Laden...
Franken
Umwelt

Im Winter Salz streuen: Warum das so gefährlich ist - die besten Alternativen

Zu einem richtigen Winter gehören Eis und Schnee dazu, sowie leider auch die Räumpflicht. Von der Verwendung von Streusalz, um den Gehweg eisfrei zu halten, ist allerdings dringend abzuraten. Warum das so ist und welche Alternativen es gibt, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.
 
Schneit es, drohen die Straßen oft zu vereisen - das Ausbringen von Streusalz ist allerdings unbedingt zu vermeiden. Es gibt jedoch zahlreiche alternative Streumittel, die die Straßen und Gehwege enteisen. Foto: Free-Photos/pixabay.com.
Schneit es, drohen die Straßen oft zu vereisen - das Ausbringen von Streusalz ist allerdings unbedingt zu vermeiden. Es gibt jedoch zahlreiche alternative Streumittel, die die Straßen und Gehwege enteisen. Foto: Free-Photos/pixabay.com.
  • Im Winter herrscht Räum- und Streupflicht
  • Falls möglich, sollte dabei jedoch auf Salz verzichtet werden
  • Es gibt gute Alternativen zu Steusalz

  Schnee und Eis gehören zu einem echten Winter dazu - und leider auch die lästige Räumpflicht. Diese besagt, dass an das eigene Grundstück angrenzende Bürgersteige und Wege schnee- und eisfrei gehalten werden müssen. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass die Pflicht in der Regel werktags zwischen sieben und 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen zwischen acht oder neun und 20 Uhr gilt.  Wer Schneeräumen muss und ob der Mieter oder der Vermieter Räum- und Schneepflicht haben, erfahren Sie hier

Deshalb sollten Sie im Winter kein Salz streuen - diese Alternativen sind besser

Die Frage lautet: Wie lässt sich die Fläche am besten enteisen, sodass keine Rutschgefahr mehr droht? Sollten Sie in Gedanken zu Streusalz greifen, verwerfen Sie diese Idee am besten gleich wieder! Laut dem Bundesumweltamt ist das Aufbringen von Streusalz in zahlreichen deutschen Kommunen verboten und wird mit einem Bußgeld geahndet. Und das zurecht: Es schädigt nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Haustiere, Bauwerke und gelangt in das Grundwasser. Zudem gibt es bessere Alternativen zum Streusalz - wir erklären Ihnen, welche das sind. 

Streusalz schädigt Hundepfoten, Brücken, Autos und nicht zuletzt in immensem Ausmaß die Natur.

Und dabei ist die Verwendung von Streusalz zur Enteisung von Straßen oftmals gar nicht nötig, da es zahlreiche Alternativen gibt, die wesentlich besser für die Umwelt sind. Ein Tipp vorweg: Die mit Abstand umweltfreundlichste Methode ist das Schneeschippen - auf Amazon finden Sie viele tolle Angebote für Schneeschaufeln und Co.*

Streusalz schadet Pflanzen

Die Verwendung von Streusalz zur Entfernung von Eis hat weitreichende Folgen für die Pflanzenwelt. Der BUND Landesverband Schleswig-Holstein e.V. weist darauf hin, dass sich das Salz - bei dem es sich zumeist um Natriumchlorid handelt - in Kombination mit Wasser bei Tauwetter zu einer sauren Lösung verwandelt. Diese dringt in den Boden ein und schadet so dem Wurzelwerk von Bäumen und anderen Pflanzen. In der Folge sind die Pflanzen weniger vital und erkranken somit leichter an Pilz- und Bakterieninfektionen.

