• Welche Ursachen hat Bettwanzenbefall?
  • Krankheitsüberträger von Viren und Bakterien
  • Schmerzhafte Bisse und starkes Jucken
  • Bettwanzen im Hotel erkennen können

Bettwanzen sind kleine, parasitische Blutsauger, die trotz der guten Hygieneverhältnisse in Deutschland immer häufiger auftreten. Sie stammen ursprünglich aus dem asiatischen Raum und sind klassische Zivilisationsfolger. Ihnen spielt die globale Reisefreudigkeit in die Hände. So ist es also kein Wunder, dass man sich die krankheitserregenden Plagegeister meistens aus dem Urlaub mit nach Hause schleppt. Sie sitzen in den Polstern von Flugzeugen, Hotelzimmern, Reisebussen, Kreuzfahrtschiffen oder Zugwagons. Deshalb sind die Kosmopoliten mittlerweile fast auf der ganzen Welt zu finden. Bettwanzen sind zudem, anders als ihr Name vermuten lässt, nicht nur in Betten oder Polstermöbeln zu finden. Sie leben nahezu in allen Textilien, wie beispielsweise Teppichen, Kleidung, Hunde- und Katzenbettchen, Handtüchern oder Vorhängen. Nicht selten hocken sie auch in Vogelnestern, Pferdeställen oder bei anderen Tieren, mit denen wir direkt oder indirekt Kontakt haben. Sogar in Höhlen an Fledermäusen wurden sie schon gefunden.

Parasit im Bett: Eine Wanze kommt selten allein

Die nachtaktiven Bettwanzen sind mit einer Körperlänge zwischen 3,8 und 5,5 Millimeter Winzlinge, die jedoch stets in Massen auftreten. Eine Bettwanze kommt niemals allein. Hat eine Bettwanze ein passendes Wirtstier oder einen lukrativen Menschen zum Ansaugen ausgemacht, sonders sie spezielle Lockstoffe ab, die andere Bettwanzen rasch anlocken.

Bettwanzen haben einen länglichen und recht flachen Körperbau. Das ist eine Anpassung an ihren "Lebensraum", um sich tagsüber in trockenen Ritzen, Spalten und Kerben in den Textilien oder Polstern zu verstecken. Bettwanzen haben sich weitestgehend auf den Menschen und seine Tiere als Wirte spezialisiert. Wird man angesaugt, kann das bis zu zehn Minuten dauern. Die Wanze nimmt dabei das bis zu siebenfache Eigengewicht auf. Bettwanzen leben bis zu einem halben Jahr. Die Weibchen sind in der Lage, jeden Tag bis zu zwölf Eier zu legen.

Diese hervorragende Anpassung der Parasiten macht es uns um so schwieriger, die Blutsauger zu entdecken. Findet man eine Bettwanze, stößt sie ein spezielles Sekret mit einem bestimmten Duftstoff aus, der den anderen Bettwanzen signalisiert, dass sie flüchten sollen. Des Weiteren machen den Tieren sogar eiskalte Temperaturen und vierwöchiger Nahrungsmangel nichts aus. Angelockt werden Bettwanzen übrigens über unseren Atem.

Bettwanzen erkennen: So stellst du einen Befall fest

Spätestens an den stark juckenden Stichen, die oft in einer Linie hintereinander an in der Nacht unbedeckten Hautstellen zu finden sind, kann man einen Bettwanzenbefall im eigenen Zuhause feststellen. Die Wanze saugt nach dem Biss Blut, wandert dann ein Stückchen weiter und beißt erneut. So entsteht das klassische Bissmuster auf der Haut in einer Linie. Durch das anschließende Kratzen können Hautentzündungen entstehen. Außerdem können Bettwanzen Viren und gefährliche Bakterien übertragen. Insgesamt konnten bereits 28 verschiedene Krankheitserreger in Bettwanzen nachgewiesen werden. Unter anderem auch die Erreger von Hepatitis und HIV.

Anti-Bettwanzen-Spray bei Amazon ansehen

Riecht es im Zimmer merkwürdig süßlich, kann das ein Anzeichen auf einen extremen Befall von Bettwanzen hindeuten. Es könnte der Geruch des Lockstoff-Sekretes der Bettwanzen sein. Des Weiteren kann es bei Bettwanzenbefall im Zimmer korianderartig, nach Früchten oder Bittermandel riechen. Das schließt auf das Warnsekret der Bettwanzen.

Selbst bei gezielter und intensiver Suche wird man kaum Bettwanzen entdecken, weil sie sich so gut verstecken. Meistens deuten winzige, dunkle Kügelchen auf einen Befall hin. Das ist der Kot der Tiere. Blutspuren auf der Bettwäsche deuten auf im Schlaf zerdrückte Bettwanzen hin. Grundsätzlich fühlen sich Bettwanzen in unhygienischen Verhältnissen deutlich wohler als in einer sauberen Umgebung.

Bettwanzen bekämpfen: Oft hilft nur noch der Kammerjäger

Um einem Bettwanzenbefall vorzubeugen, sollten die Kleidungsstücke nach einer Reise umgehend bei 60 Grad gewaschen werden. Stellt man einen Bettwanzenbefall bei sich zu Hause fest, gibt es spezielle chemische Mittel, um die Parasiten zu beseitigen. Dies sollte im Idealfall vorher von einem fachkundigen Kammerjäger entschieden werden.

Wohnt man zu Miete, sollte der Vermieter mit in die Entscheidung der Vernichtungsweise der Bettwanzen eingebunden werden. Der Kammerjäger wird die entsprechenden Schädlingsbekämpfungsmittel angesichts der Raumstruktur und der Dichte der Versteckmöglichkeiten für die Tiere einsetzen. Es gibt dafür spezielle Sprays, Klebefallen und Puder. Auch eine Bekämpfung durch die extreme Erhöhung der Raumtemperatur ist möglich.

Bei einer andauernden Temperatur ab 55 Grad über einen längeren Zeitraum können die Wanzen, Larven und Eier sterben. Umgekehrt lassen sich befallene Textilien in der Gefriertruhe bei Minus 19 Grad über einen längeren Zeitraum vernichten. Die Bearbeitung mit einem Dampfreiniger kann helfen, Polstermöbel und Betten von den Bettwanzen zu befreien. Matratzen sollten idealerweise zur Vorbeugung eines Befalles alle fünf bis acht Jahre ausgetauscht werden.

Artikel enthält Affiliate Links

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegenzulassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn du auf einen dieser Links klickst und darüber einkaufst, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.