• Rücksichtnahme macht's für alle angenehmer
  • Platzmangel, Lärm und Gestank sind Stress
  • Benimmregeln im Zug

Du kannst in der Bahn lesen, träumen, schlafen, arbeiten oder spielen. Du musst dich nicht um Staus oder Routenplanung kümmern. Wie gemütlich! Aber du bist nicht allein. Viele Menschen sind im Zug über längere Zeit auf engem Raum zusammen. Da ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. Gewisse Umgangsformen zu beachten, hilft uns im Alltag das Zusammenleben für alle angenehmer zu machen. Die deutsche Knigge-Gesellschaft aktualisiert dafür Etikette-Ratschläge. Sie will verlässliche Regeln für ein gutes Zusammenleben anbieten und beruft sich auf Werte wie Respekt und Toleranz. Wir geben dir einige Tipps zum guten Benehmen im Zug von Linda Kaiser, der stellvertretende Vorsitzenden der Deutschen-Knigge-Gesellschaft, weiter. Außerdem erfährst du etwas über allgemeine Verhaltensregeln der Deutschen Bahn.

1. Bitte Abstand halten!

Das kommt dir bekannt vor? Wegen der Corona-Pandemie ist es natürlich derzeit besonders wichtig, genügend Abstand zu halten. Und die Hygienemaßnahmen zu beachten - andernfalls droht sogar ein Bußgeld.

Doch abgesehen von Corona, ist es immer respektvoll, anderen Menschen genügend Raum zu lassen.

Zu viel Nähe und Gedränge bedeuten Stress und können aggressiv machen. Wo immer möglich, halte also etwas Abstand zu Fremden, damit sich alle wohlfühlen.

2. Alles meins hier!

Gerade hast du es dir bequem gemacht und die Beine ausgestreckt, da will dein*e Sitznachbar*in raus. Einfach sitzen bleiben und andere über dich klettern lassen? "Man sollte lieber aufstehen, statt sich zusammenzufalten, wenn jemand seinen Platz verlassen möchte", empfiehlt die Fachfrau für gutes Benehmen, Linda Kaiser.

"Jeder Reisende darf nur einen Sitzplatz belegen", heißt es in den AGBs der Deutschen Bahn. Breite dich also nicht zu sehr aus. Dein Rucksack und deine Jacke gehören nicht auf den Sitz neben dir.

Es ist auch nicht rücksichtsvoll, Gepäck am Boden oder gar im Gang zu verteilen. Verstaue deine Sachen in der Gepäckablage, dann kann niemand darüber stolpern.

3. Füße gehören nicht auf den Sitz

Das ist der Grundsatz. Klar, bei längeren Reisen kann es angenehm sein, die Füße mal hoch zu legen. Wenn der Zug nicht sehr voll ist und du es tun willst: Nimm Rücksicht auf alle, die später da sitzen werden.

Füße hoch nur ohne Schuhe und - wegen Fußschweiß - mit einer Unterlage.

Linda Kaiser findet dazu ein Handtuch zweckmäßig. Wenn du keines hast, kannst du beispielsweise eine Zeitung unterlegen.

4. Sei weder maulfaul noch Labertasche

Vor allem für längere Zugreisen gilt: Ein Gruß beim Betreten des Abteils und eine kurze Verabschiedung beim Aussteigen sind höflich. "Wer ein Abteil betritt, sollte freundlich grüßen und damit eine angenehme Atmosphäre schaffen", rät Linda Kaiser.

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Im Großraumwagen musst du natürlich nicht alle Passagiere grüßen. Bei den unmittelbaren Sitznachbarn wäre es aber nett.

Unterhaltungen während der Fahrt sind Ansichtssache: Der eine plaudert gerne, um sich die Zeit zu vertreiben, die andere will lieber ihre Ruhe. Wenn dein Gegenüber nur kurze Antworten gibt, also offensichtlich kein Gespräch will, solltest du das immer respektieren.

5. "Sorry, ich hab’s am Rücken"

Ja, die schweren Koffer fremder Leute in die Gepäckablage zu wuchten, macht wenig Spaß. Doch Hilfsbereitschaft ist eine gute Sache.

Für die, denen geholfen wird. Aber auch für die Helfer: Wer anderen hilft, bekommt gute Laune, denn dabei werden Glückshormone ausgeschüttet.

Und jeder Mensch braucht irgendwann mal selbst Unterstützung. Biete also anderen Fahrgästen deine Hilfe an, wenn du glaubst, sie benötigen welche.

6. Lieber nicht: Stundenlange Handygespräche

Die Details deiner Beziehung und was dein*e Therapeut*in dazu sagt, interessiert fremde Mitreisende eher nicht. Laute und lange Telefonate können andere stören.

Außerdem: Privates soll schließlich privat bleiben. Auch Einzelheiten aus dem Job solltest du nicht öffentlich besprechen, das geht Fremde schließlich nichts an.

Wichtige und längere Gespräche lieber später in Ruhe führen. Ein kurzer Anruf, um zum Beispiel deine Ankunftszeit mitzuteilen, ist natürlich ok. Im ICE gibt es inzwischen übrigens extra getrennte Handy- und Ruhebereiche.

7. Psst! Nicht so laut!

Geräuschvolle online Spiele, Musik, Klingeltöne für jede ankommende Nachricht, Laptopsignale– was für ein Lärm im Zugabteil! Das regelmäßige "Bing" vom Handy nebenan, während du versuchst, zu schlafen, kann wahnsinnig machen.

Willst du in der Bahn spielen, arbeiten oder Musik hören: Benutze am besten Kopfhörer, stelle Signaltöne ab und Musik auf Kopfhörerlautstärke.

So schonst du die Nerven der Mitfahrenden. Die Bahn sagt in ihren AGBs dazu: "Jeder Reisende hat sich so zu verhalten, dass andere Reisende nicht über Gebühr gestört oder belästigt werden."

8. Ja was stinkt denn da?

Essen ist im Zug erlaubt. Übrigens auch während Corona. Und ganz egal, was du essen möchtest.

Doch eine gewisse Rücksichtnahme ist auch hier angebracht. Der gute Limburger Käse und dazu zwei Zehen Knoblauch oder ein Döner mit viel Zwiebeln, das verbreitet Düfte!

Nicht alle Menschen empfinden solche Gerüche als angenehm. Aus Rücksicht auf deine Umgebung wähle für deine Zugreise also lieber geruchsarme Speisen.

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