• Förderungen nach dem KfW-55-Standard fallen weg
  • Höhere Mindestlöhne machen das Bauen teurer
  • Solaranlagen werden bei Neubauten zur Pflicht
  • Die EEG-Umlage sinkt - die Heizkosten steigen
  • Die Grundsteuerreform: einige profitieren, andere nicht

Im Jahr 2022 müssen sich Häuslebauer auf einiges einstellen. Manche Förderungen wird es nicht mehr geben, andere Pflichten kommen dagegen auf sie zu. Neben der Corona-Krise und dem Krieg in der Ukraine sorgen auch steigende Mindestlöhne für höhere Preise beim Bauen. 

Die Anforderungen an Neubauten steigen deutlich

Die bisherige Förderung von Niedrigenergie-Häusern nach dem KfW-55-Standard lief - zumindest für Neubauten - zum 31.01.2022 aus

Für alle anderen Bauherren gilt ab dem 01. Februar 2022 der strengere KfW-40-Standard. Das heißt, dass im Vergleich zu einem im Gebäude-Energiegesetz (GEG) festgelegten Referenzgebäude nur maximal 40 Prozent der Primärenergie verbraucht werden darf. Das ist zwar gut für die Umwelt, verursacht aber auch weitere Baukosten. Dazu kommt auch noch die Pflicht zu Solaranlagen, die zurzeit jedoch nur in Baden-Württemberg für Neubauten gilt.

Weitere Bundesländer sind noch am Beraten. Damit relativiert sich jedoch auch die Fördersumme, zumal die Kosten für den Hausbau dann überproportional zur CO2-Einsparung steigen dürften. Ein weiterer Kostenfaktor sind auch die ab Januar geltenden höheren Mindestlöhne im Baugewerbe. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) möchte zukünftig vor allem auch die energetische Gebäudesanierung von bereits bestehenden Immobilien unterstützen, um mehr Kohlendioxid einzusparen. Somit kann sich auch der Kauf und die anschließende Instandsetzung von älteren Immobilien lohnen.

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Die EEG-Umlage sinkt und die Heizkosten steigen - zwei wichtige Kostenfaktoren

Die gute Nachricht zuerst: Beim Strom sinkt die EEG-Umlage von 6,5 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) auf 3,723 ct/kWh. Doch sollte man sich hier nicht zu früh freuen, da auf der anderen Seite die Kosten für die Strom-Beschaffung durch die Energieversorger deutlich steigen.

Insgesamt wiegt sich das jedoch gegenseitig auf, sodass für Verbraucher*innen der Strompreis insgesamt wohl relativ stabil bleiben wird. Das lässt sich leider bei den Kosten für Gas und Erdöl nicht behaupten. Durch die Steigerung der CO2-Abgabe von bislang 25 € auf 30 € pro Tonne im Jahr 2022 und bis zu 55 Euro im Jahr 2025, ist bis dahin mit mehr als einer deutlichen Preissteigerung der Heizkosten zu rechnen. Hinzukommen Auswirkungen der Corona-Krise und des Ukraine-Krieges.

Aus diesem Grund ist es gerade für Immobilienbesitzer*innen nicht uninteressant, über eine energetische Gebäudesanierung nachzudenken, um die Kosten für Gas und Öl auf diese Weise zu reduzieren.

Was die Grundsteuerreform bringt

Die von allen Grundstücks- und Immobilienbesitzer*innen zu entrichtende Grundsteuer orientiert sich an den sogenannten Einheitswerten. Diese dienen den Gemeinden zusammen mit dem Grundsteuermessbetrag zur Berechnung des Hebesatzes zur Bestimmung der jeweiligen Steuerhöhe.

Diese Einheitswerte stammen jedoch aus den Jahren 1964 für West- und 1935 für Ostdeutschland. Das Bundesverfassungsgericht hat diese veralteten Werte im Jahr 2018 für verfassungswidrig erklärt. Deshalb müssen diese ab dem 01. Januar 2022 neu berechnet werden und alle Eigentümer*innen haben in der Zeit vom 1. Juli bis spätestens zum 31. Oktober eine Feststellungserklärung in elektronischer Form bei der Finanzverwaltung abzugeben.

Zukünftig muss dann bei der Bemessung der Grundsteuer nicht nur die Flächengröße berücksichtigt werden, sondern auch der Wert des Grundstücks und der darauf stehenden Gebäude. Dabei soll die Grundsteuer zwar für die Grundstücks- und Immobilienbesitzer*innen insgesamt nicht steigen, dennoch kann diese für den einen etwas höher und für andere etwas niedriger ausfallen.

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