Außerdem führt die Versäuerung des Bodens zu einem Nährstoff- und Wassermangel der Pflanzen. Aufgrund dessen treiben die Pflanzen im Frühjahr oft später aus,  Bäume lassen vorzeitig ihr Laub fallen oder sterben in Teilen ab. Auch ein vollkommenes Absterben der Pflanze kann eine negative Folge des Gebrauchs von Streusalz sein. Fatal: Der erlittene Schaden zeigt sich meist nicht sofort, sondern erst im Sommer des nächsten Jahres, beispielsweise durch braune Blattränder. Verliert ein Baum schon im Sommer sein ganzes Laub, kann auch das auf einen Schaden des Wurzelwerks hinweisen, bzw. auf einen Wasser- und Nährstoffmangel. Vor allem den Bäumen, die am Straßenrand stehen, wird durch Streusalz ein immenser Schaden zugefügt, dabei handelt es sich oft um Linden, Ahorn oder Rosskastanien. 

Streusalz schadet Tieren

Auch für die tierischen Freunde des Menschen, den Hunden und Katzen, ist Streusalz alles andere als unschädlich. Der BUND Landesverband Schleswig-Holstein e.V. weist auf seiner Website darauf hin,  dass das Streusalz für Schädigungen der Pfoten der Tiere verantwortlich sein kann. Das aggressive Salz greift die empfindlichen Tier-Pfoten an und verursacht somit Entzündungen. Was ebenfalls problematisch ist: Manche Hunde fressen den Schnee, in den das Streusalz hineingeraten ist. Das führt dazu, dass die Magenschleimhaut angegriffen wird und es zu kritischen Reizungen derselben kommen kann. Aus diesen Gründen sollten Hundebesitzer Gegenden meiden, die mit Streusalz behandelt wurden. Nach dem Gassi-Gehen sollten die Pfoten vorsichtshalber mit Wasser abgewaschen werden. 

Das Streusalz gelangt ins Grundwasser

Ein weiteres großes Problem des Streusalzes ist, laut Bundesumweltamt, dass es in den Boden eindringt und somit in das Grundwasser gelangt. Diejenigen Grundwasser-Messstellen, die unweit großer Straßen liegen, stellen häufig erhöhte Chloridwerte im Grundwasser fest. Normalerweise wird jedoch der Grenzwert von 250 mg Chlorid pro Liter nicht überschritten - dennoch sind diese Werte bedenklich, da sich das Grundwasser nur allmählich erneuert und deshalb unbedingt vermieden werden sollte, dass sich zu hohe Konzentrationen chemischer Stoffe ansammeln.

Auch Oberflächengewässer wird durch das Streusalz negativ beeinflusst: Da das Salz in Entwässerungssystemen nie vollständig herausgefiltert werden kann, gelangt es in Flüsse und Bäche. Einige Organismen, die in diesen Gewässern leben, erleiden ab Werten von 200 mg Chlorid pro Liter Schädigungen, andere erst ab 500 mg pro Liter. Selbst wenn häufig keine kritischen Chlorid-Werte in den Oberflächengewässern gemessen werden, sollte es jedoch auch hier unbedingt vermieden werden, den Bogen zu überspannen. Wer die Scheiben seines Autos schnell und komfortabel enteisen möchte, sollte sich das riesige Angebot für Eiskratzer auf Amazon ansehen - darunter auch elektrische High-Tech-Eiskratzer.*

Streusalz schadet Bauwerken und Autos

Und auch Bauwerken kann Streusalz immensen Schaden zufügen: Durch das Salz kommt es zu einer Korrosion des Materials, darauf weist Quarks.de hin. Besonders fatal ist das beispielsweise für Brückenpfeiler und andere Bauwerke aus Beton und Stahl in Straßennähe. Autos sind ebenfalls in Gefahr: Besteht bereits ein kleiner Schaden des Auto-Lacks, wie beispielsweise ein Kratzer, dringt das Salz dort ein und sorgt so dafür, dass die betroffene Stelle rostet.

