollten Allergiker immer ein Notfallset dabeihaben. Dieses enthält meist Medikamente gegen allergische Reaktionen sowie eine Adrenalin-Spritze, um im Falle eines anaphylaktischen Schocks den Kreislauf zu stabilisieren. Es sollte sofort ein Notarzt verständigt werden.
Bei Stichen im Mund- und Rachenraum ist ebenfalls sofortige ärztliche Hilfe nötig. Die Schwellung der Schleimhaut kann nämlich Atemnot verursachen! Auch wenn Insektenstiche besonders gespannt oder geschwollen sind, Eiter an der Einstichstelle auftritt, man sich krank fühlt oder geschwollene Lymphknoten bekommt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Stechende Insekten fernhalten: So gelingt es

Um erst gar nicht gestochen zu werden, hilft in erster Linie Vorbeugung.
Zusätzlich zu Fliegengittern vor Fenstern und Türen gibt es beispielsweise einige Pflanzen, die Mücken vertreiben.

Lesetipp: Pflanzen, die Stechmücken so gar nicht mögen. 

Um die Stechmücken fernzuhalten, bietet es sich an Kräuter wie Minze, Eukalyptus oder Zitronenmelisse zu Hause aufzustellen. Auch um Thymian, Basilikum, Rosmarin und Lavendel machen die unbeliebten Gäste lieber einen Bogen. Aus diesem Grund wird empfohlen die genannten Kräuter in Töpfen auf Fensterbrettern und in der Nähe von Haus- und Terrassentüren aufzustellen. So machen die Insekten schon beim Anflug einen Bogen und gelangen gar nicht erst ins Haus oder die Wohnung.

Ätherische Öle, um Insekten fernzuhalten

Die Öle der oben genannten Pflanzen machen sich auch sehr gut als Schutz auf der Haut. Um sich also vor Mückenstichen zu schützen, kannst du ätherische Öle mit Zitronengras, Minz-, Eukalyptus-, Zimt- oder Nelkenaroma auf freiliegende Hautflächen auftragen. Hierbei ist jedoch zu beachten, die Öle erst auf kleinen Hautpartien zu testen, bevor du sie großflächig auf die Haut gibst. Es kann bei einigen Menschen nämlich zu allergischen Reaktionen kommen.
Alternativ kannst du die Aromen durch Duftlampen und -stäbchen freisetzen. Auch getrockneter Lavendel zeigt Wirkung. So ist er dekorativ und effektiv zugleich. 

Der Klassiker: Mückenspray

Anti-Mückensprays bilden einen Geruchsmantel auf der Haut, der die Insekten abhält. Der synthetische Stoff Diethyltoluamid (DEET) hält dabei am längsten auf der Haut. Im Allgemeinen sollten die Sprays bei längerem Aufenthalt im Freien alle vier Stunden neu aufgetragen werden um den Schutz dauerhaft zu gewährleisten. Hierbei sollte man jedoch darauf achten, Augen- sowie Mundpartie auszusparen, da die Sprays die Schleimhäute reizen können.

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In Gegenwart der Übeltäter: Ruhe bewahren: 

Wildes Rumgefuchtel macht die Wespen in der Regel aggressiv und sie stechen erst recht! Versuche daher möglichst ruhig zu bleiben und die Aufmerksamkeit der Insekten nicht auf dich zu ziehen. 

Getränke abdecken:

Damit sich keine Wespe oder Biene in deinem Getränk verirrt und du sie schlimmstenfalls sogar verschluckst, solltest du stets darauf achten Gläser und Flaschen abzudecken. Vor allem zuckerhaltige, süße Flüssigkeiten locken die Insekten an. 

Tipp: Blutsaugende Insekten aus dem Kinderzimmer fern halten

Um Insektenstichen im Kinderzimmer schon einmal vorzubeugen, hilft es natürlich, Fenster und Türen mit speziellen Fliegengittern auszustatten. Wenn dein Kind von einem lästigen Plagegeist gestochen wird, ist das in der Regel nicht schön und wir alle wissen, wie unangenehm und juckend die Folgen eines Stiches sein können.

Ratsam ist es auf jeden Fall, einen Stich genau zu beobachten. Bildet sich ein roter Hof, vielleicht erst nach einigen Tagen, um den Stich, ist es zu empfehlen, schleunigst einen Arzt aufzusuchen. Der rote Hof kann auf eine bakterielle Infektion oder eine Entzündung hindeuten. Eine starke Schwellung oder allergische Reaktionen sollten auch medizinisch abgeklärt werden. Auch die Dauer der körperlichen Reaktionen nach dem Insektenstich sollte beobachtet werden. Klingen die Reaktionen nach ein paar Tagen nach dem Stich nicht ab, sollte das alarmieren und auf jeden Fall ärztlich untersucht werden.

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