Mann aus Unterfranken bot Kinder zum Sex an - Prozess abgesagt: Ein 61-Jähriger, der in zwei Fällen Kinder zum Sex angeboten haben soll, hat sich vor dem Prozessauftakt umgebracht. Das Verfahren sei daher eingestellt worden, teilte der Vorsitzende Richter am Mittwoch vor dem Landgericht Würzburg mit. Die Verhandlung war nach etwa fünf Minuten beendet.

Der Anwalt des Angeklagten gab an, diesen noch am Montag getroffen zu haben - dabei hätte es nicht den geringsten Anhaltspunkt für die Tat gegeben. Dem Mann aus Unterfranken wurde vorgeworfen, in zwei Fällen Kinder für sexuelle Handlungen angeboten zu haben. Bei einem Mädchen soll es sich um die achtjährige Tochter einer Bekannten gehandelt haben. In einem anderen Fall um eine Zwölfjährige, wobei nicht klar war, ob das Mädchen tatsächlich existierte oder erfunden war.

Kinder zum Sex angeboten: Prozess gegen 61-Jährigen abgesagt

Zu solchen Taten kam es zwar dann schließlich nicht. Allerdings reiche für einen Straftatbestand die Ernsthaftigkeit des Angebots bereits aus, erklärte die Staatsanwaltschaft. Zudem habe der Mann laut Anklage jahrelang kinder- und jugendpornografisches Material in Chats verbreitet. Bereits vor zehn Jahren soll er außerdem die Tochter seiner Freundin missbraucht und die Tat gefilmt haben.

Im Prozess sollte es jedoch konkret um zwei Vorfälle gehen: Im Jahr 2016 soll der Deutsche auf einer Plattform einem Chatpartner anzügliche Fotos von sich und der 2008 geborenen Tochter einer Bekannten geschickt haben. Dabei habe er beschrieben, zu welchen sexuellen Handlungen das Mädchen bereit wäre. Der Chatpartner schlug den Ermittlungen zufolge ein Treffen vor. Die Mutter des Mädchens soll davon nichts gewusst haben.

In einem weiteren Fall hatte sich der beschuldigte Sozialhilfe-Empfänger laut Anklage im Jahr 2018 als Frau ausgegeben und über die sexuellen Vorlieben einer angeblichen Tochter gesprochen, die zwölf Jahre alt und geistig eingeschränkt sei. Ob das Mädchen wirklich existiert oder frei erfunden war, war bislang nicht klar. Immer wieder schickte der Mann laut Anklage seinen Chatpartnern Bilder und Videos mit sexualisierten Inhalten, die auf Kinder bezogen waren.

Angeklagter soll Tochter seiner Freundin missbraucht haben

Einige intime Aufnahmen hätten unter anderem die 1999 geborene Tochter seiner Lebensgefährtin gezeigt. Das Mädchen soll er vor etwa zehn Jahren missbraucht und die Tat gefilmt haben.

Ein Chatpartner hatte den Mann angezeigt, seit September 2019 saß der Angeklagte in Untersuchungshaft. Vorbestraft war er nach Angaben der Behörden bisher nicht. Seine Partnerin habe nichts von den Taten gewusst und sich nach Bekanntwerden von ihm getrennt. Der Angeklagte hatte sich zu den Vorwürfen nicht geständig eingelassen, sagte die Staatsanwaltschaft.

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