• Der Stromverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten
  • Geräteart, Standort und Temperatureinstellung sind entscheidend, um Kosten und Energie zu sparen.
  • Das neue Energielabel

In Zeiten steigender Energiepreise stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, den alten Kühlschrank durch ein neues, energieeffizienteres Gerät auszutauschen. Was bei der Beantwortung dieser Frage zu beachten ist, erfährst du hier.

Der Stromverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten

Es kursiert die Auffassung, dass ein Kühlschrank alle 10 bis 15 Jahre reif für ein neues Modell ist. Doch das stimmt nicht unbe­dingt. Falls es sich beim alten Kühl­schrank um ein Energiesparmodell handelt, kann es auch heute noch akzeptable Verbrauchs­werte aufweisen – erst recht, wenn du es an einem kühlen Stand­ort betreibst.

Empfehlens­wert ist in jedem Fall, dem Energieverbrauch mit einem Strom­mess­gerät auf den Grund zu gehen. Grund­sätzlich gilt, dass moderne, effiziente Kompressoren mit deutlich weniger Energie auskommen als die alten Geräte. Das bestätigt eine im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW vom Freiburger Beratungsunternehmen Ö-quadrat durchgeführte Kurzstudie zur Stromeffizienz alter und neuer Kühl- und Gefriergeräte. Insgesamt standen 1069 Geräte, davon 884 Standgeräte und 185 Einbaugeräte, auf dem Prüfstand.

Die Studienergebnisse sind eindeutig: Der Stromverbrauch von Kühlschränken ist seit Anfang der 1990er-Jahre kontinuierlich gesunken. Hier der Vergleich: Ein üblicher Kühlschrank mit Gefrierfach verbrauchte vor rund 30 Jahren 410 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Der durchschnittliche Verbrauch bei einem Neugerät beträgt heute nur noch rund 40 Prozent davon und liegt bei 170 kWh pro Kühlschrank. Auch die anderen Gerätetypen wie Kühlschränke ohne Gefrierfach und große Kühl-Gefrierkombinationen zeigen einen deutlich niedrigen Stromverbrauch bei Neugeräten. Informationen zur Auswahl des richtigen Kühlgerätes und zur Nutzung gibt die Verbraucherzentrale NRW.

Geräteart, Standort und Temperatureinstellung sind entscheidend, um Kosten und Energie zu sparen

Eine Modellrechnung von inFranken.de zeigt exakt den Unterschied: Der Preis einer kWh liegt heute bei knapp 42 Cent, 1990 waren es nur 30 Cent. Ein Kühlschrank kostete 1990 pro Jahr 123 Euro Stromkosten. Das gleiche Gerät liegt bei gleichem Verbrauch in 2022 bei 172,20 Euro. Unberücksichtigt bleibt dabei, dass der Stromverbrauch von Kühlgeräten mit den Jahren signifikant zunimmt. Dies liegt hauptsächlich an der Alterung des Dämmmaterials. Bei älteren Geräten können auch Mängel, wie undichte Türen oder stark verstaubte Kühlgitter, zu einem Mehrverbrauch führen. Der altersbedingte Mehrverbrauch wird mit etwa einem Prozent pro Lebensjahr veranschlagt. Mit dem empfohlenen Messgerät kannst du den Stromverbrauch prüfen und entscheiden, ob sich ein Geräteneukauf lohnt.

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Der Rat von Energieexpertin Gerhild Loer von der Verbraucherzentrale NRW ist eindeutig: „Bei einem Kühlschrank mit Gefrierfach als Standgerät lohnt sich der Austausch nach rund 15 Jahren. Bei Einbaugeräten gilt dies erst ab 20 Jahren, aufgrund der höheren Anschaffungskosten“.

Für den Betrieb eines Kühlschrankes hat sie noch mehr Tipps auf Lager, um Strom zu sparen. Bei der Temperatureinstellung reichen sieben Grad Celsius für den Kühlschrank und minus 18 Grad Celsius für den Gefrierteil. „Auch der Standort des Gerätes ist zu beachten. Je weniger Sonneneinstrahlung auf den Kühlschrank fällt, desto weniger muss das Kühlaggregat arbeiten. Das spart langfristig Strom und verlängert effizient die Leistungsfähigkeit von Kühlgeräten“, erläutert Loer. 

Das neue Energielabel

Wie energieeffizient ist dein neuer Kühlschrank? Und wie leise kühlt er? Das Energielabel beantwortet dir diese Fragen. Das neue EU-Energielabel für Kühl- und Gefriergeräte unterscheidet sich in einigen Punkten von seinem Vorgänger. Erhalten bleibt die bekannte und verständliche Farbskala von Grün bis Rot. Neu ist die Einteilung der Energieeffizienzklassen in A bis G. Und das liest sich so: A steht für die energieeffizientesten Geräte am Markt, G hingegen für die weniger effizienten Modelle. Die bisherigen Plus-Klassen fallen weg. 

Achtung: Die EU-Bestimmungen beinhalten für die Hersteller eine Besonderheit: Um Spielraum für technische Fortschritte und zusätzlichen Anreiz für Hersteller zu geben, ist die Energieeffizienzklasse A zunächst bewusst frei geblieben. Jetzt schon effiziente Modelle befinden sich daher nach der Neuskalierung auf der niedrigeren Klasse B. Und noch ein Hinweis zum möglichen Energiesparvolumen: Bei der Produktgruppe Kühlgeräte lässt sich bis 2030 der jährliche Stromverbrauch um 10 Terawattstunden (TWh) senken. Das ist fast so viel wie der jährliche Stromverbrauch von Hamburg.

Eine gute Empfehlung für preisbewusste Haushalte ist es, ein effizientes Standgerät zu kaufen. Dieses lohnt sich in vielerlei Hinsicht mehr als ein ineffizientes Einbaugerät. Hierbei geht es nicht nur um Geld: Bei der ökologischen Bewertung spielen die Treibhausgasemissionen und der Ressourcenverbrauch bei der Produktion eine Rolle, aber darüber gibt das EU-Label auch keine Auskunft.

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