Unterfränkin im Australien-Urlaub ermordet - Polizei hat neue Hinweise: Simone Strobel aus dem Kreis Würzburg wurde im Februar 2005 während einem Urlaub in Australien tot aufgefunden. Wie das Polizeipräsidium Unterfranken Mitte Oktober mitteilte, hat die australische Polizei die Ermittlungen erneut aufgenommen. Nach dem Aussetzten einer Belohnung gibt es nun neue Hinweise.

Für 15 Jahre blieb das Tötungsdelikt an Simone Strobel ungeklärt. Die 25-jährige Lehrerin hatte mit ihrem damaligen Partner in Australien Urlaub gemacht. Mit zwei weiteren Freunden waren die beiden kurz vor Simones Tod auf einem Campingplatz in Lismore. Am 11. Februar 2005 wurde sie zuletzt gesehen - sechs Tage später fand man ihre Leiche.

Update vom 10.11.2020: Neue Hinweise nach Belohnung

Nach dem Aussetzten einer Belohnung über umgerechnet 600.000 Euro haben die australischen Ermittler neue Hinweise erhalten. Diese Erkenntnisse im Bundesstaat New South Wales seien nun Teil der laufenden Ermittlungen, sagte ein Sprecher der dortigen Polizei am Dienstag (10.11.2020).

Unabhängig davon bestätigte die Staatsanwaltschaft in Würzburg, dass mittlerweile die Ermittlungen gegen einen Beschuldigten eingestellt worden seien. Dabei handele es sich aber nicht um den Freund der Getöteten, der als Hauptverdächtiger gilt, sondern um einen Mitreisenden.

Einzelheiten zu den neuen Hinweisen im Fall von Simone Strobel wurden nicht bekannt

Die australischen Behörden hatten im Oktober eine Million australische Dollar für Hinweise zum Tod der jungen Frau ausgesetzt. Die umgerechnet etwa 600 000 Euro sollte es für Informationen geben, mit denen die Verantwortlichen des Verbrechens verhaftet und verurteilt werden könnten.

Einzelheiten zu den neuen Hinweisen aus Australien wurden nicht bekannt. Es könnte neue DNA-Untersuchungen und eine erneute Überprüfung von Beweisen geben, hieß es. Es handele sich um eine "interessante Entwicklung", sagte der örtliche Kriminalinspektor Grant Erickson der Zeitung Northern Star.

Verdächtiger wird von der deutschen Polizei nun als Zeuge klassifiziert 

Neben den neuen Hinweisen in Australien hätten die Behörden in Deutschland in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass eine bislang als verdächtig eingestufte Person nun als Zeuge klassifiziert werde, hieß es weiter. Auch diese Entwicklung werde von den Ermittlern in Australien überwacht. Die Polizei in New South Wales sei mit ihren deutschen Kollegen in ständigem Kontakt.

Zu den neuen Hinweisen aus Australien wollten sich weder die Staatsanwaltschaft noch die Polizei in Würzburg äußern. Die Ermittlungen gegen den einen Beschuldigten seien "unabhängig von der erfolgten Auslobung in Australien" eingestellt worden, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Ursprungs-Meldung: 25-Jährige aus dem Kreis Würzburg in Australien tot aufgefunden

Simone lag auf einem Sportplatz weniger als 100 Meter vom Campingplatz entfernt, versteckt unter Palmblättern. Die Polizei in Richmond gründete eine Task Force, um den Fall in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Würzburg sowie der Würzburger Staatsanwaltschaft aufzuklären. Ein Tatverdächtiger konnte bislang nicht gefasst werden.

Der Leiter der zuständigen Polizeibehörde in Australien, Scott Tanner, ist sicher, dass es in Australien und Deutschland Menschen gibt, die wichtige Informationen zu Simones Tod vorenthalten: "Wir wissen, die Wahrheit ist da draußen, und wir wissen, dass es dort Menschen gibt, die sie zurückhalten."

Die Regierung von North South Wales hat nun eine Belohnung von einer Million australischer Dollar - umgerechnet etwa 600.000 Euro - für Informationen ausgeschrieben, die zu einer Verhaftung und Verurteilung der Verantwortlichen führen.

600.000 Euro Belohnung für entscheidende Informationen ausgeschrieben

"Seit 15 Jahren ist die Polizei fest entschlossen, die Wahrheit darüber aufzudecken, was mit Simone passiert ist. Sowohl die Gemeinde in Lismore, als auch ihre Angehörigen in Deutschland, verdienen Antworten", so der Minister für Polizei und Katastrophenschutz, David Elliott.

Auch die Bayerische Kriminalpolizei hat 2014 eine Belohnung von 10.000 Euro für entscheidende Hinweise ausgelobt. Wie der Mitteilung der australischen Polizei zu entnehmen ist, gilt diese auch heute noch.

Neben dem Kontakttelefon in Australien wurde außerdem ein deutschsprachiges Hinweistelefon bei der Kriminalpolizei Würzburg eingerichtet. Wer Informationen zu dem Mord an Simone Strobel hat, kann sich unter der kostenfreien Telefonnummer 0800-7733744 melden.