Franken
Fasching

Alaaf und Alkohol am Steuer: Strafe, Kosten, Promillegrenzen

Auch an Fasching macht die Polizei keine Ausnahme: Mit Alkohol am Steuer werden saftige Bußgelder fällig - und gefährlich ist es sowieso.
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Alkohol am Steuer ist immer verboten - auch an Fasching. Foto: Patrick Seeger, dpa
Alkohol am Steuer ist immer verboten - auch an Fasching. Foto: Patrick Seeger, dpa

Hier ein kleines Bierchen, dort ein Sektchen - in ganz Franken ist Fasching angesagt - und dazu gehört meist auch Alkohol.

Betrunken Autofahren ist verboten - auch an Fasching

Doch wer jetzt meint, dass die Polizei in der närrischen Zeit ein Auge bei betrunkenen Autofahrern zudrückt, der irrt sich gewaltig.

"Zu Karneval ist es nicht anders als sonst: Wer fährt, der trinkt keinen Alkohol. Punkt", sagt Jacqueline Lacroix, Referatsleiterin Verkehrsmedizin beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Faschingsfans in Trinklaune müssen sich auf einen Fahrer verständigen, der nichts trinkt oder sie fahren gleich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Taxi.

Doch was passiert, wenn man doch mal ein Gläschen getrunken hat? Wie hoch sind die Bußgelder? Und wann darf man eigentlich wieder fahren? Wann muss man zur MPU?

Alkohol am Steuer: Welche Promillegrenzen gelten für Autofahrer?

Für Fahranfänger in der zweijährigen Probezeit sowie für unter 21-Jährige gelten 0,0 Promille. Ab 0,5 Promille begeht man eine Ordnungswidrigkeit.

Alkoholverstoß: Mindestens 500 Euro Bußgeld

Mindestens 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot sind die Folge. Zeigen Autofahrer Auffälligkeiten und Ausfallerscheinungen wie Schlangenlinien, können schon ab 0,3 Promille im Einzelfall Bußgeld oder härtere Strafen folgen. Ab 1,1 Promille ist von absoluter Fahruntüchtigkeit die Rede, was in jedem Fall ein Strafverfahren einleitet.

Beispiel: Bei 0,7 Promille, das erste Mal mit Alkohol am Steuer erwischt, keiner Probezeit mehr und keiner Verkehrsgefährdung sind es 500 Euro Bußgeld und ein Monat Fahrverbot. Wurde bereits schon einmal mit 0,7 Promille hinter dem Lenkrad erwischt, sind es bereits 1000 Euro und drei Monate Fahrverbot.

Alkohol am Steuer: Was ist beim Restalkohol am nächsten Morgen zu beachten?

Der komplette Alkohol im Blut ist erst nach etwa einer Stunde nach dem letzten Getränk erreicht. Abbauen kann die Leber circa 0,1 Promille pro Stunde. "Wer bis zwei Uhr nachts richtig heftig trinkt und um drei Uhr mit 1,5 Promille ins Bett geht, der hat morgens um neun immer noch weit über 0,5 Promille", sagt Lacroix.

Gerät man damit in eine Kontrolle, ist offiziell von relativer Fahruntüchtigkeit die Rede. Die Folge: Ein Bußgeld von mindestens 500 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Lieber das Auto stehen lassen, wenn man sich nicht sicher fühlt am Morgen. Und entgegen manchen Behauptungen, beeinflussen Kaffee, spezielle Tabletten oder Energydrinks den Abbau von Alkohol nicht, so der DVR.

Wie lässt sich feststellen, ob man noch fahren darf?

Eigentlich keinen. "Meines Wissens gibt es keine alltagstaugliche Möglichkeit, den Promillewert zu messen", sagt Sven Rademacher vom DVR. "Bei den Testgeräten, die es gibt, wäre ich sehr vorsichtig, ob die Werte verlässlich sind. Sie geben höchstens einen groben Richtwert an."

Er rät dringend davon ab, sich an den noch erlaubten Pegel herantrinken zu wollen. "Erstens wegen der Ungenauigkeit der privaten Testmöglichkeiten. Und zweitens, weil neben der Alkoholmenge und dem Körpergewicht viele weitere individuelle Faktoren wie die allgemeine körperliche Verfassung eine große Rolle spielen.

" Auch die Gewöhnung an Alkohol ist zu berücksichtigen. "Selbst ein ganz durchschnittliches Trinkverhalten fernab von Missbrauch oder Sucht führt nach Jahren dazu, dass sich der Körper besser an Alkohol gewöhnt. Daher überschätzen Leute mit längerer Trinkerfahrung ihre eigene Fahrtauglichkeit", ergänzt Lacroix.

Alkohol am Steuer: Was muss der nüchtern gebliebene Fahrer beachten?

Der nüchterne Fahrer muss auch achtgeben, denn er sollte sich von ausgelassener Stimmung im Auto nicht anstecken lassen und die Mitfahrer zur Ruhe mahnen. Oft finden die Heimfahrten im Dunklen statt, da gilt besondere Konzentration. "Hat ein Fahrer auf der Party die Möglichkeit, ein 15-Minuten-Nickerchen zu machen, hilft das gegen Müdigkeit. Länger sollte es nicht sein, da man sonst in andere Schlafphasen kommt und das Aufwachen schwerer fällt", rät Lacroix.

MPU bald nach jeder Alkoholfahrt in Bayern Pflicht

Immer MPU: Mit Alkoholsündern im Straßenverkehr geht der Freistaat künftig härter ins Gericht. Fast jeder, der seinen Führerschein wegen Alkohol am Steuer verliert, muss in Zukunft zum sogenannten Idiotentest - egal, wie viel Alkohol er im Blut hatte. Das geht aus einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) hervor. dvd/dpa

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