• Aldi und Lidl beeinflussen das Einkaufstempo der Kund*innen
  • Discounter bevorzugen einen schnellen Einkauf
  • Unser Einkaufsverhalten wird über die Hintergrundmusik gelenkt

Achte bei deinem nächsten Besuch bei Aldi oder Lidl doch mal auf die Geräusche, die dich umgeben. Dabei wird dir im Vergleich zu anderen Geschäften sicherlich etwas auffallen - die Musik im Hintergrund fehlt. 

Aldi und Lidl spielen keine Hintergrundmusik

Vielleicht ist es dir auch schon aufgefallen: Aldi und Lidl spielen keine Hintergrundmusik. Damit soll erreicht werden, dass die Kund*innen schneller einkaufen. Der Einkauf in einem großen Warenhaus ist in der Regel geprägt von unterschiedlichen Bereichen, Schildern zur Orientierung und mehr oder weniger dezenter Musik im Hintergrund. 

Im Discounter ist das anders, da die Kund*innen hier nicht schlendern sollen. Lidl, Aldi und Co. sind deutlich stringenter aufgebaut und die Gänge führen gezielt durch den Verkaufsraum. Kassenbereich und Eingang sind zudem auf einer Höhe und im Hintergrund läuft keine Musik. Letzteres ist tatsächlich kein Zufall, sondern hat einen psychologischen Grund.

Warum gibt es keine Musik?

Wenn Kund*innen einen Discounter besuchen, dann wird weder eine Inspiration noch ein besonderes Einkaufserlebnis erwartet. Wer Lidl oder Aldi besucht, hat in der Regel einen konkreten Plan, was eingekauft werden soll und möchte möglicherweise noch das eine oder andere Schnäppchen machen.

In großen Warenhäusern sorgt die Musik vor allem dafür, dass die Menschen stöbern und entspannt durch den Laden schlendern. Statt sich die Produkte ausgiebig anzuschauen, sollen die Einkaufenden in einem Discounter vor allem schnell durch diesen geleitet werden. Alles soll zügig gehen, damit immer genügend Platz für neue Kund*innen vorhanden ist.

Ein langer Aufenthalt im Laden ist also nicht erwünscht. Damit die Kund*innen den Einkauf so schnell wie möglich abschließen, wird eben keine Musik gespielt. 

Was hat das für Folgen?

Für die Kund*innen hat das keine negativen Folgen, schließlich möchten die meisten genau diese beabsichtigte Atmosphäre vorfinden, wenn sie einen Discounter betreten. Der Psychologe, Jens Lönneker, Geschäftsführer vom Marktforschungsinstitut Rheingold Salon aus Köln, erklärt im Gespräch mit t-online, dass uns die Musik in eine Stimmungslage versetzt, die uns sogar zugutekommt. Statt ausgiebig shoppen zu gehen, stellt der Einkauf im Supermarkt vielmehr eine pragmatische Handlung dar. Den Kund*innen geht es vor allem darum, möglichst rasch alle Einkäufe zu erledigen. 

Der Einfluss von Musik auf das Verhalten der Besuchenden wurde bereits wissenschaftlich bewiesen. So kann schnelle Musik bei einer hohen Dichte an Besucher*innen den Umsatz steigern, da sich ihr Tempo an die erhöhte Frequenz anpasst und die Menschen den Laden somit wieder schneller verlassen. 

Bei einer geringen Personenanzahl kann dagegen langsame Musik den Umsatz steigern, da sich die Einkaufenden ebenfalls wieder dadurch leiten lassen und entspannter durch den Markt schlendern. Bei fehlender Musik wird sich dagegen komplett auf den reinen Einkauf fokussiert. 

Fazit

Unterbewusst nehmen wir die Musik also wahr und lassen uns durch die Dynamik leiten. Aber auch von fehlender Musik werden wir beeinflusst, ohne es zu merken. Das liegt vor allem daran, dass wir mit einer festen Absicht und einem Ziel den Laden betreten und unser Fokus auf der Erfüllung dieser Aufgabe liegt.

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