Der Profi-Fußball ist zurück in Würzburg: Nach Angaben des Vereins wurde Dynamo Dresden am Samstag von rund 3000 Anhängern zum Drittliga-Spiel gegen die Würzburger Kickers begleitet. Der weit überwiegende Teil von ihnen feierte friedlich in der Stadt und im Stadion.

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Drei Stunden vor Spielbeginn herrscht am Samstag um 11 Uhr bereits große Polizeipräsenz rund um das Stadion. In der Fußgängerzone sind die Gäste aus Sachsen zu sehen - alle völlig friedlich und gut gelaunt.

Später meldet Polizeisprecherin Kathrin Reinhardt aber, dass zwei Dresdner Fans einen Würzburger mit einem Kopfstoß verletzt haben und festgenommen wurden.


Der Polizeibericht der Würzburger Polizei

Um 12.45 Uhr gibt es Probleme: Etwa 250 Dresdner wollen nicht in die Busse steigen. Einige greifen die Polizisten mit Faustschlägen und Fußtritten an, die Gruppe durchbricht die Absperrung. Bevor sie von der Polizei eingekesselt werden kann, wird ein Passant von Dresden-Fans vor ein fahrendes Auto gestoßen. Der Mann muss verletzt ins Krankenhaus.

Später versuchen einige sächsische Fans erneut, die Polizei-Reihen zu durchbrechen, es kommt zum Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken seitens der Beamten. Die Dresdner bestehen auf einen Fußmarsch zum Stadion. Dresdner und Würzburger Fans erzählen später, dass der Einlass problemlos lief und die Sicherheitskontrollen zügig durchgeführt wurden. Unbekannte Fans haben außerdem vor dem Spiel auf dem Dallenberg-Parkplatz zwei Rauchbomben gezündet.

Kurz nach 14 Uhr Anpfiff zur Heimpremiere der Würzburger Kickers in der 3. Liga vor 9011 Zuschauern: Die Dresdner Fans haben die flyeralarm Arena akustisch gut im Griff, aber auch die Rothosen-Fans machen Stimmung. Die Würzburger Kickers erkämpfen sich trotz Unterzahl ein 1:1 gegen den Top-Favoriten der 3. Liga.
Bei der Abfahrt vom Stadion gibt es Behinderungen und zäh fließenden Verkehr - ganz normal nach einem Fußballspiel mit 9000 Zuschauern.

Nach dem Verlassen des Stadions würgt ein Dresdner Fan mit deutlich über zwei Promille Alkohol im Blut einen Busfahrer und wird in Gewahrsam genommen. Für ihren Weg zum Bahnhof nehmen die meisten Fans dieses Mal die Shuttle-Busse.

Um 18 Uhr hat der letzte Regionalexpress mit Dresdner Anhängern mit Verspätung den Hauptbahnhof verlassen. Polizeisprecherin Kathrin Reinhardt zieht eine positive Bilanz des Tages. Insgesamt gab es zehn Festnahmen, drei Personen wurden verletzt.

Am Abend bedankt sich Dynamo Dresden bei den Würzburger Kickers "für die umfangreiche, engagierte und professionelle Vorbereitung" des Spiels und spricht von einem friedlichen und stimmungsvollen Nachmittag.
In der Nacht zum Sonntag kann im Stadtgebiet von Hof ein Großaufgebot an Polizei-Einsatzkräften Ausschreitungen verhindern. Wegen eines technischen Defekts war der Zug mit laut Polizei 230 alkoholisierten und aggressiven Dynamo-Fans in Hof liegen geblieben. Patrick Wötzel

Zum Bericht der Hofer Polizei