Annafest Forchheim 2018

Annafest 2018

Forchheim
Fahrgeschäfte

Annafest Forchheim: Der Fahrgeschäfte-Check

Die Fahrgeschäfte auf dem Annafest Forchheim sind genauso berühmt wie das Bier auf den Kellern. Wir haben einige Attraktionen getestet.
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Zwei Redakteure (links: Christoph Wiedemann und rechts Ronald Heck) testen die Fahrgeschäfte auf dem Annafest.  Fotos: Barbara Herbst
Zwei Redakteure (links: Christoph Wiedemann und rechts Ronald Heck) testen die Fahrgeschäfte auf dem Annafest. Fotos: Barbara Herbst
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Es ist dunkel. Stockdunkel. Die Hand vor Augen ist kaum zu erkennen. Ohrenbetäubender Lärm. Schrille Schreie. Donner. Es riecht modrig. Die Luft ist Feucht. Und plötzlich packt mich jemand am Arm. "Wohohoho!" Erschreckt reiße ich meinen Kopf in die Richtung, aus der der Arm kommt. Eine Fratze lächelt mich an. Ein Grinsen, das Mark und Bein erschüttern lässt.

Zum Glück ist es nur eine Maske. Die schrillen Schreie kommen aus Lautsprechern und die Dunkelheit lässt man nach rund zwei Minuten hinter sich - denn dann fahre ich wieder aus dem "Zombie" in die Freiheit.

Eine der größten Attraktionen auf dem Annafest: die Geisterbahn "Zombie". Wer das Schreckerlebnis möchte, der sollte "am Abend kommen, wenn es auch draußen dunkel ist", weiß der Besitzer Hans Otto Grass. Doch auch am Mittag kommen Annafest-Besucher auf ihre Kosten. "Ich kann jetzt in die Psychiatrie", wimmert eine junge Forchheimerin, die gerade schreiend aus dem Fahrgeschäft rannte.

In luftige Höhen geht es mit dem Wellenflieger "Volare" - quasi direkt neben dem "Zombie". Die Füße verlassen den Boden, ich steige und steige. Dabei dreht sich das Volare und die Passagiere werden stetig nach außen gedrückt. Quer in der Luft liegend, mit einem Affenzahn um sich selbst drehend. Nicht jeder Magen macht das mit. "Eine 20-Jährige hat sich hier erst erbrochen", erzählt die Betreiberin Vivien Kai, "aber der war schon schlecht von den anderen Fahrgeschäften."

Und am Mikrofon heizt die Betreiberin trotzdem ein. "Wer will noch eine Runde?" Die Kinder um mich herum grölen natürlich und freuen sich auf die weiteren Runden. In dieser Zeit verliert mein Gesicht die restliche Farbe. Und mir ist klar: Das "Rocket", den "Twister" und den "Mini-Free-Fall" lasse ich lieber ohne mich fahren.

Kreidebleich und mit wackligen Beinen geht es nun in den Kellerwald hinein. Ziel: Riesenrad "Orion". Die Aussicht aus 32 Metern Höhe ist ein Genuss. Forchheim auf der einen und das Annafest zur anderen Seite. Es müsste nur noch völlige Stille herrschen, dann wäre es perfekt.

Doch schon der Autoscooter nebenan lockt mit basslastigen Disco-Beats. Einsteigen, Chip einwerfen und losfahren. Ob es nun das Ziel ist, andere Fahrer zu rammen oder einen Zusammenstoß zu vermeiden, weiß ich bis heute nicht. Zugegeben: Es macht mir mehr Spaß meinem Arbeitskollegen in die Karre zu fahren.

Genauso rund geht es auf dem oberen Kinderkarussell zu. Leider war ich zu groß, um das Fahrgeschäft selbst testen zu können. Aber die jungen Test-Kinder zeigen ihre Begeisterung. Sie sind kaum loszukriegen von den Autos und Flugzeugen. "Unsere Kinder haben schon alle Autos durch", bestätigt die Mutter zweier Karussell-Enthusiasten.

Für mich war es dann genug: Die restlichen Fahrgeschäfte müssen wohl auf meine Mitfahrt verzichten. Denn zu meiner Verteidigung: Es ist heiß. Sehr heiß. Das merken auch die Annafest-Schausteller. Die Besucher fahren weniger, wenn es so heiß ist, auch weil der Körper nicht alles mitmacht, erklären einige Schausteller auf meine Nachfrage.

Die rund 35 Grad in der Sonne färben mich nicht nur rot, sondern saugen die verblieben Kräfte aus mir heraus. Getreu dem Motto: "Ich bin zu alt für diesen Kram."



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