Sandkerwa

Sandkerwa Bamberg 2018

Bamberg
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Warum ist die Sandkerwa 2017 ausgefallen?

Rund 300.000 Besucher freuen sich jedes Jahr auf die Sandkerwa. 2017 jedoch vergeblich. In diesem Jahr wurde die Sandkerwa abgesagt.
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Große Enttäuschung im Jahr 2017: Die Sandkerwa, wie man sie oben im Bild sieht,  fand in jenem Jahr nicht statt. Symbolfoto: Ronald Rinklef
Große Enttäuschung im Jahr 2017: Die Sandkerwa, wie man sie oben im Bild sieht, fand in jenem Jahr nicht statt. Symbolfoto: Ronald Rinklef
Seit Jahren findet in Bamberg im August die Sandkerwa statt. Mit einer Ausnahme. Im Jahr 2017 wurde das Volksfest abgesagt. Doch was war der Grund für die Absage der Veranstaltung?


Wie wurde die Sandkerwa bisher organisiert?

Ursprünglich ist die Geschichte der Sandkerwa bis auf das Jahr 1354 zurückzuführen. In diesem Jahr wurde die Elisabethenkirche geweiht. Viele Jahre später, nach dem zweiten Weltkrieg, brachten mehrere Gastwirte dann die Idee auf, das Fest größer zu feiern. Im Jahr 1951 war es dann soweit: Erstmals wurde die Sandkerwa, wie wir sie heute kennen, gefeiert. Seither wurde sie vom Bürgerverein des 4. Distrikts in Bamberg in der Bamberger Altstadt veranstaltet.


Verluste im Jahr 2016

Bei der Umsetzung der Sandkerwa wurde der Bürgerverein stets finanziell von der Stadt Bamberg unterstützt. 2017 sollten es nach Angaben des Vereins bei der Pressekonferenz zur Absage der Sandkerwa 51.000 Euro sein. Jedoch war laut Gisela Bosch (damalige Bürgervereinsvorsitzende) das finanzielle Risiko in den letzten Jahren durch die massiven Investitionen in die Sicherheit gestiegen. Das machte sich auch nach der Sandkerwa 2016 bemerkbar, bei der Verluste von rund 8.000 Euro verzeichnet wurden.


Absage der Sandkerwa 2017

Dann der große Knall: Am 3. Mai wurde die Sandkerwa 2017 abgesagt. Schuld seien Bedenken auf Grund der finanziellen Situation des Vorjahres. Der Bürgerverein wusste nicht, wie er die Sandkerwa finanzieren sollte. Die Kosten hätten sich laut Ulrike Heucken, damalige Geschäftsführerin der Veranstaltungsgesellschaft, auf etwa 200.000 Euro belaufen. Diese wären auch mit dem Zuschuss der Stadt nicht tragbar gewesen. Daher forderten die Vertreter des Bürgervereins zusätzliche finanzielle Unterstützung von der Stadt. Hierzu suchten sie das Gespräch mit Oberbürgermeister Andreas Starke.


Darum kam es zu keiner Einigung

Die Stadt war Mitte Mai 2017 zunächst lediglich bereit, personelle und logistische Unterstützung zu bieten und keine weitere Unterstützung in Form von Zuschüssen. Dies begründete die SPD-Fraktion damit, dass sie sich zum Prinzip der Gleichbehandlung aller einer Kirchweih ausrichtenden Bürgervereine bekennt und eine einseitige Unterstützung der Veranstalter daher ablehnt.


Eintritt für die Sandkerwa?

Stattdessen wurde unter anderem vorgeschlagen, Eintritt für die Veranstaltung zu verlangen. Doch dazu war der Bürgerverein nicht bereit. Der Verein und der Oberbürgermeister schienen keinen gemeinsamen Nenner zu finden. Die Veranstalter äußerten harte Kritik an der Stadt. Sie sagten, sie seien teilweise wie Angestellte behandelt worden.


Das Rettungskonzept

Trotz anfänglicher Kommunikationsschwierigkeiten kam zu guter Letzt ein Rettungskonzept zu Stande, welches die Sandkerwa 2017 erhalten sollte. Dieses Konzept beinhaltete zum einen die 50-prozentige Beteiligung der Stadt oder einer Tochtergesellschaft an der Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH (BSV). Deren Aufsichtsrat sollte sich dann sowohl aus Vertretern des Bürgervereins als auch der Stadt zusammensetzen.


Stadt sicherte Kostenübernahme zu

Ebenso Bestandteil des Vertrages war die Zusicherung der Stadt, einen Großteil der anfallenden Kosten zu übernehmen. Für das dann noch verbleibende Risiko stellte die Stadt zudem eine Ausfallbürgschaft in Aussicht. Außerdem sagten einige Interessenten zusätzliche finanzielle Unterstützung zu, um die Sicherung der Sandkerwa zu gewährleisten.


Rücktritt Geschäftsführer Bürgerverein

Die damalige Geschäftsführerin der Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, Ulrike Heucken, sah dennoch keine Chance die Sandkerwa 2017 zu realisieren, da sie die Zeit für die Realisierung von Organisation und neuem Konzept bei weitem nicht mehr für ausreichend hielt. Das Rettungskonzept wurde daher nicht angenommen und es blieb bei der Absage der Sandkerwa 2017. Diese Gegebenheiten führten letzten Endes dazu, dass der zweite Geschäftsführer, Jürgen Würth, zurücktrat.


Sandkerwa 2018

Nach großem Ärger im Bürgerverein und einer knappen Zustimmung in der Versammlungkonnten sich Verein und Stadt allerdings darauf einigen das Rettungskonzept für die Sandkerwa 2018 umzusetzen. Die Stadt kaufte sich hierzu mit 63.000 Euro als gleichberechtigter Partner in die Betreibergesellschaft ein. Das hat zur Folge, dass die bisher ehrenamtliche Geschäftsführung der Veranstaltungs GmbH durch einen hauptamtlichen Geschäftsführer der Stadt erweitert wird.

Außerdem soll die Sandkerwa mit einem Rettungsschirm von 125.000 Euro abgesichert werden. Sollte somit die Kerwa ein Defizit einfahren, wird dieses aus diesem Budget ausgeglichen. OB Starke ist jedoch fest davon überzeugt, dass dies nicht einmal im ersten Jahr nötig werde.


Unterstützung durch Sponsoren

Die Sandkerwa 2018 wird somit von der Stadt und dem Bürgerverein Sand gemeinsam ausgerichtet. Zusätzlich wird die Sandkerwa ab diesem Jahr durch sechs Sponsoren unterstützt: die Bamberger Firmen Postler Wohnanlagen GmbH und Computop, sowie Sontowski & Partner aus Erlangen, Brose in Hallstadt, die Sparkasse Bamberg und die VR Bank Bamberg.


Sandkerwa-Retter-T-Shirts und Festabzeichen

Auch die Besucher können ihren Teil zur dauerhaften Sicherung der Sandkerwa beitragen. Hierzu können sie Sandkerwa-Retter-T-Shirts für 13 Euro und Festabzeichen für 4 Euro erwerben. Die Festabzeichen können sie jedoch auch schon im Vorverkauf für 3 Euro erwerben.Nähere Infos zum Kauf der Festabzeichen gibt es hier.


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