Bei der anhaltenden Hitze verschlägt es viele Menschen an den Badesee, um die lang ersehnte Abkühlung zu ergattern. Oft dabei sind Luftmatratzen. Doch auch wenn man sich so schön entspannt über den See treiben lassen kann, birgt dies eine ungeahnte Gefahr.

So erklärt Martin Flasbarth, Bezirksleiter der DLRG-Ortsgruppe Duisburg: "Die Leute laufen Gefahr, wenn sie sich irgendwie bewegen, dass sie von der Matratze rutschen. Dann sind ihre Körper von der Sonne aufgeheizt. Kommen sie dann ins kalte Wasser, kann der Kreislauf versagen", warnt er im Interview mit dem Sender RTL.

Kälteschock im Badesee: Darum bergen Luftmatratzen ein Risiko

In Seen entwickelt sich im Sommer eine Temperaturschichtung. Das heißt, es gibt drei verschiedene Schichten im Wasser. Die oberste ist durch die Sonneneinstrahlung aufgewärmt und hat ungefähr 20 Grad. Die Schicht darunter ist allerdings mit circa sechs Grad sehr viel kälter. Auch die unterste Temperaturschicht ist noch einmal kälter und hat nur noch zwischen einem und vier Grad. Befindet man sich also mit seiner Luftmatratze an der warmen Oberfläche eines Badesees, fällt von der Matratze ins Wasser und erreicht eine der unteren Schichten, entsteht das Risiko, einen sogenannten "Kälteschock" zu erleiden. 

Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht erklärt, was unter einem Kälteschock zu verstehen ist: "Zum Beispiel, wenn ein überhitzter Körper längere Zeit auf einem See auf der Luftmatratze gewesen ist und dann plötzlich sehr stark abgekühlt wird in einem kalten Bereich des Sees. Dann gibt es einen Reflex, der zunächst dazu führt, dass die Atmung fast aufhört und der Herzschlag völlig aus dem Rhythmus kommt. Und dann kommt natürlich die Panik hinzu. Das zusammen kann dazu führen, dass Menschen Wasser schlucken und letztendlich untergehen."

Gerade alkoholisierte Menschen können noch schneller einen Kälteschock erleiden. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Schwimmer*in oder Nicht-Schwimmer*in ist. Denn Alkohol weitet die Blutgefäße. Deshalb kann es schon bei einer Wassertemperatur von 20 bis 22 Grad gefährlich werden. Ein zusätzliches Risiko entsteht, wenn Menschen in unbeaufsichtigten Gewässern baden. Denn dann ist schnelle Hilfe nicht immer möglich.

DLRG gibt Tipps für sicheres Badevergnügen

Man sollte sich aber ohnehin nicht immer auf fremde Hilfe verlassen, sondern von Anfang an auf ein sicheres Badeerlebnis setzen. Dafür gibt die DLRG Tipps, die jede*r Badebegeisterte befolgen sollte:

  • nicht zu viel und nicht zu wenig essen, bevor man ins Wasser geht;
  • sich langsam abkühlen, bevor man in einen See geht;
  • nicht in Gewässer springen, bei denen unklar ist, wie tief sie sind;
  • schnellstmöglich die 112 wählen und einen Notfall melden, wenn man Schwimmer*innen in Not sieht;
  • auf keinen Fall mit einem eigenen Rettungsversuch selbst in Gefahr bringen;
  • beachten, dass aufblasbare Schwimmhilfen keine ausreichende Sicherheit im Wasser bieten