• Experten warnen vor dem Gebrauch von Toilettenpapier
  • Warnung vor Klopapier: Es enthält giftige Chemikalien 
  • Aus Regenwald wird Toilettenpapier
  • Alternativen zu Klopapier: So schonst du dich und deine Umwelt

Achtung! Warnung vor Klopapier: Toilettenpapier ist einer unserer wichtigsten, alltäglichen Verbrauchsartikel. Es ist für uns so selbstverständlich, dass wir uns beim Kauf des Produktes in der Regel kaum Gedanken darüber machen. Wenn, dann kreisen die Gedanken der Kaufentscheidung um den Preis des Toilettenpapiers oder ob uns die Qualität oder der Duft gefällt. Welchen Hintergrund die Herstellung von Toilettenpapier hat, warum Toilettenpapier gesundheitsschädlich sein kann und zu welchen Alternativen wir raten, erfährst du in diesem Artikel. Auch interessant: Öko-Test hat 20 Recycling-Toilettenpapiere getestet - sechs davon sind "sehr gut".

 270.000 Bäume werden täglich abgeholzt um Toilettenpapier herzustellen

Woher stammt unser Toilettenpapier? Wenn dieser Frage auf die Spur gegangen wird, erscheint der Preis für das Toilettenpapier, den wir im Supermarkt oder der Drogerie bezahlen, zu gering: Denn jeden Tag werden laut Statista.de 270.000 Bäume für die Herstellung von Toilettenpapier abgeholzt.

Das heißt, dass alle zwei Sekunden eine Urwaldfläche in Größe eines Fußballfeldes verschwindet. Insgesamt verbraucht jeder Deutsche laut einer Studie des Industrieverbands für Körperpflege und Waschmittel rund 64 Rollen Klopapier pro Jahr.

Mit unserem Verbrauch befinden wir uns weltweit im Mittelfeld. Im Süden, in Spanien zum Beispiel, wird nur etwa die Hälfte unseres Klopapierbedarfs verbraucht, in Schweden hingegen die doppelte Menge. Amerikaner verbrauchen als Spitzenreiter durchschnittlich 141 Rollen pro Kopf pro Jahr. Tipp: Wie du dein Badezimmer nachhaltiger gestaltest und auf Plastik, Silikon und Co. verzichtest, erfährst du in unserem Artikel.

Alternative zu Klopapier: Aus Regenwald wird Toilettenpapier

Der Verbraucher bestimmt den Markt - das ist bei uns in Deutschland auch bei Toilettenpapier der Fall. Da wir Deutschen bevorzugt zu komfortablen, weißen, weichen, mehrlagigen, reißfestem und wohlriechenden Toilettenpapier greifen, reagiert auch der Markt auf unseren Wunsch. Es wird also bereits seit 1928 überwiegend neues Toilettenpapier aus frisch abgeholzten Bäumen für uns produziert. Für die Toilettenpapierproduktion muss der Urwald für die Anzucht geeigneter Bäume weichen, die auf der gerodeten Urwaldfläche plantagenartig angepflanzt werden.

In der Regel handelt es sich um Eukalyptusbäume. Die größten Pflanzgebiete von Eukalyptusplantagen befinden sich in Brasilien, Chile, Kanada, Russland und Uruguay. Neben Eukalyptus sind die Hölzer von Birken und Fichten zur Verarbeitung geeignet. Für die Verarbeitung von Toilettenpapier werden Zellulosefasern benötigt. Dafür müssen in einem bestimmten Verfahren diese Fasern vom Holz des Baumes abgelöst werden. Rund die Hälfte des Baumes ist für das Produktionsverfahren dafür jedoch unbrauchbar und wird nach der Verarbeitung verbrannt. Ein weiteres Problem: rund 12.000 Liter Wasser pro Hektar Plantagenfläche werden pro Tag für Eukalyptusplantagen benötigt, wie die Tropenwaldstiftung erklärt. Das senkt den Grundwasserspiegel drastisch.

Was für eine Verschwendung für einen Wegwerfartikel! Aus Gründen wie zum Beispiel der Herstellung von Toilettenpapier sind letztes Jahr rund 122.000 Quadratkilometer Regenwald verloren gegangen. 42.100 Quadratkilometer davon waren bis dahin unberührter Urwald. Nach langen Transportwegen gelangt der Zellstoff letztendlich aus den Produktionsländern zur Weiterverarbeitung nach Deutschland. Dort wird das Toilettenpapier mittels eines hohen Energie- und Wasserverbrauchs fertig produziert und wandert im Anschluss für uns in die Verkaufsregale.

Gesundheitsschädliches Toilettenpapier: Gefährliche Chemikalien wurden endeckt 

Für das strahlende Weiß, die Weichheit und die lustigen, aufgedruckten Motive benötigt der Hersteller des Toilettenpapiers viele Chemikalien. Aufheller und andere giftige Stoffe gelangen nach dem Spülvorgang in unser Abwasser und können nur schwer wieder abgebaut werden.

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Gerade feuchte Hygienetücher sind mit äußerster Vorsicht zu genießen. Sie enthalten sogar Formaldehyd. Dieser Stoff ist laut Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) stark krebserregend und krebsfördernd.

Lese-Empfehlung: Weshalb Recycling-Toilettenpapier laut Öko-Test die bessere Variante ist, erfährst du in unserem Artikel.

 Alternative zu Klopapier: Recycling, Bambus, Gras & Co. 

Der Griff zum richtigem recycelten Toilettenpapier schützt den Regenwald, Ressourcen, Bäume und das Klima. Aber Achtung: recyceltes Toilettenpapier muss nicht unbedingt gleichzeitig umweltfreundlich sein. Bei manchen Anbietern ist das ein Marketingtrick. Am meisten Vertrauen sollte man auch hier zertifiziertem Toilettenpapier mit dem Umweltsiegel Blauer Engel. Dieses Siegel versichert, dass das Toilettenpapier zu 100 Prozent aus recyceltem Papier besteht. Empfehlung: Bei Amazon findest du eine große Auswahl an Recycling-Toilettenpapier, das den Blauen Engel trägt.* Eine erst einmal verrückt klingende Idee ist Toilettenpapier aus Gras: Der Hersteller Hakle* hat mittlerweile ein Produkt im Sortiment, das aus diesem schnell wachsenden Rohstoff besteht.

Wer jetzt aufgrund der Hintergründe von der Herstellung ganz auf Toilettenpapier verzichten will, sollte zur Dusche* greifen. Das wäre die umweltfreundlichste Variante beim Verzicht auf Toilettenpapier. Einfach nach dem Toilettengang kurz abbrausen und mit einem Handtuch oder Waschlappen abtrocknen. Das ist in manch anderen Ländern, wie beispielsweise Indien, Pakistan, Bangladesch oder Malaysia nicht unüblich und schont die Umwelt massiv, ist also eine gute Alternative zu Klopapier

Weiterer Tipp: Schon einmal von Toilettenpapier-Gel* gehört? Dieses dient zur Vermeidung von feuchtem Toilettenpapier, das wie bereits erwähnt, durch seine Inhaltsstoffe auch deiner Gesundheit schaden kann. Diese Alternative gibt es auch in Form von Schaum*. Eine weitere umweltfreundliche Alternative ist Klopapier aus Bambus*, da diese Pflanze sehr schnell wächst und wenig Wasser verbraucht.

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