Es ist 14 Jahre her, doch Carolin Spiegel erinnert sich an viele Momente, als wären sie gestern gewesen. Ihre Tochter Melissa kam als Frühgeburt zur Welt. Die ersten Tage waren geprägt von Angst und Bangen. Doch sie wusste sich und ihr Baby in guten Händen. Die Arbeit der Ärzte und Schwestern in der Missio-Klinik hat sie über all die Jahre nicht vergessen – und diese Dankbarkeit auch mit ihrer Tochter geteilt. Vor kurzem bekam Melissa ein überraschendes Angebot…

Frage: Du bist Frühchen-Botschafterin der Missio Kinderklinik. Wie kamst du zu dieser Rolle?

Melissa Spiegel: Ich war selbst ein Frühchen. Bei meiner Geburt vor 14 Jahren war ich gerade mal 30 Zentimeter groß und wog nur 950 Gramm, also nicht einmal so viel wie ein Päckchen Zucker. Meine Mama brachte mich in der 27. Schwangerschaftswoche auf die Welt – 13 Wochen zu früh. Ich lag drei Monate auf der Station Panther. So heißt die Frühchen-Station in der Missio Kinderklinik. Für meine Eltern und mich war das keine einfache Zeit, aber wir haben sie gemeistert!

Und jetzt willst Du helfen?

Melissa Spiegel: Ja, wir möchten, dass das auch andere Familien schaffen. Als mich die Missio vor ungefähr sechs Wochen gefragt hat, ob ich Lust hätte als Frühchenbotschafterin tätig zu sein, war das für mich gar keine Frage. Mit großem Stolz habe ich zugesagt. Super gerne möchte ich all den kleinen Babys helfen, die wie ich zu früh und viel zu klein auf die Welt kommen.

Heute bist du 14 Jahre alt. Ist das Thema Frühchen denn überhaupt noch Thema bei Euch Zuhause?

Melissa Spiegel: Gerade an meinen Geburtstagen oder zu Weihnachten denken wir noch ganz oft an meine schwierige Frühchenzeit zurück. Und wir sind froh und dankbar darüber, dass alles so gut ausgegangen ist. Meine Mama wird diese Zeit wohl nie vergessen.

Welche Aufgaben hast Du als Botschafterin?

Melissa Spiegel: Ich mache auf die Bedeutung der Frühchen-Station aufmerksam und unterstütze zahlreiche Aktionen der Klinik. Ganz aktuell zum Beispiel den Online-Adventskalender, für den ich super süße Kuscheltiere versteigern darf. Es handelt sich dabei um so genannte Warmies, die in der Mikrowelle oder im Backofen erhitzt werden können und dann wohltuende Wärme spenden. Babys lieben das. Aber es ist natürlich auch ein tolles Weihnachtsgeschenk für große Kinder – oder für Leute, die schnell frieren. Die Rats-Apotheke in Ochsenfurt hat die Bären letztes Jahr in einer Weihnachtsaktion verkauft und den Erlös an die Kinderklinik gespendet. Die übrigen Warmies warten seitdem auf ihren Einsatz und werden jetzt von mir an den Mann oder die Frau gebracht.

Wie läuft das Ganze ab?

Melissa Spiegel: Zu Corona-Zeiten natürlich online. Auf der Facebook-Seite der Klinik wird bis 24. Dezember täglich ein Link zu eBay gepostet. Dort werden die Kuschelbären versteigert. Der jeweilige Erlös geht am Ende als Spende an die Station Panther. Die kaufen dafür dann zum Beispiel Bonding-Tops oder unterstützen das Stillcafé und die Harl.e.kin-Nachsorge zur Betreuung von Risiko-, Früh- und Neugeborenen und deren Eltern nach dem Klinikaufenthalt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Du Dich für die Frühchenstation einsetzt?

Melissa Spiegel: Das stimmt. Ich habe im Rahmen eines Schulprojektes mein eigenes Backbuch geschrieben. Es hat 160 Seiten und es sind all meine Lieblingsrezepte drin – circa 160 Stück! Schon bei der Entstehung hatte ich die Idee, das Buch zu verkaufen und den Erlös – das waren vier Euro pro Buch – an die Frühchenstation zu spenden. Es war mir einfach eine Herzensangelegenheit, etwas zurückzugeben.

Hattest Du Erfolg?

Melissa Spiegel: Das Buch hatte so einen großen Erfolg, dass ich im Sommer 1300 Euro als Spende übergeben konnte. Die örtlichen Medien berichteten von meiner Aktion – und sogar das Fernsehen brachte in der Abendschau einen Bericht. So wurde das Buch zum Bestseller und es wurden insgesamt circa 500 verkauft. Ich freue mich total darüber. Der Verkauf lief und läuft nach wie vor über Email-Kontakt.

Das heißt, das Backbuch ist immer noch erhältlich?

Melissa Spiegel: Ein paar Exemplare gibt es tatsächlich noch. Wer Interesse hat, kann sich gerne unter spiegelcarolin@yahoo.de melden. Gerade jetzt zu Weihnachten ist das doch eine tolle Geschenkidee. Der Erlös kommt auch weiterhin den Frühchen zugute. Seit Sommer ist bereits wieder ein stolzer Betrag zusammen gekommen, den ich in den kommenden Tagen übergebe. Jetzt freue ich mich natürlich, wenn auch die Adventskalender-Aktion so toll ankommt.

Klingt alles auch nach großem Zeitaufwand für Dich?

Melissa Spiegel: Noch kriege ich alles gut unter. Ich besuche die Montessori Schule in Zell und verbringe ganz viel Zeit mit meinem großen Hobby, das natürlich Backen ist. Wenn ich nicht gerade „Das große Backen“ im Fernsehen schaue, dann ganz bestimmt „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“. Zum Glück kann ich auf meine Eltern zählen, denen ich gar nicht oft genug Danke sagen kann. Sie sind immer für mich da und unterstützen mich. Ohne sie hätte ich mein Projekt nicht geschafft. Ich hab einfach die tollsten Eltern.