Durch sein lebensgefährliches Verhalten hat ein Mann aus Ungarn am Sonntagvormittag (4. Juli) dem Lokführer der von Marktredwitz nach Schirnding verkehrenden Oberpfalzbahn einen gehörigen Schrecken eingejagt.

Der 25-Jährige hielt sich zuletzt in Seußen bei Bekannten auf und verließ gegen 9 Uhr die Wohnung, um kurz zu telefonieren. Allerdings begab er sich mit seinem Telefon und einer Dose Bier auf das nahegelegene Bahngleis und setzte sich dort hin. Nur der schnellen Reaktion des Lokführers des in Richtung Schirnding fahrenden Triebwagens war es zu verdanken, dass es zu keinen Unfall kam.

Eingeleitete Schnellbremsung klappt gerade so 

Ihm gelang es noch rechtzeitig mit der eingeleiteten Schnellbremsung vor dem unbeeindruckten 25-jährigen Mann zum Stehen zu kommen. Trotz der ruckartigen Notbremsung verletzten sich glücklicherweise auch keine Reisenden in der Oberpfalzbahn.

Eine sofort verständigte Streife der Bundespolizei nahm den bei Budapest wohnhaften Ungarn kurz darauf in Gewahrsam und stellte fest, dass er mit 2,6 Promille stark alkoholisiert war. Nach einer angeordneten Blutentnahme wurde er wieder an seine Bekannten übergeben. Den jungen Mann erwartet nun in ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Hinweis der Bundespolizeiinspektion Selb:

Die Bundespolizei weist anlässlich dieses Vorfalls erneut darauf hin, dass Züge aufgrund ihres Gewichts und vieler anderer Faktoren einen besonders langen Bremsweg haben, der je nach Geschwindigkeit mehrere hundert Meter betragen kann und meist völlig falsch eingeschätzt wird.

Wer durch leichtsinniges Verhalten eine Notbremsung verursacht, bringt sich nicht nur selbst in akute Lebensgefahr, sondern erfüllt auch den Straftatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Auch die Vorbildfunktion der Erwachsenen gegenüber Kindern und Jugendlichen wird hier nochmals betont.