Seit dem Beginn der Sommerreisezeit registriert die Unterfränkische Polizei an den Rastanlagen entlang der A3 eine Häufung von Diebstählen aus Wohnwagen und Wohnmobilen. Insgesamt 20 mal schlugen unbekannte Täter seit Juni zu - und dass zum Teil auch, als die Reisenden in ihren fahrenden Wohnungen schliefen.

Wie die Polizei mitteilt, ist den Beamten im Zuge der Ermittlungen zu diesem Phänomen am Freitag die Festnahme dreier Tatverdächtiger gelungen, die sich in den frühen Morgenstunden an einem Wohnmobil an der Rastanlage Haid-Süd zu schaffen gemacht haben. Ob die Verdächtigen auch für weitere Taten in Frage kommen, ist derzeit noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen.

Die Beamten hatten im Rahmen von gezielten Überwachungsmaßnahmen in der Nacht zum Freitag etwa gegen 4 Uhr Unbekannte bemerkt, die sich an einem Wohnmobil zu schaffen machten.
Dieses war im Bereich der Tankstelle der Rastanlage Haidt-Süd (Kleinlangheim, Landkreis Kitzingen) abgestellt.

Unverzüglich wurde durch die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken eine Fahndung nach den sofort flüchtenden Tätern eingeleitet. Hierbei waren neben Streifen der Verkehrspolizeiinspektion Würzburg-Biebelried auch Einsatzkräfte der Kitzinger Inspektion, ein Diensthundeführer und ein Polizeihubschrauber im Einsatz.

Am Freitagvormittag waren die Fahndungsmaßnahmen dann erfolgreich. Am Kitzinger Bahnhof klickten die Handschellen bei einem 18 und zwei 42-jährigenTatverdächtigen. Alle drei wurden in Hafträumen untergebracht. Die Ermittlungen laufen seitdem in enger Abstimmung mit der Würzburger Staatsanwaltschaft auf Hochtouren. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wird das Trio im Laufe des Samstags dem Ermittlungsrichter vorgeführt.


Polizei warnt Reisende

Ungeachtet der aktuellen Festnahme, möchte das Polizeipräsidium Unterfranken generell auf die in den vergangenen Wochen festgestellten Taten und auf das Vorgehen der Diebe eingehen:

Offenbar suchen die Täter zur Nachtzeit und insbesondere in der zweiten Nachthälfte zwischen 0 Uhr und05 Uhr vorrangig auf Rastanlagen entlang der A3 geparkte Wohnwagen oder Wohnmobile von Touristen auf. In der Folge öffnen sie gewaltsam die Fahrer- oder Beifahrertüre und verschaffen sich so Zutritt zu dem Innenraum.

Dort geht es ihnen dann hauptsächlich darum, möglichst rasch Bargeld zu finden und wieder unerkannt zu entkommen. In einigen Fällen ließen die Diebe allerdings auch Handys, Tablets oder Laptops mitgehen. Der insgesamt entstandene Sachschaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro. Der Wert der Beute in allen Fällen zusammen liegt bei rund 25.000 Euro.

Neben dem materiellen Schaden dürfte für die Opfer insbesondere die Tatsache belastend sein, dass sie teilweise während der Tat schliefen. In einigen Fällen waren auch Familien mit Kindern betroffen.

Zum Vorgehen der Täter ist noch anzumerken, dass die Bestohlenen in der Regel nichts von dem Tathergang bemerkten. Dies nahm die Polizei im Rahmen ihrer Ermittlungen zum Anlass, Überprüfungen hinsichtlich einer möglichen Betäubung der Insassen durch Gas vorzunehmen. Letztlich gibt es derzeit keine Fakten, die ein solches Vorgehen der Täter belegen, es kann allerdings auch nicht ausgeschlossen werden.

Das Polizeipräsidium Unterfranken geht gezielt und konzeptionell gegen die Diebe vor. So werden insbesondere Streifen der Verkehrspolizeiinspektionen Würzburg-Biebelried und Aschaffenburg-Hösbach ihre Überwachungstätigkeit entlang der A3 verstärken. Dies gilt speziell für die Rastanlagen, aber auch für Parkplätze oder Autohöfe.

Neben dem Ziel, die Täter möglichst rasch dingfest zu machen, setzen die Ermittler auch auf Prävention, um die Taten zu verhindern. Hierzu hat das Polizeipräsidium Unterfranken einen Flyer mit Tipps und Hinweisen entworfen, welche Streifen in den kommenden Wochen an Reisende vor Ort verteilen werden.


Tipps der Polizei

Nachdem die serienmäßigen Schlösser in den betroffenen Fahrzeugen den Dieben in der Regel wenig Widerstand bieten, kann man sich selbst durch Beachten folgender Hinweise besser vor den Tätern schützen:

• Lassen Sie keine Wertgegenstände offen im Fahrerhaus oder im Wohnbereich liegen, sondern sperren Sie diese in ein Wertbehältnis ein! Die Täter sind in der Regel auf den schnellen Erfolg aus.

• Schließen Sie Ihre Fahrzeuge grundsätzlich ab! Auch wenn Sie Ihr Reisemobil, Ihr Zugfahrzeug oder Ihren Caravan nur kurz verlassen.

• Treffen Sie gegebenenfalls von innen zusätzliche Türsicherungsmaßnahmen - ein Fall des Eindringens konnte dadurch verhindert werden, dass die Türe zusätzlich durch eine Fixierung mit Spanngurten gesichert waren.

• Ein Campingplatz oder ein Wohnmobilstellplatz ist ohne Zweifel der sicherste Ort für ein Wohnmobil oder Wohnwagen!

• Melden Sie sofort verdächtige Wahrnehmungen an die Polizei unter Notruf 110!

Nur bei einer raschen Verständigung haben die Beamten eine gute Chance die Täter vor Ort festzunehmen. Prägen Sie sich dabei möglichst Details ein, z.B. das Fahrzeugkennzeichen, den Fahrzeugtyp oder das Aussehen der Person. Falls Sie Opfer einer Straftat geworden sind, erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.