Durchschnittlich verbraucht jeder Deutsche täglich 120 Liter Wasser, egal ob zum Duschen, Kochen oder für den Toilettengang, das meiste hiervon landet allerdings im Abwasser. Dieses fließt durch die Kanalisation in die Klärwerke, wo es mit großem Aufwand gereinigt wird und anschließend wieder ins Grundwasser kommt. 

Dabei ist Abwasser nicht gleich Abwasser. So hat das Schmutzwasser eines Waschgangs einen ganz anderen Grad der Verschmutzung als beispielsweise Toilettenwasser. Unterteilt werden die Verschmutzungen in "Schwarzwasser", "Grauwasser" und "Regenwasser". Je dunkler die Bezeichnung, desto stärker ist das Wasser in der Regel verschmutzt.

Die Toilette ist kein Mülleimer: Abwasser-Reinigung ist teuer - am Ende zahlt der Verbraucher

Die Toilette ist kein Mülleimer, das sollte vielen Leuten bewusst sein. Dennoch gelangen viel zu viele Abfälle in die Kläranlagen, welche hier eigentlich nichts verloren haben. Die Reinigung des Abwassers verursacht natürlich Kosten, welche der Verbraucher am Ende über den Wasserpreis selbst tragen muss. Je mehr Müll also in unser Abwassersystem eintritt, um so aufwendiger wird die Reinigung und um so höher werden die Preise für Wasser. Landet das Abwasser aufgrund von Müll nicht direkt im Klärwerk, sondern führt auch noch zu Verstopfungen im Rohrsystem, so entstehen zusätzlich Probleme in den Pumpwerken und es entstehen noch höhere Kosten.

Klar ist also:  Um das Grundwasser nicht dauerhaft zu verunreinigen, sollten Verbraucher auf verschiedene Dinge achten. Vor allem bei der Frage, was in der Toilette heruntergespült werden darf.

Das alles gehört nicht in die Toilette

  • Arzneimittel dürfen auf gar keinen Fall in die Toilette geschmissen werden. Generell dürfen Medikamente, wie Antibiotika, Hustensäfte, Tropfen oder ähnliches niemals in das Wassersystem gelangen. Diese Mittel können in der Kläranlage nicht richtig abgebaut werden und würden unser Grundwassersystem sehr belasten. Geben Sie Ihre übrig gebliebenen Arzneien wenn möglich in der Apotheke zurück.

  • Essensreste werden leider auch häufig in der Toilette heruntergespült. Allerdings setzen sich Speisereste, Öle und Fette in den Abwasserrohren fest und führen zu Verstopfung und ekligen Gerüchen. Dadurch wird Ungeziefer wie Ratten angelockt und die Reinigung wird noch aufwendiger, also erneut teurer. Speisereste gehören (in der Regel) in den Biomüll und Fettreste am besten abgefüllt in ein Einwegglas und werden dann ebenfalls entsorgt.

  • Lacke, Farben, Säuren und Laugen belasten wegen ihres hohen Schadstoffgehalts Wasser, Pflanzen und Tiere. Somit dürfen Hauschemikalien unter  keinen Umständen über das Abwasser entsorgt werden. Um diesen Müll zu entsorgen, wenden Sie sich bitte an Recyclinghöfe.

  • Hygieneartikel werden besonders gerne von Frauen in der Toilette heruntergespült. Oft landet ein Tampon im Klo, denn es ist einfach praktischer oder es gibt schlichtweg keine andere Entsorgungsmöglichkeit. Doch solche Artikel verstopfen die Rohre aufgrund ihrer starken Saugfähigkeit zunehmend. Dies gilt außerdem für Wattepads, Wattestäbchen, Abschminktücher, Feucht- und Babytücher sowie weitere Hygieneartikel.

  • Taschentücher und Küchenpapier wandern regelmäßig in die Toiletten. Doch eigentlich gehören auch sie in den Restmüll. Herkömmliches Toilettenpapier ist darauf ausgelegt, im Wasser zu zerfasern. Küchenpapier und Tempos sind aus einem deutlich festeren Material gemacht und somit nicht zur Entsorgung im Wasser ausgelegt.

  • Feste Abfälle kommen normalerweise nicht aus Zufall ins Klo und es sollte klar sein: Die muss ich anders entsorgen. Doch immer wieder landen Zigarettenstummel, Kondome, Verbände oder ähnliches im Abwasser. Auch diese Dinge gehören aber in den Restmüll.

  • Auch tote Fische sollten nicht über den Toilettenweg, sondern je nach Kommune über den Bio- oder Restmüll entsorgt werden. Oder Sie denken über eine kleine Beerdigung in Ihrem Garten nach.

Weitere Tipps zum Entsorgen von Restmüll, Verpackungsmüll, Biomüll oder Altpapier, finden Sie hier.

Um mehr Aufmerksamkeit für die steigenden Müllmengen in deutschen Abwasserkanälen zu erreichen, hat auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) über die Toilettennutzung aufgeklärt.