Der Intendant der Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel, Michael Lerchenberg, beendet seinen Vertrag ein Jahr früher als geplant und gibt als Grund fehlenden Rückhalt in der lokalen Politik an. Wie der Schauspieler und Regisseur am Montag bekanntgab, verlässt er die Festspiele im Herbst 2017. Im Juni war bekannt geworden, dass Lerchenberg seinen Vertrag nicht verlängert.

Er griff insbesondere den Wunsiedler Stadtrat und nicht namentlich genannte Politiker im Landkreis an. Die Luisenburg sei Teil der "Schmutzkampagnen" einer "Fundamentalopposition" im Stadtrat geworden. Viele Politiker im Landkreis, "die sich gerne mit mir oder dem Leuchtturm Luisenburg schmücken", hätten "wenn es ernst wird, zugenähte Taschen und zeigen sich unbeweglich und nicht hilfreich".

"Goldene Ehrenmedaillen lösen das Problem nicht!", schreibt Lerchenberg in Anlehnung an die Verdienstmedaille der Stadt Wunsiedel, die er 2010 erhielt. "In der Summe fragt man sich dann schon, warum man sich hier eigentlich weiter so engagieren und aufarbeiten soll. Vor allem wenn man die Wertschätzung und den Respekt in dieser Stadt vermisst."

Hingegen dankte Lerchenberg Wunsiedels Bürgermeister, Karl-Willi Beck (CSU) ebenso wie der Regierung von Oberfranken und der bayerischen Staatsregierung, ohne deren Hilfe auf der Luisenburg "schon längst die Lichter ausgegangen" seien. Stadt und Landratsamt Wunsiedel waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Lerchenberg steht seit 1980 als Schauspieler auf der Bühne der Luisenburg und übernahm 2003 die Intendanz. Er will sich 2017 mit dem Stück "Der Theatermacher" von Thomas Bernhard verabschieden. Wer ihm als Intendant folgen könnte, blieb zunächst offen.