Weitere Auftaumittel, auf die besser verzichtet werden sollte

Das Bundesumweltamt weist auf seiner Website auf weitere Auftaumittel hin, die aus Gründen des Umweltschutzes nicht verwendet werden sollten. Häufig werden diese auf größeren Flächen angewendet, selten von Privathaushalten. Zu diesen Mitteln zählen unter anderem:

  • Harnstoff: Hat zur Folge, dass Gewässer und Böden ungewollt gedüngt werden. 
  • Mehrwertige, gering flüchtige Alkohole und Ether: Haben einen hohen Sauerstoffbedarf, wenn sie sich im Gewässer abbauen, weshalb sie in Aufbereitungsanlagen aus dem Wasser gefiltert werden müssen.
  • Formiate, Acetate: Diese sind im Abbau umweltschonender, wenn sie in gleichbleibend geringen Mengen in den Boden gelangen. Da sie allerdings oft auf Flugplätzen verwendet werden, ist auch von dem Gebrauch dieser Enteisungsmittel abzuraten. 

Schnee und Eis entfernen: Dazu rät das Bundesumweltamt

Das Umweltbundesamt rät auf seiner Website zu sogenannten "abstumpfenden Mitteln": Diese sorgen für eine erhöhte Griffigkeit, indem sie sich in das Eis einarbeiten. Hier empfiehlt sich in erster Linie Splitt, der aus abgebrochenen bzw. zerkleinerten Gesteins-Teilen besteht. Nachdem Schnee und Eis getaut sind, kann der Splitt einfach aufgekehrt werden und verschwindet so wieder von den Straßen. Die Bearbeitung von Eisflächen aus Straßen mit Splitt führt in den allermeisten Fällen nicht zu Umweltschäden, da das Material nicht ins Gewässer gelangt und auch Pflanzen in keiner Weise schädigt.

Kritik gibt es jedoch auch am Splitt: Für die Herstellung wird häufig ein höherer Energiebedarf benötigt als bei der Herstellung anderer Streumittel. Außerdem muss auch das Beseitigen des Splitts nach dem Abtauen in die Energiebilanz mit eingerechnet werden. Zudem wird vergleichsweise viel Splitt benötigt, um die Straßen und Gehwege gefahrlos passierbar zu machen - denn er muss flächendeckend verteilt werden. 

Weitere Alternativen zu Streusalz: Von Sand bis Sägemehl

Die Website Heimwerker.de informiert über weitere umweltschonende Alternativen zum Streusalz. So können unter anderem Kies, Sand und Granulat zum Einsatz kommen, um die Rutschgefahr auf Gehwegen und Straßen zu bannen. Aber auch Asche und Holzspäne oder Sägemehl eignen sich dafür hervorragend. Beim Kauf von Streumitteln ist generell darauf zu achten, ob die Produkte mit dem Siegel "Der blaue Engel" gekennzeichnet sind, so Der Bund Naturschutz. Durch dieses Kennzeichen wird garantiert, dass keine umweltschädigenden Stoffe im Streumittel enthalten sind.

Eine Vielzahl an Streumitteln finden Sie bei Amazon

Die umweltschonendste Alternative aber bleibt der Griff zur Schneeschippe und dem Besen. Das Bundesumweltamt empfiehlt deshalb, den Schnee und das Eis regelmäßig, mit Beginn des ersten Schneefalls, zu räumen, da der Schnee sonst festgetreten wird und immer schwieriger zu entfernen ist. So lässt sich die Verwendung von Streumitteln gänzlich vermeiden - außerdem herrscht in Deutschland sowieso eine gesetzliche Räumpflicht, der somit zeitnah nachgekommen wird. 

Fazit: Gute Alternativen zum schädlichen Streusalz

Streusalz schadet unseren Haustieren, greift Bauwerke aus Beton und Stahl an und nicht zuletzt hat dieses Auftaumittel extrem negative Folgen für die Pflanzenwelt und gelangt sogar ins Grundwasser. Deshalb ist es besser, ganz darauf zu verzichten und zur Schneeschippe zu greifen - denn das ist die mit Abstand beste Alternative, um den Gehweg umweltfreundlich eisfrei zu bekommen. Unterstützend können sogenannte "abstumpfende Mittel" verwendet werden, beispielsweise Splitt, Sand, Granulat oder Kies. Auch Asche und Holzspäne und Sägemehl können Verwendung finden. 

Verpasse nichts auf der neuen Facebook-Seite „Schon gewusst?“

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegen zu lassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.