• Zugfahren - aber richtig: Dinge, die du im Zug niemals tun solltest
  • Platzmangel, Lärm und Gestank bedeuten Stress für alle Beteiligten
  • Expertin verrät Benimmregeln im Zug

Du kannst im Zug lesen, träumen, schlafen, arbeiten oder spielen. Du musst dich nicht um Staus oder Routenplanung kümmern. Wie gemütlich! Aber du bist nicht allein. Viele Menschen sind im Zug über längere Zeit auf engem Raum zusammen. Da ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. Gewisse Umgangsformen zu beachten, hilft uns im Alltag, das Zusammenleben für alle angenehmer zu machen. Die deutsche Knigge-Gesellschaft hat dafür Etikette-Ratschläge aktualisiert und beruft sich dabei auf Werte wie Respekt und Toleranz. Wir geben dir einige Tipps zum guten Benehmen im Zug von Linda Kaiser, der stellvertretende Vorsitzenden der Deutschen-Knigge-Gesellschaft, an die Hand. Außerdem erfährst du etwas über allgemeine Verhaltensregeln der Deutschen Bahn. Hier sind 8 Dinge, die du im Zug niemals tun solltest.

1. Keinen Abstand halten!

Wegen der Corona-Pandemie ist es derzeit besonders wichtig, genügend Abstand zu halten und die Hygienemaßnahmen zu beachten. In Zeiten des 9-Euro-Tickets, wo die Züge oft so voll sind, dass sich die Passagiere auf den Gängen drängen, ist das natürlich leichter gesagt als getan.

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Aber du solltest es auf jeden Fall versuchen: Denn es ist immer respektvoll, anderen Menschen genügend Raum zu lassen und ihnen nicht zu sehr auf die Pelle zu rücken.

Zu viel Nähe und Gedränge bedeuten Stress und können aggressiv machen. Wo immer möglich, halte also etwas Abstand zu Fremden, damit sich alle wohlfühlen.

2. Alles meins hier!

"Jeder Reisende darf nur einen Sitzplatz belegen", heißt es in den AGBs der Deutschen Bahn. Breite dich also nicht zu sehr aus. Dein Rucksack und deine Jacke gehören nicht auf den Sitz neben dir.

Es ist auch nicht rücksichtsvoll, Gepäck am Boden oder gar im Gang zu verteilen. Verstaue deine Sachen in der Gepäckablage, dann kann niemand darüber stolpern.

Gerade hast du es dir bequem gemacht und die Beine ausgestreckt, da will dein*e Sitznachbar*in raus. Einfach sitzen bleiben und andere über dich klettern lassen? "Man sollte lieber aufstehen, statt sich zusammenzufalten, wenn jemand seinen Platz verlassen möchte", empfiehlt die Fachfrau für gutes Benehmen, Linda Kaiser.

3. Füße auf den Sitz legen

Das ist der Grundsatz: keine Füße auf den Sitz! Klar, bei längeren Reisen kann es angenehm sein, die Füße mal hoch zu legen. Wenn der Zug nicht sehr voll ist und du es tun willst: Nimm Rücksicht auf alle, die später da sitzen werden.

Füße hoch nur ohne Schuhe und - wegen Fußschweiß - mit einer Unterlage.

Linda Kaiser findet dazu ein Handtuch zweckmäßig. Wenn du keines hast, kannst du beispielsweise eine Zeitung unterlegen.

4. Maulfaul oder Labertasche

Vor allem für längere Zugreisen gilt: Ein Gruß beim Betreten des Abteils und eine kurze Verabschiedung beim Aussteigen sind höflich. "Wer ein Abteil betritt, sollte freundlich grüßen und damit eine angenehme Atmosphäre schaffen", rät Linda Kaiser.

Im Großraumwagen musst du natürlich nicht alle Passagiere grüßen. Bei den unmittelbaren Sitznachbarn wäre es aber nett.

Unterhaltungen während der Fahrt sind Ansichtssache: Der eine plaudert gerne, um sich die Zeit zu vertreiben, die andere will lieber ihre Ruhe. Wenn dein Gegenüber nur kurze Antworten gibt, also offensichtlich kein Gespräch will, solltest du das immer respektieren.

5. Sich nur um sich selbst kümmern

Ja, die schweren Koffer fremder Leute in die Gepäckablage zu wuchten, macht wenig Spaß. Doch Hilfsbereitschaft ist eine gute Sache.

Für die, denen geholfen wird. Aber auch für die Helfer: Wer anderen hilft, bekommt gute Laune, denn dabei werden Glückshormone ausgeschüttet.

Und jeder Mensch braucht irgendwann mal selbst Unterstützung. Biete also anderen Fahrgästen deine Hilfe an, wenn du glaubst, sie benötigen welche.

6. Stundenlange Handygespräche führen

Die Details deiner Beziehung und "was dein Therapeut dazu sagt", interessiert fremde Mitreisende meistens eher nicht. Laute und lange Telefonate können andere stören.

Außerdem: Privates soll schließlich privat bleiben. Auch Einzelheiten aus dem Job solltest du nicht öffentlich besprechen, das geht Fremde schließlich nichts an.

Wichtige und längere Gespräche lieber später in Ruhe führen. Ein kurzer Anruf, um zum Beispiel deine Ankunftszeit mitzuteilen, ist natürlich ok. Im ICE gibt es inzwischen übrigens extra getrennte Handy- und Ruhebereiche.

7. Laut sein!

Geräuschvolle Online-Spiele, Musik, Klingeltöne für jede ankommende Nachricht, Laptopsignale - was für ein Lärm im Zugabteil! Das regelmäßige "Bing" vom Handy nebenan, während du versuchst, zu schlafen, kann wahnsinnig machen.

Willst du in der Bahn spielen, arbeiten oder Musik hören: Benutze am besten Kopfhörer, stelle Signaltöne ab und Musik auf Kopfhörerlautstärke.

So schonst du die Nerven der Mitfahrenden. Die Bahn sagt in ihren AGBs dazu: "Jeder Reisende hat sich so zu verhalten, dass andere Reisende nicht über Gebühr gestört oder belästigt werden."

8. Gestank verbreiten

Essen ist im Zug erlaubt. Übrigens auch während Corona. Und ganz egal, was du essen möchtest. Doch eine gewisse Rücksichtnahme ist auch hier angebracht.

Der gute Limburger Käse und dazu zwei Zehen Knoblauch oder ein Döner mit viel Zwiebeln, das mag lecker sein, doch es verbreitet Düfte ... und was für welche! Nicht alle Menschen empfinden solche Gerüche als angenehm. Aus Rücksicht auf deine Umgebung wähle für deine Zugreise also lieber geruchsarme Speisen.

Auch das Pupsen solltest du im Zug lieber unterlassen. Gerade in einem kleinen Abteil kann eine solche Stinkbombe verheerend sein! Wenn es zu sehr drückt, verdrück dich schnell auf den Gang oder am besten auf die Zugtoilette.

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