Sandkerwa

Sandkerwa Bamberg 2018

Bamberg
Fischerstechen

Wer geht als Erster baden? - Fischerstechen ist seit 500 Jahren Bamberger Tradition

Seit der zweiten Sandkerwa im Jahr 1952 gehört das Fischerstechen zum festen Programm. Die Mischung aus sportlichem Wettbewerb und Traditionspflege spielt sich auf der Regnitz vor der Kulisse Klein-Venedigs ab.
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Immer einer der Höhepunkte der Sandkerwa in Bamberg: Das Fischerstechen auf der Regnitz.RiegerPress/Archiv
Immer einer der Höhepunkte der Sandkerwa in Bamberg: Das Fischerstechen auf der Regnitz.RiegerPress/Archiv
Jeweils zwei Teilnehmer aus verschiedenen Mannschaften stehen sich beim Fischerstechen auf Booten gegenüber. Sie versuchen, den Rivalen mit einer gepolsterten Lanze ins Wasser zu stoßen. Wer baden geht, scheidet aus. Der siegreiche Kontrahent kommt eine Runde weiter. Am Ende des Turniers steht der "König der Fischerstecher" fest. Die Zuschauer können das Spektakel von der Unteren und Oberen Brücke, der Markusbrücke oder vom Leinritt aus verfolgen.


Damals wie heute Volksbelustigung

Die Mitorganisation übernimmt die Schiffer- und Fischerzunft - und das hat seinen Grund: Das Fischerstechen ist ein Jahrhunderte alter Brauch der Fischerzunft, der nicht nur der Volksbelustigung dient. Damals wie heute geht es auch darum, sich sportlich zu messen und dabei Können im Umgang mit dem Element Wasser zu beweisen. Mit dem Stechen unterstreicht ein Fischer seine ursprüngliche Natur und die Wurzeln seines Handwerks.


Rechnungsbuch aus 1498

Vergleichbar ist das Fischerstechen beispielsweise mit der Freisprechung der Buchdruckergesellen. In Bamberg reicht die Tradition mindestens 500 Jahre zurück. Beleg ist das Rechnungsbuch der Stadt aus dem Jahr 1498: Weil so viel Publikum anwesend war, brach das Geländer der unteren Brücke auseinander und musste repariert werden.


Sogar in Paris bekannt

Auch in den folgenden Jahren zeigen Stadtrechnungen, wie wichtig die Veranstaltung der Domstadt war. Seinen Ursprung hat das Stechen nicht in Bamberg. Bekannt ist ein solches Kräftemessen seit dem 16. Jahrhundert unter anderem auch aus Ulm und Würzburg. 1683 fand sogar in Paris ein Fischerstechen statt.


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