Die Staatsanwaltschaft sucht noch immer nach den mutmaßlichen Opfern, die in einem Magazinbericht im Februar Missbrauchsvorwürfe gegen den zurückgetretenen Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz erhoben haben. Die möglicherweise Geschädigten konnten noch nicht ermittelt werden, wie Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach sagte. Die Behörde in Würzburg hatte das Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen gegen Lurz im Februar nach einem "Spiegel"-Bericht von Amts wegen eingeleitet. Darin geht es um mögliche Vorfälle im Rahmen seiner Arbeit als Trainer.

In einem "Spiegel"-Bericht werden dem 44-Jährigen sexuelle Übergriffe gegen junge Schwimmerinnen vorgeworfen. Lurz war für die Deutsche Presse-Agentur für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen. In verschiedenen Medienberichten hatte er die Vorwürfe zurückgewiesen.

Mutmaßliche Opfer von sexuellem Missbrauch gesucht: Ex-Schwimm-Trainer soll Täter sein

Schon vor elf Jahren hatte die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Verdachts der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen ermittelt. Er bestritt die Vorwürfe. Das Verfahren war damals gegen Geldauflage eingestellt worden. Zuvor hatte es Seebach zufolge einen privaten Täter-Opfer-Ausgleich gegeben.

Lurz arbeitete am Bundesstützpunkt in Würzburg. Er war über viele Jahre Bundestrainer der Freiwasserschwimmer und feierte mit diesen zahlreiche Erfolge bei Titelkämpfen. Nach dem Magazinbericht im Februar war er zurückgetreten. Ob er sich bei den Ermittlern schon zu den Vorwürfen geäußert hat, wollte der Oberstaatsanwalt nicht verraten.