• Welche Blutgruppen gibt es?
  • Was sagt die Blutgruppe über dein Essverhalten aus?
  • Welche Diät passt zu welcher Blutgruppe?
  • Kritik an der Blutgruppendiät

Manche Menschen tun sich äußerst schwer damit, abzunehmen. Der Grund dafür könnte laut dem Arzt Peter J. D'Adamo deine Blutgruppe sein. Denn wer nicht das isst, was zu seiner Blutgruppe passt, verlangsamt seinen Stoffwechsel. Stimmt es wirklich, dass es für jede Blutgruppe eine richtige Ernährungsform gibt? 

Welche Blutgruppen gibt es?

Die ersten Bluttransfusionen wurden bereits im 17. Jahrhundert durchgeführt, allerdings ohne das Wissen über die mögliche Unverträglichkeit von Spender- und Empfängerblut.

Dank dem österreichischen Arzt Karl Landsteiner wurde das sogenannte AB0-System durchgesetzt. A, B, 0 und AB stehen für eine bestimmte Oberflächenstruktur der roten Blutkörperchen. Diese ist genetisch festgelegt und somit vererbbar. Dabei ist wichtig: Jeder Mensch kann nur eine Blutgruppe haben. 

  • Blutgruppe A: enthalten Antigene Typ A (Antikörper gegen Typ B)
  • Blutgruppe B: enthalten Antigene Typ B (Antikörper gegen Typ A)
  • Blutgruppe AB: enthalten Antigene Typ A und Typ B (keine Antikörper)
  • Blutgruppe 0: keine Antigene (Antikörper gegen Typ A und Typ B)

Demnach kann nicht jeder x-beliebige Mensch Blut an alle Blutgruppen spenden. Blutgruppe 0 ist am kompatibelsten und kann an alle Blutgruppen spenden. Blutgruppe A kann nur an Typ A oder Typ B spenden. Blutgruppe B kann nur ebenfalls an Typ B oder Typ AB spenden. Und zuletzt Blutgruppe AB, die nur an Typ AB spenden kann. Die Blutgruppenverteilung in Deutschland beläuft sich bei 43 Prozent der Blutgruppe A, 41 Prozent mit Blutgruppe 0, 11 Prozent mit Blutgruppe B und am seltensten mit 5 Prozent verbreitet ist Blutgruppe AB.

Was sagt die Blutgruppe angeblich über dein Essverhalten aus?

Der Autor Peter J. D’Adamo erzielte bereits 1996 mit seinem Buch "4 Blutgruppen"* große Aufmerksamkeit. Die Grundaussage: Jeder sollte sein Essen nach seiner Blutgruppe ausrichten. Blutgruppe 0 bezeichnet er als den dominanten Jäger-Höhlenbewohner-Typ, der Fleisch benötige. Blutgruppe AB hingegen seien sanfte Vegetarier, und für Vertreter der Blutgruppe B gehöre neben Milchprodukten alles andere auf den Tisch. 

Blutgruppe 0 sei die älteste Blutgruppe. Dieser Typ sei ein Fleischfresser, verfüge über einen starken Verdauungstrakt und habe ein widerstandsfähiges Immunsystem. Neben Fleisch seien auch zahlreiche Gemüsesorten und Früchte gut verträglich.

Blutgruppe A sei in der Jungsteinzeit entstanden. Diese Menschen hätten ein tolerantes Immunsystem, jedoch einen eher empfindlichen Magen-Darm-Trakt. Darum sei eine vegetarische Ernährungsweise mit viel Obst und Gemüse sehr förderlich für diesen Typ A.  Auch kleine Portionen Fisch könne dieser Typ mehrmals wöchentlich essen.

Blutgruppe B entstand vor rund 15.000 Jahren durch die Vermischung der Völkergruppen. Dieser Typ sei besonders anpassungsfähig und verfüge über einen robusten Verdauungstrakt mit starkem Immunsystem. Er könne unter fast allen Lebensmitteln wählen.

