In der Nacht zum Donnerstag (13. Mai. 2021) hat ein bislang unbekannter Täter eine israelische Flagge, die am Mittwoch am Landratsamt Würzburg gehisst wurde, heruntergerissen und beschädigt. Die Kripo ermittelt und bittet um Zeugenhinweise, wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilte.

"Ich bin zutiefst schockiert von diesem symbolischen Gewaltakt gegen den Staat Israel und seine Menschen. Dies ist der erste antisemitische Anschlag in unserer Region, den ich aufs Schärfste verurteile", betonte Landrat Eberth am Freitag (14. Mai 2021). 

Israelische Flagge vor Landratsamt abgerissen: "Ich bin zutiefst schockiert"

Am 14. Mai jährt sich die Staatsgründung Israels, weshalb der Landrat am heutigen Freitag (14. Mai 2021) erneut eine israelische Flagge hissen ließ, um sich entschieden gegen den antisemitischen Gewaltakt zu stellen. Ebert erklärt: "Die Zerstörung der Nationalflagge muss auch als Drohgebärde gegen die bei uns lebenden Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens gewertet werden. Diesen Akt der Anfeindung, Bedrohung und Gewalt muss uns alle aufrütteln, um sich gegen jede Art von Antisemitismus und Rassismus zu stemmen."

Die Zerstörung der Flagge wurde, wie bereits berichtet, am Donnerstagmorgen (13. Mai 2021) entdeckt. Landrat Eberth erstattete unverzüglich Anzeige gegen Unbekannt. "Ich bin dankbar für die unverzügliche Unterstützung der Polizei. Wir hoffen nun auf Zeugenhinweise, die die Täter überführen", erklärt er.

"Wir hissen heute erneut die israelische Nationalflagge, als Erinnerung an den Jahrestag der Gründung des Staates Israel am 14. Mai 1948 – und als Mahnung für ein friedliches Miteinander aller Menschen und Religionen. Ich kann die Forderung von Dr. Josef Schuster als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland nach verstärktem Schutz für jüdische Einrichtungen nur unterstreichen. Die Existenz des Staates Israel muss ebenso selbstverständlich und sicher sein wie das Leben unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland und überall auf der Welt", erklärte Eberth. 

Seit 1997: Landkreis Würzburg pflegt offizielle Partnerschaft mit Landkreis in Israel

Die israelische Flagge wurde gemeinsam mit der deutschen Nationalflagge und der Landkreisfahne am 12. Mai aus Anlass des Jahrestags der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland mit Israel, die offiziell am 12. Mai 1965 aufgenommen wurden, vor dem Landratsamt gehisst und sollte bis einschließlich 14. Mai, dem Jahrestag der Staatsgründung Israels im Jahr 1948, als Zeichen der Solidarität mit Israel dort wehen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung aus dem Landratsamt Würzburg. 

Weiter heißt es, dass der Landkreis Würzburg seit 1997 eine offizielle Partnerschaft mit dem Landkreis Mateh Yehuda in Israel pflegt und bereits 1990 der erste Schüleraustausch stattfand, der bis heute besteht. Hier sind das Deutschhaus-Gymnasium Würzburg und das Gymnasium Veitshöchheim seit langem engagiert. Gemeinsame Projekte und Freizeiten verbinden die Jugendlichen und wecken Interesse und Verständnis füreinander.

Landrat Eberth war selbst im Partnerlandkreis Mateh Jehuda, nahe Jerusalem und erläutert"Ich habe dort viele, viele Menschen getroffen und gesprochen, die nur eines wollen: Frieden für Israel und eine politische Lösung, um auch den Palästinensern ein Leben in Frieden und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Mein Freund und Amtskollege, Landrat Niv Viezel, bemüht sich sehr um einen Ausgleich zwischen der jüdischen und arabischen Bevölkerung."