Geschmückte Häuserfassaden, Weihnachtslieder im Radio und eine ganz besondere Stimmung: Viele Menschen lieben die Adventszeit. Diese Zeit ist geprägt von Vorfreude und Vorbereitung, der Stille und der Erwartung. Vier Kerzen am Adventskranz, vier Adventssonntage zwischen dem Ewigkeitssonntag und dem Heiligen Abend stimmen ein auf das große Weihnachtsfest

Der Begriff Advent stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt so viel wie Ankunft. Das hat mit der Religion des Christentums zu tun. Christen feiern am 24. Dezember, also Heiligabend, und an den Weihnachtstagen danach die Geburt von Jesus Christus. Nach ihrem Glauben ist er der Sohn Gottes, der vor rund 2000 Jahren zu ihnen auf die Erde gekommen ist. Auf seine Ankunft bereiten sie sich im Advent vor. Einige glauben auch, dass Jesus noch einmal auf die Erde kommt.

Wann ist der erste Advent 2020?

Der erste Adventssonntag fällt 2020 auf den 29. November. Der 2. Advent findet demnach am 6. Dezember, der 3. Advent am 13. Dezember und der 4. Advent am 20. Dezember statt. 

Wie lange dauert die Adventszeit? Die Adventszeit beginnt immer vier Sonntage vor dem ersten Weihnachtstag, dem 25. Dezember. Das Ende der Adventszeit fällt hingegen immer auf den 24. Dezember. Dadurch kann die Adventszeit zwischen 22 und 28 Tagen lang sein.

Der frühestmögliche Beginn ist demnach der 27. November, im spätesten Fall aber der dritte Dezember. Dieses Jahr ist die Adventszeit 26 Tage lang. 

Warum gibt es genau vier Adventssonntage?

In vielen Familien steht in der Adventszeit ein Kranz mit vier Kerzen auf dem Tisch. An jedem Adventssonntag wird eine angezündet. Dass es genau vier Sonntage sind, haben mächtige Kirchenmänner vor einigen hundert Jahren festgelegt. Weil sie sich nicht so recht einigen konnten, gab es zeitweise sogar sechs Adventssonntage. Einige Gläubige der verschiedenen christlichen Kirchen sind bei diesen sechs Sonntagen geblieben, aber die meisten entschieden sich schließlich für vier Sonntage. Jeder der vier Sonntage vor Weihnachten hat seine eigene Bedeutung: 

1. Advent: Er steht für das Kommen des Herrn. In der evangelischen Kirche erinnert er insbesondere an den Einzug Jesu in Jerusalem.

2. Advent: Er dient der Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi.

3. Advent: Er erinnert an Johannes den Täufer.

4. Advent: Hier steht insbesondere in der katholischen Kirche Maria, die Mutter Gottes, im Mittelpunkt.

Woher kommt der Adventskranz?

Ganz genau weiß man das nicht. Aber viele Fachleute sagen, dass die Idee von Johann Hinrich Wichern stammt. Er leitete vor rund 150 Jahren ein Kinderheim in Hamburg. Dort hängte er zum Adventsanfang einen Kranz mit vier dicken, weißen Kerzen und vielen dünnen, roten Kerzen auf. Jeden Tag im Advent zündete er eine weitere rote Kerze an, nur an den Sonntagen war es eine weiße Kerze. So konnten die Kinder genau sehen, wie viel Zeit schon vergangen war - und wie viele Tage sie noch bis Heiligabend warten mussten.

Woher kommt die Idee des Adventskalenders?

Die Geschichte des Adventskalenders lässt sich ungefähr bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Ähnlich wie der Adventskranz sollte der Kalender den Kindern die verbleibende Zeit bis Weihnachten besser sichtbar machen. Anfangs hängten viele Eltern 24 Bilder mit weihnachtlichen Motiven im Haus auf. Bei einer anderen Variante wurden 24 Kreidestriche an Schranktüren oder Türrahmen gemalt - die Sonntage bekamen dabei längere oder sogar bunte Striche. Mit jedem weiteren Tag durften die Kinder einen der Striche wegwischen. Somit wurde der Adventskalender zum Zeitmesser der Tage bis Heiligabend und existiert heute in vielen verschiedenen Variationen - für Jung und Alt.

Viele besuchen während der Adventszeit einen Weihnachtsmarkt. Wegen Corona dürfen dieses Jahr nicht alle Weihnachtsmärkte eröffnen: Hier finden Sie eine Übersicht, welche Märkte abgesagt sind und welche unter besonderen Bedingungen stattfinden