• 5 Tage Bildungsurlaub stehen dir pro Jahr zur Verfügung
  • Ausnahme: In zwei Bundesländern gilt das nicht
  • Der Bildungsurlaub wird nicht vom Erholungsurlaub abgezogen
  • Das Gehalt wird in dieser Zeit weiter gezahlt 
  • Die Kosten für den Bildungsurlaub müssen selbst getragen werden

Rund 77 % aller Beschäftigten sind an Fortbildungen interessiert, möchten etwas Neues lernen und sich beruflich weiterentwickeln. Jedoch nehmen nur ein bis zwei Prozent den ihnen zustehenden Bildungsurlaub in Anspruch. In 14 von 16 Bundesländern gilt dieser Anspruch, die meisten kennen diesen jedoch nicht oder wissen nicht, wie der Bildungsurlaub beantragt werden kann.

Wem stehen 5 Tage Bildungsurlaub zu?

  • In den meisten Bundesländern haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anspruch auf insgesamt fünf Tage Bildungsurlaub pro Jahr. Diese können jedoch auch zusammengefasst werden, zu zehn Tagen auf zwei Jahre. Die Voraussetzung dafür ist, dass eine Weiterbildung oder ein Seminar ausgewählt wird, welches als Bildungsurlaub anerkannt ist.

Was ist Bildungsurlaub?

  • Dir steht ein bezahlter Urlaub zur Verfügung, welcher deiner Weiterbildung dient. Das ist gesetzlich geregelt und wird bis auf zwei Ausnahmen von allen Bundesländern so umgesetzt. Dieser Bildungsurlaub darf zusätzlich zum regulären Urlaubsanspruch gewährt werden. Dein Erholungsurlaub wird also nicht gekürzt und es werden auch keine Tage abgezogen.

Wie beantragt man Bildungsurlaub?

  1. Informiere dich darüber, ob du einen Anspruch auf Bildungsurlaub hast und über entsprechende Angebote.
  2. Wähle eine passende Weiterbildung oder einen passenden Kurs für deinen Bildungsurlaub und melde dich beim Anbieter an.
  3. Im Folgenden wird dir Informationsmaterial zugesandt sowie Unterlagen für die Beantragung des Bildungsurlaubes bei deinem Arbeitgeber.
  4. Du solltest den Bildungsurlaub möglichst früh bei deinem Arbeitgeber anmelden, die geltenden Fristen bewegen sich dabei zwischen vier und acht Wochen vor Beginn des Bildungsurlaubes.

In welchen Bundesländern gibt es keinen Bildungsurlaub?

  • Der Bildungsurlaub ist in allen Bundesländern gesetzlich anerkannt, bis auf Bayern und Sachsen. Dort gibt es aktuell keinen Anspruch, jedoch kann darüber individuell mit dem Arbeitgeber verhandelt werden.

Gibt es hier Alternativen?

Wie du dich während des Bildungsurlaubes weiterbildest, bleibt dir überlassen. Damit der Bildungsurlaub genehmigt wird, sollte dieser jedoch zumindest in einem Zusammenhang mit deinem Beruf stehen.

Du kannst jedoch auch Sprachkurse, Kurse zum Zehn-Finger-Tippen, politische Weiterbildungen oder andere ähnliche Seminare besuchen. Sogar ein Yogakurs kann als Bildungsurlaub anerkannt werden, da dieser dich im Job stressresistenter macht.

Der Bildungsurlaub sollte dich in deinem Beruf jedoch tatsächlich voranbringen und somit auch deinem Arbeitgeber nützen. Du kannst auch für einen Sprachkurs in ein anderes Land reisen, dabei solltest du dich jedoch über die Einschränkungen informieren, so erlaubt Nordrhein-Westfalen zum Beispiel nur Sprachbildungsurlaube in einem Radius bis zu 500 km.

Wie finde ich richtige Seminare, Weiterbildungen für meinen Bildungsurlaub?

  • Online lassen sich viele Angebote für Bildungsurlaube finden. Überlege dir vorher in welchem Bereich du dich weiterbilden möchtest und fordere dann gezielt Informationsmaterial an. Aber auch dein Arbeitgeber oder der Betriebsrat können dir dabei weiterhelfen und über mögliche Weiterbildungen aufklären.

Wer zahlt?

  • Während des Bildungsurlaubes wird das Gehalt weiter gezahlt, wie bei einem regulären Urlaub. Die Gebühren für den Kurs sowie weitere Ausgaben für Materialien und Fahrten werden jedoch nicht übernommen. Diese müssen vom Arbeitnehmer oder der Arbeitnehmerin selbst getragen werden, können jedoch in der Steuererklärung geltend gemacht werden.