Aktuell sind rund 18,35 Millionen Menschen Rente. Das ist der Stand der aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Was allerdings jetzt schon teilweise sehr problematisch ist, wird sich in Zukunft noch verschärfen. Denn die sogenannte „Babyboomer“-Generation wird bald ebenfalls zu diesen Zahlen hinzukommen, während die nachkommensärmeren Generationen sie stützen müssen. Auch steigt die Lebenserwartung immer mehr an. Damit verlängert sich der Zeitraum der Menschen, die Rente beziehen. Die Erwerbstätigen nehmen dagegen immer mehr ab. Aufgrund dessen fordern manche sogar erst einen Renteneintritt mit 70 Jahren. 

Peter Bofinger, Würzburger Ökonom, spricht sich gegenüber Focus.de deutlich dafür aus, dass unbedingt alle in das Rentensystem einzahlen müssen. Auch wenn ihm klar ist, dass das vor allem bei Beamten schwer umsetzbar erscheint. Trotzdem ist das für ihn eine wichtige Maßnahme um das Rentensystem zu stützen. Der Ökonom betont außerdem, dass es besonders wichtig ist, eine bereite Masse an Menschen in das System einzahlt. Dabei handelt es ich insgesamt grundlegend um ein geniales Konzept, dass aber eben nur dann funktioniert, wenn es durch alle gestützt wird. 

Die Rente ist schon jetzt für viele nicht ausreichend

Bofinger ist sich zudem sicher, dass durch die zunehmende Digitalisierung die Zahl an Selbständigen zunehmen wird. Gerade dies sollten aber unbedingt in das Rentensystem integriert werden. Viele Optionen bleiben dem Bund ohnehin nicht, um auf die Rentenproblematik zu reagieren. Bofinger ist sich daher sicher, dass eine Integration der Selbständigen eine sinnvolle Lösung wäre. Im Zweifel wäre nur noch eine Erhöhung der Rentenbeiträge zielführend. Ganz zu lasten der Erwerbstätigen. Damit würde der Druck aus dem System genommen werden und die Rente wäre für viele greifbarer.

Ebenso macht der Ökonom sich dafür stark, Besitz wie Immobilien genauso so zu fördern wie den Sparplan eines Arbeitgebers. Seiner Ansicht nach, sollte in den Zeiten von Niedrigzinsen die Frage, wie man Arbeitnehmern einen erfolgreichen Vermögensaufbau zur späteren Altersvorsorge ermöglicht, besser beantwortbar sein. Staatliche Förderungen wären dabei definitiv zielführend. "Der Finanzminister sollte darüber nachdenken, wie er einen Teil dessen, was er dank niedriger Zinsen einspart, in Form von Förderung an die Bürger zurückgibt", so Bofinger.