Das Jahr 2022 ist bereits in vollem Gange und die ersten Änderungen sind bereits umgesetzt: Höherer Mindestlohn, Kinderzuschlag und mehr. Aber im neuen Jahr kommen noch viele weitere Veränderungen auf uns zu - in allen möglichen Lebensbereichen. Wir haben alles, was du wissen musst, für dich hier zusammengefasst.

Änderungen für Arbeitnehmer 2022: Das musst du im Job wissen

Für Arbeitnehmer*innen ändert sich in diesem Jahr einiges. Viele Neuerungen sind erfreulich. So dürfen sich Beschäftigte beispielsweise bereits seit 1. Januar über einen höheren Mindestlohn freuen. Bis Ende März hast du außerdem noch die Chance, einen steuerfreien Corona-Bonus zu ergattern. Pflegekräfte und Auszubildende sollen sich 2022 über mehr Lohn freuen dürfen. Für Pflegepersonal könnte es demnach bald den doppelten Netto-Lohn geben. Außerdem wird die gesetzlich festgeschriebene Mindestausbildungsvergütung für Auszubildende erhöht. Und zwar von bisher 550 auf 585 Euro. Der Lohn steigt außerdem prozentual in den Ausbildungsjahren. 

Das ändert sich außerdem für Arbeitnehmer*innen 2022:

  • Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen: Ab dem 15. März 2022 müssen alle, die in Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegewesens arbeiten, einen Impf- bzw. Genesenennachweis vorlegen können.
  • Minijobber*innen bekommen mehr Pflichten: Ab dem 1. Januar 2022 müssen Minijobber*innen angeben, bei welcher Krankenversicherung sie versichert sind. Zudem muss die Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) an die Minijob-Zentrale übermittelt werden.
  • Krankschreibungen werden digital: Du musst deine Krankmeldung nicht mehr selbst beim Arbeitgeber abgeben.
  • Zuschuss für betriebliche Altersversorgung kommt auch für Altverträge.
  • Homeoffice-Pauschale wird verlängert: Wenn du von zu Hause arbeitest, kannst du weiterhin Kosten von der Steuer absetzen.
  • Arbeitslos melden geht ab 2022 auch online: ganz einfach auf der Website der Arbeitsagentur

Änderungen für Autofahrer 2022: Das musst du hinterm Steuer beachten

Auch für Autofahrer*innen ändert sich im neuen Jahr einiges. So wird zum Beispiel die Maske im Auto Pflicht - allerdings nicht beim Fahren, sondern lediglich im Verbandskasten. Hier musst du ab jetzt zwei Corona-Schutzmasken vorweisen können, sonst wird es teuer. Hast du keine Masken dabei, musst du ein Bußgeld bezahlen. Und auch die werden 2022 höher: Der Bußgeldkatalog wird angepasst. Für verschiedene Vergehen musst du jetzt noch tiefer in die Tasche greifen. 

Das ändert sich außerdem für Autofahrer*innen 2022: 

  • Der Führerscheinumtausch steht an: Führerscheine aus einigen Jahrgängen müssen jetzt umgetauscht werden - und Vorsicht: Die erste Frist läuft schon in ein paar Tagen ab.
  • Neue Sicherheitssysteme in Autos werden Pflicht: Mitte des kommenden Jahres 2022, am 6. Juli, greift eine neue EU-Verordnung. Neue Fahrzeuge müssen dann bestimmte Assistenzsysteme vorweisen.
  • Mehr Rechte beim Autokauf: Kund*innen seit dem 1. Januar 2022 bei einem Autokauf besser geschützt als bisher. Demnach wurde die Rechtslage (Verlängerung der Beweislastumkehr) weiter zugunsten des Käufers verbessert.
  • Änderungen bei der KFZ-Versicherung: Die Beiträge für die Kfz-Versicherung werden ebenfalls geändert - sowohl Vollkasko als auch Teilkasko. 
  • E-Auto-Förderung: Hybrid-Modelle müssen bestimmte Anforderung erfüllen.
  • Kartenzahlung an E-Ladesäulen und transparente Preise: Kartenlesegeräte an Ladesäulen für Elektrofahrzeuge werden erst ab Juli 2023 verpflichtet.
  • Höhere Spritpreise: Benzin wird wohl etwas teurer als bislang werden. Zum 1. Januar 2022 greift die nächste Stufe des CO2-Zuschlags.
  • Höhere Mautgebühr und Strafen im Ausland: In Österreich wird es für Urlauber teurer - die Maut steigt. Außerdem ist Vorsicht geboten: Einige Nachbarländer erhöhen ihre Bußgelder. 

Änderungen bei der Steuer 2022: Steuerzahler werden in vielen Fällen entlastet

Die normalen Steuerzahler*innen kommen 2022 in den Genuss mehrerer Entlastungen: Von der Körperschaftssteuer bis zur degressiven Abschreibung ist für jeden was dabei. Die Veränderungen betreffen sowohl Firmen als auch Privatpersonen.  Unter anderem steigt die Reichensteuer und auch der Grundfreibetrag wird erhöht. Handwerksbetriebe können im neuen Jahr von der Körperschaftssteuer profitieren, wenn sie 2021 einen Antrag gestellt haben.

