Das Polizeipräsidium Unterfranken warnt vor sogenannten Callcenterbetrügern. Der jüngste Fall einer solchen Betrugsmasche ereignete sich am Mittwoch (6. April 2022) in Würzburg. Gegen 20 Uhr wurde eine 88-Jährige von einer Frau angerufen, die sich als ihre Enkelin ausgab.

Weinend bat sie die Seniorin um Hilfe. Angeblich sei sie in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt gewesen und müsse nun eine Kaution hinterlegen, um nicht ins Gefängnis zu müssen. Nachdem noch weitere Anrufe folgten - von einer "Hauptkommissarin" und einem vermeintlichen Staatsanwalt - ließ sich die 88-Jährige auf ein Treffen ein.

Zeugen gesucht: Frau übergibt in Würzburg hochwertigen Schmuck an Betrügerin

Gegen 23 Uhr übergab sie in der Mariannhillstraße Schmuck im Wert von rund 20.000 Euro an eine bislang unbekannte Geldabholerin. Die Polizei ist auf der Suche nach Zeugen des Vorfalls.

Die Unbekannte wird wie folgt beschrieben:

  • ca. 25 Jahre alt
  • etwa 165 cm groß und stämmig
  • trug eine schwarze Hose sowie eine schwarze Jacke 

Wer zum Tatzeitpunkt in der Nähe der Mariannhillstraße verdächtige Beobachtungen machen konnte, wird gebeten sich bei der Kriminalpolizei Würzburg zu melden. Hinweise werden unter 0931/457-1732 entgegengenommen.

Enkeltrick, falsche Polizeibeamte, Schockanrufe: So könnt ihr euch schützen

Die Fallzahlen bei derartigen Betrugsmaschen sind laut Polizei hoch. Um sich vor Phänomenen wie dem "Enkeltrick", falschen Polizeibeamten oder anderen Schockanrufen zu schützen, geben die Beamten die folgenden Verhaltenstipps:

  • Legen Sie auf. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz bzw. ob tatsächlich Verwandte in Not sind.
  • Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereitzulegen oder an Abholer zu übergeben.
  • Übergeben Sie keine Geldbeträge an Fremde! Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen.
  • Die Täter können mittels Call ID-Spoofing jede von ihnen gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen - bei der echten Polizei erscheint niemals die 110 (auch nicht mit Vorwahl).
  • Sprechen Sie mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen.
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