• Grillen im eigenen Garten 
  • Grillen auf dem Balkon
  • Darfst du als Mieter im hauseigenen Garten grillen?
  • Müssen Nachbar*innen das Grillen vorher ankündigen?
  • Ist Grillen im Park erlaubt?

Wir sind mittendrin in der Grillsaison. Diese Variante der Fisch-, Fleisch- und Gemüsezubereitung erfreut sich immer größere Beliebtheit. Doch nicht selten fühlen sich die Nachbar*innen durch den damit verbundenen Lärm und durch die Rauchentwicklung belästigt. Was müssen Grill-Fans beachten, damit es keinen Ärger gibt?

Eigentümer haben es gut

Grundstückseigentümer*innen dürfen im Garten im üblichen Rahmen Grillfeste bis 22 Uhr veranstalten. Die damit verbundenen Belästigungen durch Gerüche sowie lautes Reden und Lachen müssen Nachbar*innen hinnehmen (Urteil Landgericht (LG) Frankfurt am Main vom 6.3.1989, Az.: 2/21 O 424/88).

Das Grillen kann jedoch auf zweimal im Monat bzw. zehnmal im Jahr beschränkt sein (Urteil Amtsgericht (AG) Westerstede, vom 30.6.2009, Az.: 22 C 614/09 (II)). In Ausnahmefällen, wie zum Beispiel an Geburtstagen, ist das Grillen bis 24 Uhr erlaubt. Solche Ausnahmefälle sind aber auf viermal im Jahr zu beschränken (Urteil Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg vom 29.7.2002, Az.: 13 U 53/02).

Zwischen 22 und 6 Uhr gilt die Nachtruhe. Wer also zu viel Lärm verursacht oder seine Nachbar*innen zu stark einräuchert, riskiert eine Geldbuße (Urteil Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf vom 26.5.1995, Az.: 5 Ss (OWi) 149/95 - (OWi) 79/95).

Grillen auf dem Balkon hat so seine Tücken

Grillen auf dem Balkon kann durch die Hausordnung oder den Mietvertrag verboten werden. Wer solch einen Mietvertrag unterschreibt und die Wohnung zu diesen Bedingungen mietet, wird im Nachhinein auf dem Klageweg scheitern. Deshalb gilt vor dem Angrillen: Mietvertrag und Hausordnung lesen. Vermieter*innen haben nach einem Urteil des Landgericht (LG) Essen (Urteil vom 7.2.2002, Az.: 10 S 438/01) das Recht, diese Klausel in den Vertrag aufzunehmen. In diesem Fall untersagte die Hausordnung, auf dem Balkon zu grillen, egal, ob auf einem Holzkohle- oder einem Elektrogrill. Daran haben sich Mieter*innen zu halten. Machst du das nicht, musst du im schlimmsten Fall mit einer Kündigung rechnen. Eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) kann durch einen Mehrheitsbeschluss in der Eigentümerversammlung die Hausordnung ergänzen und das Grillen mit offener Flamme verbieten. So entschied das Landgericht (LG) München (Urteil vom 10.1.2013, Az.: 36 S 8058/12 WEG).

Wie oft man auf dem Balkon oder der Terrasse grillen darf, ist nicht eindeutig geregelt. Verschiedene Gerichte kommen deshalb auch immer wieder zu unterschiedlichen Urteilen. Das AG Bonn (Urteil vom 29..4.1997, Az.: 6 C 545/96) hat beispielsweise entschieden, dass man von April bis September einmal im Monat auf dem Balkon grillen darf. Allerdings muss man Mitbewohner*innen zwei Tage vorher darüber informieren.

Die unterschiedlichen Urteile zeigen, dass die Abwägung der nachbarlichen Interessen wesentlich ist. Dazu gehört unter anderem auch der Standort des Grills. Er sollte möglichst weit entfernt vom Nachbarn aufgebaut werden. Zudem ist die Menge der Geruchs- und Rauchbelästigung entscheidend sowie die Art des Grills, die Hausordnung und nicht zuletzt auch die Ortsüblichkeit. 

Darfst du als Mieter im hauseigenen Garten grillen?

Gehört zur Wohnanlage ein Garten und ist dieser mit gemietet, so darf der*die Mieter*in in diesem Garten mit einem Holzkohlengrill grillen. Die übrigen Mieter*innen haben die damit einhergehenden Belästigungen zu dulden.

Etwas anderes kann sich aus dem Mietvertrag ergeben. Untersagt eine Regelung in der Hausordnung das Grillen auf dem Balkon oder der Terrasse, so gilt dies aber nicht automatisch auch für den Mietergarten (Urteil Amtsgericht (AG) Wedding vom 1.6.1990, Az.: 10 C 476/89).

Muss der Nachbar das Grillen vorher ankündigen?

Die Pflicht zur gegenseitigen Rücksichtnahme im Rahmen der Nachbarschaft kann eine Vorwarnzeit begründen. So haben jedenfalls das Amtsgericht (AG) Bonn und das Amtsgericht Halle (Saale) entschieden.

Während das AG Bonn im Rahmen der gegenseitigen Rücksichtnahme eine Vorwarnzeit von 48 Stunden für erforderlich hielt (AG Bonn, Urteil vom 29.4.1997, Az.: 6 C 545/96), hat das AG Halle (Saale) den Ankündigungszeitraum auf 24 Stunden beschränkt. Seiner Ansicht nach dürfe trotz bestehender Rücksichtnahmepflichten der spontane Charakter des Grillens nicht außer acht bleiben. Zudem sei eine größere Vorwarnzeit mit Blick auf die Risiken des Wetters nicht 'interessensgerecht' (AG Halle (Saale), Urteil vom 11.12.2012, Az.: 120 C 1126/12).

Zu beachten ist aber, dass die Entscheidungen nur das Grillen mit Holzkohle betreffen. Ob die Urteile für das Grillen mit Gas oder Strom gelten, ist offen.

Ist Grillen im Park erlaubt?

Wer auf dem Balkon nicht grillen darf, spekuliert vielleicht auf den städtischen Park als Ausweichmöglichkeit. Doch in öffentlichen Parks ist das Grillen nicht immer erlaubt. Es gelten die Regelungen der Kommunen.

Meist gibt es eine Ordnung, die das Grillen nur an bestimmten Plätzen erlaubt. Oft sind bestimmte Bedingungen einzuhalten.

Wegen der Brandgefahr sind außerdem Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Dazu gehören unter anderem Sicherheitsabstände zu Bäumen sowie das gründliche Löschen der Glut. Den eigenen Müll wegzuräumen, ist auch nicht verkehrt.