Die Blutgruppe AB ist eine Vermischung von Blutgruppe A und B. Sie entstand erst in den letzten 1000 Jahren. Der Verdauungstrakt sei hier eher empfindlich, das Immunsystem übermäßig tolerant. Als einzige Blutgruppe könnten Menschen mit Typ AB Weizenprodukte vertragen. Auch einige Hülsenfrüchte, Sauermilchprodukte sowie die meisten Käse- und Fischsorten bekämen ihnen gut. 

Welche Diät soll zu welcher Blutgruppe passen?

Anders als bei strengen Diäten musst du bei einer Blutgruppendiät keine Kalorien zählen. Außerdem setzt die Blutgruppen-Ernährung bei allen vier Typen viel auf Obst und Gemüse, jedoch sehr wenig auf Ballaststoffe und andere notwendige Nährstoffe. Des Weiteren spielen laut D´Adamo bei der Blutgruppendiät oder der entsprechenden spezifischen Ernährungsform die sogenannten Lektine eine wichtige Rolle. Das sind Eiweiße, die in bestimmten Lebensmitteln vorkommen und nicht jedem Menschen gleichermaßen gut bekommen.

Blutgruppe 0 (Fleischesser) sollten auf Weizenvollkornprodukte wegen des Glutens verzichten. Bis auf Butter und Bauernkäse seien auch alle Kuhmilchprodukte eher unverdaulich und erschwerten somit den Stoffwechsel und das Abnehmen. Hülsenfrüchte seien laut D´Adamo kein wichtiger Bestandteil ihrer Ernährung, denn sie bereiteten wegen der Lektine eher Verdauungsprobleme, da diese angeblich zu Blutverklumpungen führen können. Menschen mit Blutgruppe A (Vegetarier) sollten eher auf Milchprodukte verzichten, mit Ausnahme von kleinen Mengen fermentierter Milchprodukte wie Joghurt oder Kefir. Gleiches gilt für fast alle Weizenprodukte. Hülsenfrüchte spielen hier eine große Rolle. Sie sind leicht bekömmlich und versorgen die Nicht-Fleischesser mit essentiellen Nährstoffen. 

Menschen mit Blutgruppe B (Allesesser) müssten sich lediglich bei Geflügelfleisch, Weizen- und Roggenprodukten einschränken. Fast alle Gemüse- und Obstsorten sind für diese Blutgruppe gut verträglich, wobei sie nur wenige Hülsenfrüchte vertragen würden. Auch viel Käse, Milch und Fleisch würden gut vertragen. Für Menschen mit Blutgruppe AB (Der Rätselhafte) sei Mischkost sehr förderlich. Allerdings sollten sie eher nur kleine Mengen Fleisch zu sich nehmen. Dafür müssten sie nicht auf Weizenprodukte verzichten, da diese für sie sehr gut verträglich seien. 

Kritik an der Blutgruppendiät

So plausibel sich das alles anhören mag, gibt es dennoch einige Punkte an der Diät zu bemängeln:

  • D´Adamo liegt falsch: Die Bluttypen haben sich nicht nacheinander, sondern parallel entwickelt.
  • Keine wissenschaftliche Studie hat bisher erwiesen, dass Lektine zu Blutverklumpungen führen können, was sie unverträglich macht. Durch das Kochen von beispielsweise Hülsenfrüchten werden diese problemlos neutralisiert, wodurch sie jede*r gut verdauen kann.
  • Die Ernährungsform ist zum Teil sehr ballaststoffarm und basiert zu sehr auf tierischen Eiweißen, was  nicht umweltfreundlich oder nachhaltig ist. Außerdem kann zu viel Fleisch zu Entzündungen, Gicht oder Harnsteinen führen. 
  • Der Verzicht auf einzelne Nahrungsmittel ist nicht gesund. Auch die DGE rät davon ab und rät zu einer ausgewogenen Ernährung mit allen notwendigen Nährstoffen.

FAZIT: Von der Blutgruppendiät ist demnach dringend abzuraten. Dennoch kann dieses Wissen als Hintergrundinformation dienen, warum dir einige Lebensmittel besser schmecken oder leichter verdaulich sind als andere. Folge deinem Instinkt und esse ausgewogen, worauf du Lust hast. Denn dein Bauchgefühl weiß meistens ganz intuitiv, was dir guttut und was nicht. Verlass dich darauf.