Steuer-Software: Hier findest du Tipps und Tricks für deine Steuererklärung

Das ändert sich außerdem für Steuerzahler*innen 2022:

  • Vorsorgeaufwendungen werden besser absetzbar: Ab 2022 können sogenannte „Vorsorgeaufwendungen“ für den eigenen Ruhestand besser steuerlich abgesetzt werden. 
  • Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge: 15 Prozent mehr bekommt jeder, der bereits 2019 eine entsprechende Vorsorge abgeschlossen hat.
  • Nachzahlungszinsen seitens des Finanzamts sind verfassungswidrig: Die Regierung muss deshalb einen neuen Beschluss vorlegen.
  • Unterstützungsleistungen: Eltern oder Kinder werden deutlich entlastet.
  • Änderungen im Kaufrecht: Die Beweislast dreht sich um.
  • Renten-Steuer: Jeder Steuerzahlende, der 2022 in die Rente eintritt, muss 82 Prozent der Brutto-Rente versteuern.
  • Umzugskosten absetzen: Arbeitnehmer*innen, die beruflich gezwungen sind, 2022 umzuziehen, dürfen gegenüber dem Finanzamt eine Umzugspauschale geltend machen.

Änderungen im Gesundheitswesen 2022: Sonderregeln und Pflichten ab diesem Jahr

Sowohl im Gesundheitsbereich als auch für Krankenversicherte gibt es einige Änderungen im Jahr 2022.So erhöht sich beispielweise der Beitrag für Kassenversicherte in diesem Jahr. Das Potenzmittel Viagra könnte in Kürze rezeptfrei werden. Im Januar 2022 berät ein Expertengremium der Arzneimittelbehörde BfArM über eine Entlassung des Wirkstoffs Sildenafil aus der Verschreibungspflicht.

Das ändert sich außerdem im Gesundheitswesen 2022:

  • Corona-Sonderregeln verlängert: Keine Neuerung, sondern eine Weiterführung: Da die Corona-Pandemie Deutschland weiter fest im Griff hat, verlängert das Bundesministerium für Gesundheit die pandemiebedingte Sonderregelung.
  • Elektronische Patientenakte bekommt mehr Funktionen: Arztberichte, Befunde, Röntgenbilder - all dies kann theoretisch bereits seit einem Jahr in der elektronischen Patientenakte (ePA) hinterlegt werden. Ab jetzt soll das auch für Impfnachweise möglich gemacht werden.
  • Pflegereform tritt in Kraft: Die Pflegeversicherung wird ab 2022 vom Bund mit einer Milliarde Euro jährlich bezuschusst. Des Weiteren wird der Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte angehoben.
  • Cannabis-Legalisierung: Die Parteien der Ampel-Koalitionen wollen den Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken legalisieren.
  • Tattoo-Farben verboten: Farbige Tattoos sollen in diesem Jahr verboten werden. 
  • Kuraufenthalte wieder Pflichtleistung: Die Krankenkassen müssen wieder für Kuraufenthalte von Patient*innen aufkommen. 

Änderungen im Alltag und für Familien 2022: Diese Neuerungen betreffen uns alle 

Pfandpflicht, Plastiktüten-Verbot und mehr: 2022 kommt einiges auf uns zu. Ob im Supermarkt oder in Sachen Energiepreis - wir müssen uns auf einige Änderungen einstellen.Unter anderem will Aldi bis Ende 2022 "5D" beim Schweinefleisch einführen. Die Kennzeichnung verweist auf eine Produktion in Deutschland und auf einige weitere Standards.

Das ändert sich außerdem für Verbraucher*innen im Alltag 2022:

  • Zugtickets: 2022 gibt es keine Papierfahrkarten mehr - stattdessen ein digitales Ticket, das bis zehn Minuten nach Abfahrt gebucht werden kann.
  • Portogebühren werden erhöht: Post wird teurer - für den Standardbrief werden 85 statt wie bisher 80 Cent und für eine Postkarte 70 statt 60 Cent berechnet.
  • Schornsteine müssen höher gebaut werden: So soll die Luft in der Umgebung weniger belastet werden.
  • Kükentöten verboten: Ab 2022 wird es die gängige Praxis nicht mehr geben.
  • CO2-Steuer wird erhöht: Damit wird auch der Sprit wieder teurer. 
  • Kinderzuschlag erhöht: Familien können jetzt von einer Bonus-Zahlung profitieren. 

Änderungen bei der Rente 2022: Es gibt Grund zur Freude - und zum Ärger

Auch für Rentner*innen stehen im Jahr 2022 einige Änderungen an. Besonders erfreulich: Es soll endlich wieder eine Rentenerhöhung geben. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will bald die Weichen für die konkrete Ausgestaltung der Rentenerhöhung im Juli stellen. Außerdem geht die Auszahlung der Grundrente weiter. Der Anspruch aller Rentner*innen soll geprüft werden. 

Buch-Tipp: Früher in Rente ohne Abschläge - so klappt es

Das ändert sich außerdem für Rentner*innen 2022:

  • Höhere Steuer für Neurentner: Seit Januar 2022 ist der steuerpflichtige Rentenanteil von 81 auf 82 Prozent gestiegen.
  • Altersgrenze steigt an: Die Altersgrenze für die reguläre Altersrente ist mit Beginn des Jahres auf 65 Jahre und elf Monate gestiegen. Das gilt für bestimmte Jahrgänge. 
  • Erwerbsminderungsrente: Die Absicherung in diesem Bereich wird durch Zurechnungszeit verbessert.
  • Beitragsbemessungsgrenze: Weitere Angleichung von neuen und alten Bundesländern 
  • Grundsicherung steigt minimal: Diese Änderung ist kaum der Rede Wert - die Grundsicherung steigt gerade einmal um 3 Euro an. 
Artikel enthält Affiliate Links

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegenzulassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn du auf einen dieser Links klickst und darüber einkaufst, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.